Höchstgrenzen beim beim Preis erreicht

Das vielleicht letzte Baugebiet in Verden

Luftbild des Neubaugebiets Neumühlen in Verden
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Wie Pilze aus dem Boden wachsen gegenwärtig die Häuser im Neubaugebiet Neumühlen 3 in Verden. Auf dem Acker dahinter liegt eine Erweiterungsfläche, die ursprünglich als Bauland vorgesehen war. Wegen der Nähe zur Autobahn ist diese Alternative aus dem Rennen.

Der Stadt Verden gehen die Bauplätze aus. Kommen Anfragen, kann der zuständige Fachbereich nur auf die gängigen Immobilienportale verweisen. Auf die Politik kommt nun ein Spagat zu: Bauwillige zufrieden stellen und gleichzeitig weiteren Flächenverbrauch eindämmen.

Verden – Die Stadt Verden steuert einem nächsten Richtungsstreit entgegen. Es geht um die Neubaugebiete. Sind jene 50 Bauplätze, die nahe der Berufsschule in Dauelsen an den Mann oder die Frau gebracht wurden, sind es die letzten, die an den Start gingen? Wird die gesamte Baulandpolitik umgekrempelt? Die Anzeichen für eine neue Strategie mehren sich.

Und aktuell geht erst mal gar nichts mehr. „Sorry, Bauland steht zurzeit nicht zur Verfügung“, sagt Birgit Koröde aus dem Rathaus, „wir können nur auf die Immobilienportale verweisen. Gut möglich, dass da hin und wieder etwas aufploppt.“

Die aktuellen Entwicklungspläne für Bauland sind knapp 20 Jahre alt. Rotweiß wie Bahnschranken fallen jene Flächen ins Auge, die ursprünglich als Areal für Häuslebauer in Betracht kamen. Das größte Gebiet liegt gleich hinter der Berufsschule. Platz für womöglich mehr als 200 Parzellen für angehende Bauherren. Aber noch ist nichts beschlossen, es würde Monate, vielleicht Jahre dauern, ehe es abgesegnet wäre, zudem müssten die bisherigen Eigentümer Bereitschaft signalisieren, sich davon zu trennen. Und dann wäre da noch ein nächstes Problem zu lösen, und wahrscheinlich ein übernächstes. „Erstens läge diese Fläche zu nahe an der Autobahn, es müsste also Lärmschutz beträchtlichen Ausmaßes installiert werden“, so Koröde, „und zweitens sind wir sehr gehalten, den Flächenverbrauch zu reduzieren.“ Nicht mehr irgendwelche Äcker umzufirmieren und mit Anliegerstraßen zu belegen, sei die Herausforderung der nächsten Jahre, sondern innerhalb der Stadtgrenzen die verbliebenen Flächen zu verdichten, allenfalls das noch.

Gleichzeitig geht es im zunächst mal letzten Baugebiet Verdens zu wie im Taubenschlag. Die Häuser sprießen wie Pilze aus dem Boden, als gäb‘s kein Morgen. Und wer weiß, vielleicht befürchten immer noch einige Bauherren, mit dem Erwerb des Grund und Bodens sei noch immer nicht sicher, sie seien wirklich eines Grundstücks habhaft geworden, vielleicht wollen sie erst dort wohnen, ehe Fakten geschaffen sind. „Die Nachfrage war jedenfalls riesig“, sagt Torsten Hoins vom Vermarkter NLG. 400 und mehr Interessenten hatten sich auf die 50 Bauplätze beworben.

Schmerzgrenze bei Preisen erreicht

Allerdings zuckten manche zusammen bei den Preisvorstellungen. „200 Euro pro Quadratmeter, damit ist allmählich eine Schmerzgrenze erreicht“, so Hoins. „Wir sind an einem Punkt angelangt, an dem es nicht unbegrenzt nach oben geht.“ Allerdings sei die Nachfrage weiterhin da. „Das Baugebiet an den Berufsbildenden Schulen ist verkehrsgünstig gelegen, es herrschte Interesse von Personenkreisen auch aus umliegenden Gemeinden.“ Längst seien es nicht nur junge Familien, die ihre Fühler nach Bauland ausstreckten, längst mischten sich auch ältere Semester unter die Interessenten. Die Quote der Generation 50 plus, die an der BBS neu baut, beziffert Hoins mit 20 Prozent.

Weitgehend im Nebel weiterhin, wohin die Baulandreise der Stadt Verden geht. „Wir erarbeiten gegenwärtig ein Integriertes Stadtentwicklungskonzept“, so Koröde, „daraus erwarten wir Antworten für die Zukunft.“ Ist es wirklich noch das Einfamilienhaus im Grünen, das über allem stehe, oder sei es die Wohnung in der Innenstadt, die Mietwohnung vielleicht sogar, eventuell der bezahlbare Wohnraum? Mit dem ISEK solle dieses Interessen-Knäuel zumindest entwirrt werden.

Vielleicht noch Flächen im Flüsseviertel

Eines zeichne sich allerdings jetzt schon ab: Billiger wird das Bauland nicht. „Der Lärmschutz muss berücksichtigt werden, es müssen Ausgleichsflächen her, den Waldgebieten darf nicht zu nahe gerückt werden, die ganze westliche Stadtseite vom Maulhoop bis Eissel ist Hochwasserschutzgebiet, es sind künftig Frischluft- und Kaltluftschneisen zu berücksichtigen“, so Koröde, „das kostet halt.“

Völlig aussichtslos ist die Suche nach neuem Bauland indes nicht. „Im Flüsseviertel rund um Werrastraße oder Donaustraße, vielleicht ist es möglich, dort noch Flächen zu entwickeln.“

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