Gasförderung: Abgeordnete Mattfeldt und Jantz bei Diskussion / Druck beibehalten

Dampf ablassen mit Promis

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Der Sprecher der Bürgerinitiative Intschede, Hinrich Osmers (li.),, begrüßt die Bundestagsabgeordneten Christina Jantz (SPD) und Andreas Mattfeldt (CDU) in der Gemeinschaftssportanlage.

Verden - INTSCHEDE/LANDKREIS · „Es sind um die 100 Menschen hier – ein Beweis dafür, dass die Leute im Landkreis Verden mit der Praxis der derzeitigen Erdgasgewinnung nicht einverstanden sind“, leitete der Sprecher der Bürgerinitiative (BI) Intschede, Dr. Hinrich Osmers, die jüngste Versammlung ein.

Dazu kamen am Dienstagabend unter anderem Mitglieder von Kreistag, Samtgemeinde- und Gemeinderat sowie von regionalen Bürgerinitiativen und natürlich viele Bürger in die Gemeinschaftssportanlage Intschede. „Die Menschen sind außerdem mit der Politik nicht einverstanden“, sagte Osmers zu den beiden Gästen gewandt – die Bundestagsabgeordneten Christina Jantz (SPD) und Andreas Mattfeldt (CDU) wollten den Bürgern Rede und Antwort stehen.

Soviel vorweg: Die Politiker hatten es nicht leicht: Viele kritische Fragen gut informierter Besucher brachten sie in Erklärungsnot. Manch eine Frage blieb auch unbeantwortet. „Viel Ausflüchte, wenig Konkretes“, brachte es ein Besucher nach der rund anderthalbstündigen Veranstaltung auf den Punkt.

Erst einmal verlas Felix Stellfeldt von der Intscheder BI kurz die Wahlversprechen, die sich mit den Zielen der BI decken, beispielsweise Verbot des Verbringens von Lagerstättenwasser ins Erdreich, Einspruchsmöglichkeiten der beteiligten Gemeinden und Änderung des Bergrechts. Müde belächelt vom Publikum. Denn im Koalitionsvertrag stehen dazu nur allgemeine Formulierungen. „Der Vertrag geht nicht weit genug“, meinte Jantz. Ihr Vorschlag: „Lassen Sie uns den Druck gemeinsam aufrechterhalten, dafür sind solche Veranstaltungen wie heute hilfreich.“ Mattfeldt gab sich verärgert: „Ich hätte mir gewünscht, dass mehr Abgeordnete gegen den Koalitionsvertrag gestimmt hätten. Denn man hat sich mit der gesamten Problematik nicht beschäftigt.“

Die Fragestunde brachte auch keine Neuigkeiten, sondern den Politikern nur die Gelegenheit, ihre Forderungen zu wiederholen. Einem Besucher bereitet das Abfackeln von Gas Sorge: „Keiner weiß, welche Schadstoffe in die Atmosphäre gelangen.“ Dazu Mattfeldt: „Es gibt Filter, doch die sind laut Gesetz nicht nötig. Erst durch den Druck der Bürgerinitiativen wurden in der hiesigen Anlage Filter eingesetzt.“

Ein weiterer Besucher macht sich Gedanken über das Trinkwasser. „Es ist technisch möglich, das Lagerstättenwasser aufzubereiten. Und wenn durch das Verpressen Erdbeben entstehen, sollte man sich großzügig zeigen“, so Mattfeldt.

„Niemand weiß, was unten in der Erde passiert. Da ist es doch nur konsequent, das Bergrecht außer Kraft zu setzen, bis das geklärt ist“, forderte ein Besucher. Die Abgeordneten blieben die Antwort schuldig. Auch die auf die folgende Frage: „Warum werden die Kosten, die der Allgemeinheit durch die derzeitige Förderpraxis entstehen, ignoriert?“

Um etwas zu ändern, seien die Bürger gefragt, empfahlen Jantz und Mattfeldt: „Die BI müssen deutschlandweit aktiv sein, damit unsere Kollegen in Berlin Dampf kriegen. Schreiben Sie an die Ministerien, demonstrieren Sie, informieren Sie.“ Dazu Hinrich Osmers: „Mit dem Rat bin ich nicht zufrieden, da muss es mehr geben. Wie wäre es, wenn Sie Kontakt zum neuen Präsidenten des Bergamts knüpfen, damit wir ins Gespräch kommen?“· is

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