„Die Feuerzangenbowle“ mit dem Bremer Schauspieler Benedikt Vermeer

Erwartungen rundum erfüllt

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Der Bremer Schauspieler Benedikt Vermeer überzeugte im Tintenklecks.

Verden - Ausverkaufte Reihen, tosendes Publikum und ganz viel Applaus: Die Inszenierung „Die Feuerzangenbowle“ mit dem Bremer Schauspieler Benedikt Vermeer für die Premiere der Veranstaltungsreihe „Kultur auf dem Dachboden“ beim Tintenklecks in Verden hat alles getoppt und die Erwartungen der Initiatoren rundum erfüllt.

„Sätzen Sä sech!“ Dass diese Aufforderung von Professor Crey, genannt Schnauz, ausschließlich der Rezitation diente, verstand sich von selbst. Denn das Publikum saß schließlich schon längst erwartungsfroh in der neuen, kleinen Kulturstätte unter den Dachschrägen des Tintenklecks, wo es am Freitagabend „Die Feuerzangenbowle“ als Ein-Personen-Stück erlebte.

Und es dürfte vermutlich unter den Gästen kaum jemand zu finden gewesen sein, der die Pennälergeschichte nicht bereits kannte. Geschrieben von Heinrich Spoerl und verfilmt mit Heinz Rühmann in der Rolle des spätberufenen Gymnasiasten Hans Pfeiffer mit drei f, zeigt der Stoff in Schülerstreichen die Rebellion gegen die damals bestehenden Autoritäten.

Kurz zum Inhalt: In geselliger Herrenrunde bei einer Feuerzangenbowle erkennt der erfolgreiche Schriftsteller Johannes Pfeiffer, dass er scheinbar Entscheidendes verpasst hat, da er niemals eine „normale“ Schule besuchte. Nachdem die Herren tief ins Glas geschaut haben, kommt ihnen die Idee, Versäumtes nachzuholen und Pfeiffer noch in eine richtige „Penne“ zu schicken. Gesagt, getan: Pfeiffer lässt sein Wohlstandsleben samt Freundin und Mercedes in Berlin zurück. Er zieht in die Klein-stadt Babenberg ein, nimmt dort das Leben eines Oberprimaners auf, bändelt mit der Tochter des Direktors an und bringt vor allem mit seinen haarsträubenden Streichen den Lehrkörper auf die Palme.

Einen eindrucksvolleren Auftakt als diese Feuerzangenbowle“ hätte man für den Auftakt der Veranstaltungsreihe nicht wählen können. Die liebevolle Inszenierung von Vermeer punktete in allen Facetten. Sie hielt sich eng an die Vorlage und beschränkte sich auf Bekanntes, da die meisten Zitate dem Original entnommen waren. Ebenso verhielt es sich mit den Figuren, die Vermeer mitsamt den unterschiedlichsten Charakteren und Dialekten allesamt vortrefflich mimte. Höchstens in kleinen Nuancen unterschieden sich Pfeiffer, Direktor Knauer, Lehrer Bömmel oder Schnauz von den aus Buch und Film bekannten Vorbildern. Sie alle wurden von Vermeer authentisch dargestellt mit all ihrer individuellen Schrulligkeit. Lehrer Bömmel: „Dat es ene anstrengende Anjelegenheit.“

Das Publikum – der Dachboden fasst leider nur 40 Besucher – ging stets mit allergrößtem Vergnügen mit. Ein besonderer Höhepunkt im Programm waren die Chemiestunde über die „alkoholische Gärung“, bei der der vom Lehrer mitgebrachte Heidelbeerwein die Schüler angeblich so betrunken machte, dass sie nach Hause geschickt werden mussten, sowie die furiose Verwechslungsszene, in der Pfeiffer sich als Professor Crey verkleidet hatte und dem Original im Beisein des Schulrats auch noch gegenüberstand.

Das Publikum hatte ob des hohen Wiedererkennungswertes großen Spaß. Dass in den kommenden Tagen der eine oder andere daheim noch einmal den Film angucken wird, ist daher anzunehmen. Am Ende spendeten die Besucher begeisterten Applaus. Margarete Meyer vom Tintenklecks gab das Versprechen ab, dass „Kultur auf dem Dachboden“ keine Eintagsfliege bleibe. „Sie dürfen gespannt sein“, sagte sie.

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