Der Corona-Test

Seit Anfang März ist Susanne Scheele für das Gesundheitsamt im Einsatz. Zuerst beantwortete sie über das Bürgertelefon Fragen rund um das Coronavirus, mittlerweile assistiert sie bei den Tests.
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Seit Anfang März ist Susanne Scheele für das Gesundheitsamt im Einsatz. Zuerst beantwortete sie über das Bürgertelefon Fragen rund um das Coronavirus, mittlerweile assistiert sie bei den Tests.

Vor vier Tagen, am vergangenen Mittwoch, wurde Wien wieder als Risikogebiet eingestuft. Der Grund: die rasant steigenden Corona-Fallzahlen. Vor fünf Tagen, am Dienstag, kam ich per Flugzeug wieder nach Hause – aus Wien. Schnell war klar: Ich will und muss einen Corona-Test machen. Was dabei zu beachten ist, wie der Test abläuft und worauf man sich als Reiserückkehrer einstellen muss, berichte ich Ihnen hier.

Verden – Die Nachricht traf mich wie ein Schlag in die Magengrube. Ich saß gerade auf der Arbeit, als ich die Benachrichtigung auf meinem Handy sah: „Wien soll Risikogebiet werden – Deutschland reagiert auf hohe Zahlen“. Mir war klar, dass es viele Corona-Fälle in der Hauptstadt Österreichs gibt, aber ich hätte nicht damit gerechnet, dass es so schnell wieder auf die Rote Liste gesetzt wird.

Langsam machte sich nach dem ersten Schreck Panik in mir breit: Was, wenn es wirklich erneut ein Risikogebiet wird? Was bedeutet das für mich? Muss ich in Quarantäne? Habe ich vielleicht Corona? Muss ich mich testen lassen, auch wenn ich bereits einen Tag vor dem Beschluss wieder nach Hause gekommen war? Letzte Frage strich ich schnell wieder, denn mir wurde klar, dass es nicht darum geht, ob ich muss, sondern, dass ich Gewissheit brauche. Gewissheit, ob ich das Virus in mir trage und somit eine potenzielle Gefahr für andere darstelle.

Doch an wen konnte ich mich wenden? Noch war es nicht offiziell, dass Wien ein Risikogebiet wird und ich hatte keinerlei Symptome, die darauf hindeuteten, dass ich mich mit Covid-19 infiziert hatte. Kein Fieber, kein trockener Husten. In meiner Not rief ich beim Verdener Gesundheitsamt an, schilderte meine Situation und machte deutlich, dass ich – sofern ohne offizielle Reisewarnung möglich – präventiv einen Test machen wollte. Die Antwort: Eigentlich müsste ich mich an meinen Hausarzt wenden, gerade dann, wenn ich Symptome hätte, die auf eine Infizierung hinwiesen. „Aber da bei Ihnen ja auch das redaktionelle Interesse besteht, darüber zu berichten, können wir in diesem einen Fall eine Ausnahme machen“, so Jutta Dreyer, leitende Amtsärztin des Gesundheitsamtes. „Jetzt sollten Sie sich schnellstmöglich isolieren und Kontakte außerhalb Ihres eigenen Zuhauses vermeiden.“ Also auf in die Quarantäne. Abschließend bekam ich einen Termin und den Hinweise, dass ich eine Maske mitbringen soll.

Am Tag meines Tests fuhr ich zum Gesundheitsamt in Verden. Auf dem Parkplatz wurde ich bereits erwartet: Eine Frau mit Maske, Haarhaube und Schutzkittel winkte mir zu. Sie stellte sich mir als Susanne Scheele vor und führte mich zu einem Stuhl, der vor dem Keller des Gesundheitsamtes stand. Bereits seit einigen Monaten führte Scheele Corona-Tests durch, zuvor beantwortete sie alle Fragen rund um Covid-19 über das Bürgertelefon. „Eigentlich arbeite ich im jugendzahnärztlichen Dienst“, schilderte sie. Da die Schulen aber seit März geschlossen haben und im Gesundheitsamt alle zur Verfügung stehenden Hände gebraucht wurden, stieg sie dort in die Arbeit mit ein.

Kaum hatte ich mich hingesetzt, begrüßte mich die Abstrich-nehmende Ärztin. Sie stellte sich mir als Dörte Rutzen vor und erläuterte das Testverfahren. Jetzt durfte ich die Maske abnehmen, legte wie angewiesen meinen Kopf in den Nacken, sagte „aah“ und machte den Mund dabei weit auf. Kurz darauf strich mir Rutzen mit einem langen Wattestäbchen über den Rachen und nahm so die erste Probe. Das kratzte zwar etwas, war aber nach ein paar Sekunden und einem Räuspern schon wieder vorbei. Für die zweite führte sie das Wattestäbchen in eines meiner Nasenlöcher ein und strich mit ihm über meinen Nasenrachen. Das Gefühl war ungewohnt und etwas unangenehm, aber auch hier war es nach wenigen Augenblicken schon wieder vorbei.

„So, das war es eigentlich schon!“ erklärte die Ärztin, während ich mir meine Maske wieder aufsetzte. Und wie geht es jetzt weiter? „Nach ungefähr einem Tag wird Sie jemand anrufen und über Ihr Testergebnis informieren. Bis dahin bleiben sie in Quarantäne. Ihre Eltern müssen währendsessen nicht in Quarantäne“, so Scheele.

Erleichterung am gestrigen Freitag: das Ergebnis meines Tests ist negativ. Ich bin nicht mit Corona infiziert.

Von Lisa Hustedt

Dörte Rutzen nimmt die für den Test erforderlichen Proben. Beide werden mit einem Wattestäbchen genommen: die erste aus meinem Hals, die zweite aus meinem Nasenrachen.

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