Koordinierungsstelle besteht 20 Jahre

Frau und Wirtschaft: Es darf ruhig noch etwas mehr sein

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Viele Gäste kamen ins Kreishaus, um das 20-jährige Bestehen der Koordinierungsstelle Frau und Wirtschaft im Landkreis Verden zu feiern.

Verden/Landkreis - Vielen Frauen ist es dank der Unterstützung der Koordinierungsstelle Frau und Wirtschaft gelungen, in den alten Beruf zurückzukehren oder eine neue berufliche Perspektive zu entwickeln. Seit genau 20 Jahren gibt es dieses Beratungsangebot für Frauen.

1997 wurde die Ko-Stelle im Landkreis Verden als eine der ersten in Niedersachsen gegründet. Der runde Geburtstag wurde am Donnerstag mit einer Festveranstaltung mit vielen Gästen aus Politik und Wirtschaft im Kreistagssaal gefeiert. Auch Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt wäre gern gekommen, leider steckte sie im Stau fest.

„Darf es auch etwas mehr sein?“, war die Einladung überschrieben. Ko-Stellen-Leiterin Ulrike Helberg-Manke erklärte auch, warum. „Wir hätten uns in den vergangenen Jahren noch mehr gewünscht. Mehr Öffentlichkeitsarbeit, mehr Flexibilität, mehr Souveränität, mehr Frauen in Führungspositionen, in Mint-Berufen und mehr Männer als Lehrkräfte in den Grundschulen.“ Die zentrale Forderung laute aber: „Mehr Erwerbsarbeit für Frauen und mehr Familienarbeit für Männer.“

Wichtigstes Ziel sei die finanzielle Unabhängigkeit der Frauen. Sie wünsche sich, dass der Beruf in Zukunft bei Männern und Frauen den gleichen Stellenwert habe. Helberg-Manke dankte ihrem Team für die engagierte Arbeit in den vergangenen Jahren sowie allen, die die Arbeit der Ko-Stelle unterstützt haben.

Glückwünsche des Landkreises

Landrat Peter Bohlmann überbrachte die Glückwünsche des Landkreises. „Die Geschichte der Ko-Stelle ist eine Erfolgsgeschichte“, betonte er. Die Notwendigkeit dieses Angebotes habe in den letzten Jahren sogar noch zugenommen. Als Gründe nannte er den Fachkräftemangel, die zunehmende Altersarmut und steigende Zahl der gebrochenen Erwerbsbiographien. Die Lösung dieser Probleme liege darin, die Frauenerwerbsquote weiter zu steigern.

Gerade durch häufige Berufswechsel und schnell verfallende Qualifikationen seien Beratung und Qualifizierungsangebote unverzichtbar. „Die Koordinierungsstelle wird auch in Zukunft die Veränderungen in der Berufswelt begleiten“, zeigte sich der Landrat sicher. Für den Wirtschaftsstandort Landkreis Verden sei sie unverzichtbar.

Axel Schulte, Vorsitzender des Überbetrieblichen Verbunds im Landkreis Verden (ÜBV), bezeichnete die Ko-Stelle als „ältere Schwester“ und als die „Geburtshelferin“ des ÜBV, dem mittlerweile 67 Betriebe und Institutionen angehören. Alle würden sich besonders für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie einsetzen.

Aufgaben haben sich gewandelt

Die Aufgaben der Ko-Stelle haben sich mit den Jahren gewandelt, so Schulte. „Bei der Gründung vor 20 Jahren stand der Wiedereinstieg nach langer Pause im Vordergrund.“ Jetzt sei die Vereinbarkeit von Beruf und Familie das Hauptkriterium. „Die Verantwortlichen haben begriffen, dass beides seinen Platz braucht. Familienbewusste Arbeitszeiten sind heute kein Privatproblem mehr. Wir haben die bestausgebildetsten Frauen aller Zeiten“, sagte Schulte. Er gratulierte dem Landkreis zu seiner weitsichtigen Entscheidung, die Ko-Stelle vor 20 Jahren zu gründen. „Der ÜBV sichert eine zukunftsorientierte Zusammenarbeit, die in den nächsten Jahren noch ausbaufähig ist“, schloss er.

Nach den Grußworten gab es kurzweilige Unterhaltung mit dem Improvisationstheater Inflagranti aus Bremen. Anschließend sprachen Marianne Baehr, Geschäftsführerin der Aller-Weser-Klinik, und Dr. Jörg Anselm, Geschäftsführer des Ingenieur- Dienstes Nord (Mitglied im ÜBV), über die Situation der berufstätigen Frauen vor 20 Jahren bis heute. Zum Abschluss stellten Ulrike Helberg-Manke und ihr Team einige Best Practice Beispiele zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie vor. 

ahk

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