Schießstand wegen Verkauf des Eichenkrugs gekündigt

Dauelser Schützen erwägen Klage

Der Vorstand des Dauelser Schützenvereins, Jens Koröde, Volker Mindermann, Andreas Kruse, Rüdiger Meinke und Birgit Heise (v.l.) soll nun die Risike einer Klage gegen die Kündigung ermitteln. - Foto: Bruns

Dauelsen - Vertrackt ist die Lage, in der sich der Schützenverein Dauelsen befindet. Sein gesamtes Kapital steckt in dem Schießstand, das Grundstück, auf dem dieser steht, gehört jedoch zum benachbarten Lokal Eichenkrug Früchtnicht.

Wie bereits berichtet, wurde die Gaststätte verkauft und soll abgerissen werden. Der Pachtvertrag mit den Schützen wurde zum Jahresende gekündigt. Wie es mit dem Verein weitergehen soll, wurde am Freitagabend auf einer Versammlung diskutiert und die fand, wie immer, im Eichenkrug statt.

Ein Grundstück am Bettenbruch – dort hat bereits der TSV Dauelsen seine Anlage – habe die Stadt, mit der man bereits das Gespräch gesucht hat, dem Schützenverein in Aussicht gestellt, berichtete Andreas Kruse, Vorsitzender des Schützenvereins. Der Neubau müsse ausreichend groß sein, damit auch die Bogenschützen dort trainieren können. In der einfachsten Version, so Kruse aus Gesprächen mit einem Architekten, müsse man mit 350.000 Euro rechnen. Ohne Kleinkaliber-Stand. Mit dem liege man bei einer halben Million.

Es bestehe die Möglichkeit, von der Stadt, dem Landkreis und dem Kreis- beziehunsgweise Landessportbund Fördergelder bis zu 200 000 Euro zu bekommen. Dafür müsse man jedoch eigene Mittel vorweisen, rechnete Rüdiger Meinke, der zweite Vorsitzende, den Mitgliedern vor. Über den Daumen blieben dennoch monatliche Belastungen von 850 Euro. Das alles seien jedoch nur vorläufige Kalkulationen, der Vorstand führe diesbezüglich weiter Gespräche.

„Ohne Mehrbeiträge geht es nicht“, verdeutlichte Volker Mindermann, dritter Vorsitzender der Dauelser Schützen. „Es bringt aber nichts, dies heute mit 40 Leuten zu beschließen und 30 treten dann aus“, argumentierte er. Sein Vorschlag, die Meinung der rund 180 Mitglieder mit einem Rundschreiben abzufragen, wurde zurückgestellt.

Zahlreiche Aspekte wurden erörtert. Denkbar sei es, sich dem TSV anzuschließen, doch dann würde der seit 119 Jahren bestehende Schützenverein seine Eigenständigkeit verlieren und das finanzielle Problem hinsichtlich Baumaßnahmen, wenn auch in geringerer Form, sei damit nicht gelöst.

Die Mitglieder signalisierten dem Vorstand deutlich, dass dieser die Kündigung nicht einfach so akzeptieren solle. Doch es drängt die Zeit, denn bis zum 31. Juli soll der Vorstand dem Eigentümer des Grundstücks mitteilen, ob die Schützen die Kündigung akzeptieren. Im Gegenzug brauche der Verein sich nicht um den Abriss zu kümmern, wofür er jedoch ohnehin kein Geld hat. „Wir haben doch nichts, was wir verlieren können“, befürwortete ein Mitglied eine Klage gegen die Kündigung.

Begeistert wirkte der Vorstand nicht. „Ich nehme die Stimmung so wahr, dass wir diesen Weg gehen sollen“, sagte Andreas Kruse. Das Klopfen der Mitglieder war eindeutig, eine Abstimmung brauchte es nicht mehr.

Vorher sollen die Risiken einer Klage abgeklärt werden, vor allem die Frage, ob der Vorstand später möglicherweise persönlich haften muss. Vor dem 31. Juli soll es nun noch eine weitere Versammlung geben, bei der die Miglieder die weitere Marschroute konkret festlegen sollen. 

wb

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