Christian Wietfeldt beginnt neue Ausbildung

Verdener Diakon wird Pastor

Christian Wietfeldt im Dom
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Abschied vom „schönsten Arbeitsplatz der Welt“: Christian Wietfeldt beginnt eine Ausbildung zum Pfarrverwalter. Trotz Vorfreude weiß er: „Der Dom wird mir fehlen.“

Im letzten Drittel seines Berufslebens wagt Diakon Christian Wietfeldt etwas Neues. Der 51-Jährige, bis dato Diakon in Verden, Dörverden und Westen, beginnt am 1. Juni eine Ausbildung zum Pfarrverwalter. So nennt die Landeskirche Pastoren, die als Quereinsteiger zum Beruf kommen.

Verden – Das Gespräch findet im Dom statt. „Der schönste Arbeitsplatz der Welt“, sagt Christian Wietfeldt mit Blick auf den hohen gotischen Hallenbau. Dennoch verlässt der Diakon die Gemeinde und den Kirchenkreis gen Horstedt im Kreis Rotenburg.

Dort wird Wietfeldt am 1. Juni die einjährige Ausbildung zum sogenannten Pfarrverwalter beginnen. Der Diakon wird zum Pastor. Auch der evangelischen Kirche fehlen die Geistlichen. So wurde diese Möglichkeit des Quereinstiegs vor wenigen Jahren wiederbelebt.

Mit seinem Weggang verliert nicht nur die Domgemeinde einen engagierten Mitarbeiter, sondern auch die Kirchengemeinden in Dörverden und Westen. Einen, der, weil selber abenteuerlustig, mit Jugendlichen zur Tauchfreizeit nach Mallorca aufbrach. Der Kinder mit auf eine „Taschenlampenführung“ in den dunklen Dom nahm. Der Konfirmanden unterrichtete und Kinderbibelwochenenden mitgestaltete.

Mit 60 zu weit weg von der Zielgruppe

Das Problem des Älterwerdens habe ihn als 51-Jährigen zu dem Schritt bewogen, für das letzte Drittel seines Berufslebens etwas Neues zu beginnen. Im Moment sei er vielleicht noch nicht zu weit weg von den Kindern und Jugendlichen, die ja die Hauptzielgruppe seiner Arbeit sind. „Aber mit 60 hätte ich den Zugang nicht mehr.“

Der Wechsel – eine Entscheidung der Vernunft? Christian Wietfeldt schüttelt den Kopf. „Nein, vernünftig bin ich nicht“, sagt er lachend, um sein Ansinnen dann aber doch ganz nüchtern zu erklären. In den zurückliegenden 25 Jahren als Diakon habe er mit vielen Pastorinnen und Pastoren zusammengearbeitet. „Ich weiß genau, worauf ich mich einlasse“, stellt er fest.

Theorie in Hannover - Praxis in Horstedt

Nun gilt es in den kommenden Monaten, sich die für die neue Aufgabe erforderlichen Kenntnisse anzueignen. „Ich habe schon immer gerne Gottesdienste gemacht“, berichtet Wietfeldt. Schwerpunkt der diakonischen Ausbildung ist die Religionspädagogik. Das für das Predigen nötige Handwerk eignete sich Wietfeldt an, als er sich vor sechs Jahren zum Prädikanten ausbilden ließ. Das seinerzeit erworbene Wissen wird nun vertieft. In der Theorie gemeinsam mit vier weiteren „Umschülern“ innerhalb einer Studiengruppe in Hannover. In der Praxis in Horstedt, unter Anleitung von Pastorin Haike Gleede.

Bei ihr werde er „das machen, was mir noch fehlt“, sagt Wietfeldt mit Blick auf Taufen, Trauungen, Beerdigungen, die Seelsorge und die Leitung einer Gemeinde mit ihren Finanzen und Personalfragen. Der 51-Jährige freut sich auf diese neuen Aufgaben. „Das kann ich mir gut vorstellen. Und da hab’ ich auch Lust zu.“

„Probiert Neues aus!“, mit diesen Worten verabschiedete sich Wietfeldt von den beiden ländlichen Kirchengemeinden Westen und Dörverden, die er in den zurückliegenden sieben Jahren als Regionaldiakon betreute.

Vorfreude auf neue Herausforderung

Was ihn betrifft, so blickt er diesem Neuen mit Vorfreude entgegen. Auch, weil er dann wieder fest in einer Gemeinde sein wird statt wie jetzt in dreien. Wohin ihn dann sein Weg als Pastor führen wird, wird Christian Wietfeldt zu Beginn des kommenden Jahres erfahren. Er selber hofft auf eine kleine Stadt. Wohl wissend, dass er selber auf seine erste Stelle wenig Einfluss hat.

Doch ob Stadt oder Land, eine zentrale Herausforderung ist ihm bereits jetzt gewiss: der Kirche die Bedeutung zu geben, Glaubensinhalte so zu vermitteln, dass die Menschen bleiben oder (wieder-)kommen.

Von Katrin Preuss

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