Kolumne "Guten Morgen!"

David und Goliath: Grün ist die Hoffnung

„Die Hoffnung stirbt zuletzt.“ Bei uns am Küchentisch gucke ich nach dieser Bemerkung meinerseits in ratlose Gesichter. Naja, mein Blick fällt grade mal wieder auf den Bundesligaspielplan. Heute Abend, Bremen gegen Bayern, Mini-David gegen Maxi-Goliath. Als meine Frau und Tochter merken, worum es geht, fällt ihnen spontan nur das so genannte Phrasenschwein ein, das nach solchen inhaltslosen Sätzen in der Regel mit fünf Euro gefüttert werden muss.

Ich ringe nach Erklärungen, um angesichts der fast aussichtslosen Lage den Fans der Grün-Weißen – mich inklusive – doch noch ein Fünkchen Hoffnung zu zu geben. Trainer-Diskussion, verletzte Stürmer, schwache Abwehr und dann auch noch auswärts in einer Arena mit 80 000 gegnerischen Fans, abzüglich 5 000 Werder-Anhängern – geschenkt. Je länger ich darüber nachdenke, desto aussichtsloser wird das Unterfangen.

Markus Wienken

Aber ich klammere mich buchstäblich an jeden Grashalm. Sie erinnern sich, letztes Spiel zum Ende der vergangenen Saison. Die Rettung vor dem drohenden Abstieg in fast letzter Minute. Die Woge der Begeisterung spülte das Publikum nach dem Schlusspfiff auf den Stadionrasen, wo sich wildfremde Menschen jubelnd in den Armen lagen. Mein Freund Paul nutzte, wie viele andere auch, die einmalige Gelegenheit, sicherte sich ein Stück Rasen, um diesen im heimischen Garten zu hegen und zu pflegen. Und ich habe gute Nachrichten. Nach Anlaufschwierigkeiten entwickelt sich das Grün bestens. Ein Foto, per Handy geschickt, zeigt ein dichtes Büschel Gras, hochgewachsen und allerbestens in Form gebracht. Da ist das Fünkchen Hoffnung, das ich meine – lebenslang.

Rubriklistenbild: © nordphoto

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