Großprojekt zur Systemumstellung im Landkreis Verden vor dem Abschluss

Der richtige Alarm für jeden Einsatz

Zwei Männer sehen einem dritten über die Schulter, der gerade vor einer Tatstatur und mehreren Bildschirmen sitzt.
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Die neuen Systeme arbeiten. Leitstellen-Mitarbeiter Stefan Harries mit Kreisbrandmeister Hans-Hermann Fehling und Leitstellenleiter Günter Storch.

Verden – Mehr Zuverlässigkeit und einen gezielten Einsatz an Hilfskräften soll es bringen, wenn das Alarmsystem für die Feuerwehren, Rettungsdienst und andere Hilfsorganisationen endgültig in Betrieb gegangen ist. In einem Großprojekt, an dem der Landkreis mit Kreisbrandmeister Hans-Hermann Fehling seit zwölf Jahren arbeiten, wurden die ineinandergreifenden Systeme durch neue ersetzt.

Mit der Umstellung von 187 Sirenen und der Verbindung der Leitstellen Diepholz und Verden soll es in diesem Jahr noch abgeschlossen werden.

„Das war ein steiniger Weg und hat mich viele graue Haare gekostet“, ist die persönliche Bilanz von Kreisbrandmeister Fehling. Mit der Umstellung auf den Digitalfunk, mit dem die Einsatzkräfte untereinander kommunizieren, hatte das Projekt 2009 angefangen. Dann kamen die Modernisierung der Rettungs- und Feuerwehr-Leitstelle und die digitale Alarmierung der Hilfskräfte hinzu und, wenn der letzte große Schritt getan ist, bietet das Alarmsystem im Landkreis einen Standard, um den ihn jetzt schon viele Kommunen beneiden.

Kollegen kommen, um zu sehen wie es geht

„Die Stadt Hannover ist noch lange nicht so weit wie wir“, gibt Fehling ein Beispiel. Die Bewunderung für das, was da im Landkreis entstanden ist, habe schon häufiger dazu geführt, dass Kollegen aus anderen Landkreisen, die vor derselben Aufgabe stehen, nach Verden gekommen sind, um sich ein Bild zu machen.

Dass da etwas zu tun war, daran lässt Fehling aber auch keinen Zweifel. „Die Alarmierung mit Sirenen stammt noch aus den 1970er-Jahren“, sagt der oberste Brandschützer im Landkreis. Mit den neuen Anlagen sei der Landkreis nicht nur auf dem Stand der Technik, sondern habe auch eine Betriebssicherheit erreicht, die Einsätze bei Bränden, Unfällen oder Katastrophen effektiver und verlässlicher macht.

Nicht ohne Stolz kann der Kreisbrandmeister dabei feststellen, dass er in dem vor Jahren angenommenen Budget geblieben ist. Die Umrüstung auf Digitalfunk, der Leitstelle und der Hilfsorganisationen auf die digitale Alarmierung, mit einem Netz von 26 Funkmasten im Kreisgebiet und die Abstimmung mit den Diepholzer Einrichtungen sollte den Landkreis 650 000 Euro kosten. Die Funkempfänger für die Feuerwehrleute und die jetzt anstehende Umrüstung der Sirenen, ist Sache der Gemeinden, und musste aus deren Kassen finanziert werden.

Praktisch ist das Alarmierungssystem von der Firma POCSAG auf jeden Fall. „Wenn wir jetzt wegen einem Brand alarmieren, wissen wir innerhalb von Minuten wie viele Einsatzkräfte kommen.“ Sie können sich zurückmelden. Damit lasse sich aber nicht nur schneller mit der benötigten Anzahl der Helfer planen. Weil auch die Funkempfänger, die Pager, personalisiert sind, ist auch gleich klar, welche Ausbildung etwa als Atemschutzgeräteträger, sie mitbringen. Da könnten gezielter spezielle benötigte Kräfte gerufen und eingesetzt werden.

Geringere Belastung für die Arbeitgeber

„Wir haben eine hohe Akzeptanz bei den Arbeitgebern“, kommentiert Fehling. Aber die Bereitschaft, ihren Mitarbeitern den Hilfseinsatz in der Feuerwehr zu erlauben, dürfe auch nicht überzogen werden. Das neue System erlaube eben auch, die Belastung für die Unternehmen auf das nötige Maß zu beschränken.

Zufrieden ist Fehling auch, dass diese gezielten Alarmierungen funktionieren, wenn die Helfer außerhalb des Landkreises sind. „Wir können die Leute bei Bedarf auch erreichen, wenn sie beim Einkauf oder beim Arbeitseinsatz sind.“

Alle diese Informationen laufen in der Leitstelle zusammen und können so koordiniert werden. Dazu war die technische Ausstattung bereits vor mehr als einem Jahr komplett um- und ausgebaut worden. Und auch die Personalstärke für den Dauerdienst wurde erhöht.

Beim Ausfall kann die zweite Leitstelle nahtlos übernehmen

Ebenso wurden die technischen Einrichtungen in Diepholz nach einer gemeinsamen Planung modernisiert und mit denen in Verden abgestimmt. Wenn jetzt die Leitstellen zusammengeschaltet werden, soll die Alarmierung noch ein gutes Stück sicherer werden. Dann könnte selbst ein kompletter Stromausfall in einem der beiden Landkreise ohne Verlust abgefangen werden. Spitzenbelastungen bei besonderen Großlagen könnten bewältigt werden, ohne dass die Systeme überlastet werden.

Damit die Mitarbeiter in den Leitstellen sich auch mit den örtlichen Gegebenheiten auskennen, sollen sie bei den Kollegen im anderen Landkreis Praktika machen. „Dann können sie im Falle des Falles sofort übernehmen.“

Der technische Zusammenschluss der beiden Leitstellen ist aufwendiger, als der Kreisbrandmeister zunächst gedacht hat. Aber die Netzanbieter arbeiten daran und so hofft er, dass sie es in diesem Jahr noch hinbekommen. Damit es dann im Notfall keine Missverständnisse gibt, haben sich die Mitarbeiter schon mal auf gemeinsame Einsatzstichworte geeinigt. Die Zusammenarbeit wollen die beiden Landkreise demnächst in einer Vereinbarung regeln.

Von Ronald Klee

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