Deutsch-Polnische Gesellschaft feiert 30-jähriges Bestehen / Festakt in Bibliothek

DPG Verden schreibt sich Verständigung auf die Fahne

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Engagieren sich für die die deutsch-polnische Freundschaft: Regina Tryta, Alexander Heichlan, Roswitha Urbanski, Heinz Möller, Jerzy Bielerzewski, Hans-Jürgen Wächter und Anton Werle (von links).

Verden - Vor 30 Jahren, am 15. Mai 1985, wurde die Deutsch-Polnische Gesellschaft Verden (DPG) gegründet. Am Freitag wurde dieses Jubiläum mit einer Festveranstaltung gemeinsam mit DPG-Mitgliedern, Freunden und Sponsoren der Gesellschaft im Vortragssaal der Stadtbibliothek gefeiert. Nach der Begrüßung durch den DPG-Kulturbeauftragten Anton Werle überbrachte die Erste Kreisrätin, Regina Tryta, die Grüße des Landkreises Verden. Anschließend gab es einen Lichtbildervortrag von Jerzy Bielerzewski, Leiter des Instituts für Fremdsprachen an der Fachhochschule Sulechow. Er zeigte alte und neue Fotos aus Verdens Partnerstadt Zielona Gora, Bilder aus Wroclaw (Breslau), und der Region des Riesengebirges.

Die ehrenamtlichen Mitarbeiter hätten die DPG mit viel Engagement aufgebaut und auch im kulturellen Bereich zahlreiche Kontakte geknüpft, so Tryta. Ferner machte sie deutlich, dass es auch nach Aufhebung des Kriegsrechts in Polen noch ein weiter Weg gewesen sei bis zur Einführung der Demokratie, Mitgliedschaft in der EU und schließlich zum wirtschaftlichen Aufschwung. „Sie haben sich die deutsch-polnische Verständigung auf die Fahne geschrieben und die Menschen zum Dialog zusammengeführt. Zum heute freundschaftlichen Verhältnis haben sie einen großen Beitrag geleistet, darauf können sie stolz sein“, betonte Tryta. Es sei nun die Aufgabe, das gute Verhältnis weiter zu pflegen.

Im Mai 1985, zur Zeit des Kriegsrechts und bitterer Armut in Polen, wurde die DPG-Verden gegründet. Ziel war es, insbesondere durch Hilfsgütertransporte, den Menschen in dem Nachbarland zu helfen und den Gedanken der deutsch-polnischen Freundschaft und Verständigung voranzubringen. In diesem Zusammenhang verwies DPG-Sprecher Heinz Möller auf eine Vielzahl von Aktivitäten mit den Ziel, die Aussöhnung mit Polen weiterzuverfolgen.

Diese Aktivitäten führten schließlich 1993 zur offizielle Städtepartnerschaft zwischen Verden und der damaligen niederschlesischen Bezirkshauptstadt Zielona Gora, dem einstigen Grünberg in Niederschlesien. Heute ist Zielona Gora neben Landsberg an der Warthe eine der beiden Hauptstädte der Woiwodschaft Lubuskie (Lebuser Land) und hat mehr als 130000 Einwohner, ist außerdem Universitäts- und Bischofsstadt. Die DPG-Verden hat diese Städtepartnerschaft immer positiv begleitet und im Rahmen ihrer Möglichkeiten gefördert.

Mangelndes Wissen

sorgt für Vorurteile

Das Herzstück der Arbeit der DPG-Verden sind die Hilfsgütertransporte, von denen seit 1989 weit mehr als 300 durchgeführt wurden. Allein 282 dieser Großtransporte fanden unter der Leitung von Heinz Möller statt, wofür dieser 2007 mit der Ehrenbürgerschaft Zielona Goras ausgezeichnet wurde. Aber auch kulturelle und politische Veranstaltungen standen immer auf dem Programm der DPG. „Mit diesen Veranstaltungen versuchen wir immer wieder, Polen und die polnische Kultur den Deutschen und speziell den Kreisverdenern näher zu bringen“, so Möller.

Dies sei auch weiterhin eine wichtige Aufgabe, da in Deutschland viel zu wenig über Polen bekannt und oftmals das mangelnde Wissen mit Vorurteilen belegt sei, so der DPG-Sprecher weiter. Möller erinnerte ferner an den im letzten Jahr verstorbene Berufsschullehrer und SPD-Kommunalpolitiker Rolf Urbanski, der sich um den Schüleraustausch verdient gemacht hat.

Auch viele namhafte Politiker konnte die DPG-Verden in den vergangenen drei Jahrzehnten auf Dialogveranstaltungen begrüßen.

Zahlreiche Folklore- und Musikgruppen aus Polen kamen auf Einladung der DPG nach Verden. Dazu gab es etliche Kunstausstellungen mit Bildern polnischer Künstler in Verden. Solche Kontakte bestehen auch heute noch.

„Auch im vierten Jahrzehnt unseres Bestehens ist es unser Ziel, die Begegnung von Menschen beiderseits der Oder zu fördern, weiterhin zum Aufbau besserer sozialer Strukturen in unserer Partner-Woiwodschaft Lubuskie beizutragen und das Zusammenwachsen eines geeinten Europas auf vielen Ebenen zu unterstützen“, machte Möller deutlich. Besonders dankte er den zahlreichen Förderern, die insbesondere die Benzinkosten für die Hilfstransporte sicherstellen, denn allein für die Spritkosten müssen jährlich rund 25000 Euro eingeworben werden.

ahk

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