Kirchenvorstand sagt Jubiläumsfeierlichkeiten ab

Corona-Absage in Verden: Das Leben in St. Nikolai muss warten

„Wir müssen und wollen uns der pandemischen Lage stellen“, sagt Pastor Holger Hermann am Dienstag im Pressegespräch. Die Verdener Kirchengemeinde sagt die Feierlichkeiten zu 50. Geburtstag ihres Gemeindezentrums ab.

Der 50. Geburtstag des Gemeinde- und Begegnungszentrums St. Nikolai fällt nicht aus, wohl aber wird die Festwoche zum Jubiläum verschoben. Inga Leymann (l.), Holger Hermann und Karen Schönfeld berichteten.

„Ein Jubelfest ist in dieser Zeit nicht angesagt“, steht Karen Schönfeld hinter der Entscheidung. Dabei wird dennoch deutlich, dass es der Kirchenvorständin nicht leicht fällt nach all dem Engagement für die Gemeinde. Ein Jubelfest sei geplant gewesen, eine ganze Jubelwoche mit Theater, Film, Musik, vielen Kreativangeboten und sogar einem kleinen Weihnachtsmarkt beim Zentrum am Plattenberg.

Das alles wird nun runtergefahren, manches kann pandemiegerecht umgestaltet werden, aber die Feierlaune ist dahin. „Wir würden ja nicht drum herum kommen, drinnen etwas anzubieten“, erklärt Schönfeld. Etwa für die Seniorengruppe, die sie der Gefahr, sich zu infizieren, erst recht nicht aussetzen wollen. „Das wollen wir gerne nachholen, im Sommer“, erklärt Inga Leymann. Auch ihr ist das Bedauern über die Entscheidung anzumerken, die sie mit den Vorstandkolleginnen fällen musste.

Gottesdienst wird nicht abgesagt

Eines werde aber nicht ausfallen, erklärt Pastor Hermann: der Jubiläumsgottesdienst um 14.30 Uhr. (Mit vorheriger Anmeldung per E-Mail an kg.nikolai.verden@evlka.de.) Am Sonntag, ein erster Advent wie vor 50 Jahren, jähre sich nämlich der erste Gottesdienst der Gemeinde im Gebäude.

Dass das Begegnungszentrum damals gerade erst fertiggestellt worden war, daran kann sich Karen Schönfeld nicht erinnern. Dazu war sie noch zu klein. Aber, dass sich die Straßen im angrenzenden Wohngebiet in den 60er-Jahren erst so langsam mit Häusern füllten und nach und nach viele Familien in dem Verdener Quartier lebten, das habe sie miterlebt. Und auch die Rolle, die das Begegnungszentrum von Anfang an dort spielte.

Ausrichtung auf die Gemeinwesenarbeit

Mit seiner Ausrichtung auf die Gemeinwesenarbeit hätten sich viele Gruppen in dem Zentrum zu Freizeitaktivitäten zusammengefunden. „Da war wirklich Leben“, schwärmt sie. Und Holger Hermann hat den Büchern entnommen, dass diese lebendige Gemeinde zeitweise 4 000 Mitglieder stark war. Eine Zahl, die ihm heute Ehrfurcht einflößt.

Dass in St. Nikolai auch mal Musik und Tanz möglich waren, gehört zu den Dingen, die Karen Schönfeld der Kirche näher gebracht haben. Sie habe in der Familie keinen kirchlichen Hintergrund gehabt. Jetzt engagiert sie sich dennoch im Kirchenvorstand für die Gemeinde.

Offenheit ist eine Herzensangelegenheit

Etwas anders verlief die Geschichte von Inga Leymann in St. Nikolai. Sie war erst vor kürzerer Zeit eher zufällig mit der Gemeinde in Kontakt geraten. Dennoch habe sie sich bald von dem besonderen Geist angezogen gefühlt. Die Gemeinde versuche, sich wieder für das Leben zu öffnen, hat sie erlebt. Und das war auch ein Punkt, der beim Jubiläum deutlich werden sollte. „Diese Offenheit war uns eine Herzensangelegenheit.“

Sternchen schmücken den Christbaum

Unsichtbar werde das Jubiläum trotz Absagen auch nicht vorüberziehen. „Immer wird es eine besondere Gestaltung geben, die von der Straße zu sehen ist. Und in den Sozialen Medien.“ Und natürlich wollen die Vertreter der Jubelgemeinde etwas im Außenbereich anbieten. Eine besondere Aktion rankt sich um die Sternchen, die gebastelt wurden. Es sei einerseits ein Angebot, mit dem sich jeder mit selbstgebasteltem Schmuck am großen Christbaum vor dem Gemeindezentrum beteiligen kann. „Zugleich ist damit ein Gewinnspiel verbunden“, erklären die drei Gemeindevertreter. Jeder könne sich eines der Sternchen von der roten Bank oder aus dem Büro abholen. Sie können dann bemalt, beklebt oder verziert werden, und, wenn sie zurückgebracht werden, dürfen sie den Baum schmücken.

Auch auf gebackene Waffeln können sich Besucher freuen, und ein Café to go konnte Holger Hermann trotz Corona-Pandemie ankündigen. Mit viel Engagement, so berichtet er, hätten Marie Cordes und Sandra Bysäth aber noch vieles andere vorbereitet. Das Theater Ramppenlicht etwa und einen Auftritt der Vielharmonie Kirchlinteln. Davon könne jetzt kaum etwas verwirklicht werden. „Das soll dann nachgeholt werden, wenn es möglich ist.“   kle

Rubriklistenbild: © Klee

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