Aktionstag Wolf: Forderung nach Obergrenze und Abschuss

Der Tod droht auf der Weide

10 Frauen und Männer stehen auf einem Deich, einige von ihnen halten gemeinsam ein Transparent hoch. Darauf steht „Weidetierhaltung geht nur ohne Wolf“.
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Auf dem Deich in Rieda herrschte Einigkeit: Eine Bestandsregulierung auf Bundesebene muss her.

Der Landvolk-Vizepräsident und Vorsitzende des Kreisverbandes Rotenburg-Verden, Jörn Ehlers, hatte im Namen der beteiligten Verbände und Organisationen rund um „Land schafft Verbindung“ (LsV) Niedersachsen/Bremen und das Aktionsbündnis Aktives Wolfsmanagement zum Gespräch eingeladen.

Verden - Die regionale Veranstaltung am Aktionstag Wolf fand auf dem Deich in Rieda statt, wo Ehlers mit Vertretern aus Landwirtschaft, Jägerschaft und Politik die Probleme erörterte, die durch die wachsenden Wolfs populationen für die Weidetierhaltung und den ländlichen Raum entstanden sind.

Auch für den Landkreis Verden sei das Thema von Bedeutung, erklärte Landrat Peter Bohlmann. Er machte das fest an den Deichen, die sich über eine Gesamtlänge von 70 Kilometern durch das Kreisgebiet zögen. Diese Deiche werden häufig durch Schafe gepflegt. Seit 2015 seien im Landkreis sieben Wolfsrisse nachgewiesen worden, so Bohlmann weiter. Darüber hinaus gebe es sechs Verdachtsfälle.

Wirtschaftliche und emotionale Schäden

Jörn Ehlers nannte für Niedersachsen eine Zahl von 1 000 Weidetieren, die von Wölfen gerissen worden seien. Und das verursache neben wirtschaftlichen auch emotionale Schäden. Er betonte aber, dass es nicht Ziel des Aktionstages sei, den Wolf auszurotten. Gefordert werde ein eindeutiges Management mit einer Obergrenze, wie es sie beispielsweise in Frankreich oder in Schweden gebe, sowie mit dem erlaubten Abschuss, werde diese Grenze überschritten.

Auf dem Deich in Rieda herrschte Einigkeit darüber, dass die steigende Population des Wildtieres zunehmend Ängste auslöse und der Wolf gerade für Weidetiere eine begründete Gefahr darstelle. Ehlers forderte daher einen konsequenteren Umgang mit dem Wolf. „Der Bestand hat sich in den vergangenen Jahren gut entwickelt. Aktuell geht man bundesweit von 1500 Wölfen aus, wovon um die 450 in Niedersachsen leben“, sagte er. „Wir werden um eine waidgerechte Bewirtschaftung der Wolfspopulation angesichts eines jährlichen Anstiegs um 30 Prozent nicht umhinkommen“, fügte er hinzu.

Als Weidetierhalter skizzierte Schäfer Jörk Hehmsoth seine Situation und die Bedeutung der Schafhaltung insbesondere auch für die Artenvielfalt. Diese Form der Tierhaltung sei nachhaltig, also das, was alle wollten, und trage maßgeblich zur Biodiversität bei. „Ich als Schäfer stehe jedoch mit dem Arsch an der Wand“, fand er angesichts der zunehmenden finanziellen wie zeitintensiven Belastungen, die er im Rahmen geltender Wolfsrichtlinien umsetzen muss, deutliche Worte. Mehr gehe nicht. Die letzte Konsequenz sei, dass Tierhalter wie er aufgeben müssten.

Der Bund muss Bestände regulieren

Gegenstand der Diskussion waren auch die rechtlichen Regelungen und Abläufe für Vergrämungen, die entbürokratisiert gehörten. Die Kreisbehörde sei hier nur im geringen Maße zuständig, so Landrat Bohlmann. Die Bundespolitiker Andreas Mattfeldt (CDU) und Dr. Gero Hocker (FDP) gaben sich einig darin, dass die gesetzlichen Bestimmungen ein schnelleres und flexibleres Handeln ermöglichen müssten. Einigkeit herrschte sicher zur Freude der Landtagsabgeordneten Dörte Liebetruth darüber, dass in Niedersachsen unter Olaf Lies manches besser als in anderen Bundesländern funktioniere, es aber zwingend eine vernünftige Bestandsregulierung auf Bundesebene brauche.  

Von Christel Niemann

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