Das neunte Todesopfer

Erste Altenheime verwenden ihn bereits, erste Arztpraxen ebenfalls: Der Schnelltest soll kreisweit flächendeckend eingesetzt werden.
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Erste Altenheime verwenden ihn bereits, erste Arztpraxen ebenfalls: Der Schnelltest soll kreisweit flächendeckend eingesetzt werden.

Die Hoffnungen auf einen Silberstreif im Kampf gegen die Pandemie haben einen erheblichen Dämpfer erhalten. Nur einen Tag nach einer erstmals gesunkenen Sieben-Tage-Inzidenz meldet das Gesundheitsamt des Landkreises Verden wieder einen Anstieg. Gleichzeitig hat es innerhalb von zwei Wochen einen dritten Corona-Ausbruch in einem sensiblen Bereich gegeben. Ein Pflegeheim in Ottersberg ist betroffen.

Verden/Achim – Darüber hinaus forderte das Virus ein kreisweit neuntes Todesopfer. Er war erst Anfang Oktober positiv getestet. Der Achimer befand sich zunächst in häuslicher Quarantäne, ehe er auf eigenen Wunsch stationär aufgenommen und in eine Lungenklinik verlegt wurde. Am zurückliegenden Sonntag kam für den Mittsechziger jede Hilfe zu spät. Er erlag den Folgen der Covid-19-Erkrankung. Das teilt die Kreisverwaltung mit.

Nur wenige Tage nach dem Corona-Ausbruch im Waldheim Cluvenhagen und der kreiseigenen Pflegeeinrichtung in Thedinghausen ist es am gestrigen Mittwoch erneut zum Ausbruch in einem sensiblen Bereich gekommen. Das betroffene Pflegeheim in Ottersberg meldete dem Gesundheitsamt die Positivtestung einer Pflegekraft. Die Behörde leitete daraufhin laut Mitteilung erste Maßnahmen ein. Die betroffene Kraft sowie drei weitere Beschäftigte befinden sich in häuslicher Quarantäne.

Noch am Mittwoch erfolgten die Abstriche bei allen Bewohnern der Bereiche, in denen die Pflegekraft tätig war, sowie den Beschäftigten, die mit ihr Kontakt hatten. Drei mobile Teams seien unterwegs gewesen. Die Zahl der getesteten Bewohner beziffert das Gesundheitsamt mit 80. Die Ergebnisse seien am Freitag zu erwarten. Der Einrichtung wurde ein Besuchsverbot auferlegt.

Nach dem dritten Fall und mehr als 50 infizierten Personen innerhalb weniger Tage herrscht in den Seniorenheimen inzwischen Alarmstimmung. Als einer der möglichen Auswege rückt verstärkt der sogenannte Schnelltest in den Fokus. Erste Einrichtungen hätten sich damit bereits ausgerüstet, heißt es aus dem Gesundheitsamt. Auch in Arztpraxen greife man inzwischen auf diese Methode zurück. Allerdings wird es nicht bei wenigen Auserwählten bleiben. Die Kassenärztliche Vereinigung Verden kündigte auf Nachfrage eine Offensive an. „Ab der kommenden Woche soll der Schnelltest flächendeckend zur Verfügung stehen“, sagt Geschäftsführer Michael Schmitz.

Die Tests, die innerhalb weniger Minuten Ergebnisse zu Tage fördern, können allerdings erst nach einer Einweisung angewendet werden. Amtsärztin Jutta Dreyer: „Das Pflegepersonal muss sich einer Schulung durch einen Mediziner unterziehen, was angesichts der gegenwärtigen Belastungen eine nächste Herausforderung bedeutet. Außerdem hat jede Einrichtung, die diese Methode anwendet, ein Testkonzept aufzustellen.“ Der Schnelltest sei allerdings nur ein grobes Hilfsmittel, er liefere Hinweise, mehr nicht. Deute das Ergebnis auf eine Infektion hin, sei sofort eine offizielle Corona-Testung zu absolvieren.

Von Heinrich Kracke

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