„Der Nussknacker“ in der Verdener Stadthalle

Schwerelose Eleganz

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Auf hohem Niveau tanzte das Klassische Russische Ballett aus Moskau.

Verden - Tschaikowskys Ballett „Der Nussknacker“, nach E.T.A. Hoffmanns Erzählung „Nussknacker und Mäusekönig“, mag zwar ein Dauerbrenner unter den Ballettaufführungen sein, doch vor einer richtigen Enttäuschung schützt das nicht.

Am Dienstagabend hat es die Aufführung des Klassischen Russischen Balletts aus Moskau in der Verdener Stadthalle erwischt, bei der die Zuschauerreihen nur zu etwa einem Drittel besetzt waren. Dabei wurde die Geschichte der kleinen Klara, die sich in der Weihnachtsnacht in einer seltsamen Traumwelt mit bösem Mausekönig, gutherzigem Nussknacker und jungem Prinzen verliert, in rundum wunderschön choreografierten Bildern erzählt und auf hohem Niveau getanzt.

Die, die gekommen waren, zeigten sich daher auch begeistert. „Die Aufführung ist wunderschön“, äußerten sich viele Besucher bereits zur Pause, sodass danach der Blick auf die spärlich besetzten und teils leeren Zuschauerreihen umso mehr schmerzte. An der Qualität der Darbietung kann es jedenfalls nicht gelegen haben. Denn es war faszinierend, wie präzise und elegant und mit welch mitreißender Choreografie „Der Nussknacker“ unter der künstlerischen Leitung von Hassan Usmanov präsentiert wurde. Wie schwerelos bewegten sich die Tänzer auf der Bühne.

Das Märchen erzählt von einem Nussknacker, der im Traum des Mädchens Klara zum Leben erwacht und ihren Jungmädchentraum von einem Märchenprinzen dann heldenhaft verkörpert. So nimmt er für sie den Kampf gegen den bösen Mäusekönig auf, den er mithilfe seiner Armee nicht nur gewinnt, sondern außerdem auch das Herz des schönen Mädchens erobert.

Die Tänzer vom Klassischen Russischen Ballett agierten professionell zwischen den märchenhaft gemalten Bühnenkulissen, die dem Salon der Familie Eleganz und dem Zauberwald vor allem Märchenhaftigkeit verliehen haben. Die Leichtigkeit, mit der vor allem die Solisten selbst die kompliziertesten Sprünge bewältigten, war rundum bemerkenswert. Olga Grigorieva etwa verkörperte die pure Anmut als Klara, während Alexander Butrimovich ein faszinierendes Porträt vom eleganten Prinzen lieferte. Von Schwermut gezeichnet waren indes Timur Kinzikeevs Auftritte als Patenonkel Drosselmeyer, während Maxim Maloyaroslavtsvs den Mäusekönig ebenso bedrohlich wie temperamentvoll gestaltete.

"Der Nussknacker“ in der Verdener Stadthalle

Natürlich gab es auch bühnenfüllende Tanzszenen und große, beeindruckende Hebekombinationen zu bewundern, die gemäß dem begrenzten Raumangebot auf der Stadthallenbühne wohlkalkuliert sein mussten. Und natürlich das Sahnehäubchen im Ballett, der Pas de deux des Hochzeitspaares. Zu erwähnen ist aber auch die prächtige Ausstattung der Akteure mit bunten Kostümen, die nicht unwesentlichen Anteil am Charme der Inszenierung trugen. Bedauernswert nur, dass Tschaikowskys wundervolle Komposition vom Band kommen musste, da sich ein mitreisendes, live aufspielendes Orchester, vermutlich nicht finanzieren lässt.

Die Gesamtleistung war allemal hervorragend, mit einer durchgehend spürbaren Hingabe des Ensembles, die das Publikum mehrfach mit Szenenapplaus und herzlichem Schlussbeifall belohnte.

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