Verein der Verdener Sportfischer setzt 320 Kilo Jungtiere aus

Damit der Aal überlebt

+
Jan Götting (r.) und Mitarbeiter Thomas Dirks holen die Jungaale aus dem Spezialfahrzeug.

Verden - Um den Bestand an Aal in Weser, Aller, Eyter und Blender See vor dem Aussterben zu bewahren, habe die Mitgliedsvereine der Weser- und Aller Fischereigenossenschaft Verden 1045 Kilogramm – das sind etwa 250.000 Stück – Satzaale in die Flüsse ausgesetzt.

In der Region Verden kümmerten sich die Mitglieder des Vereins der Sportfischer und entließen 320 Kilo Jungaale in Weser und Aller in die Freiheit. Die Kosten für die gesamte Aktion betragen fast 65.000 Euro, die mit annährend 39.000 Euro von der EU und weiteren 10.000 Euro aus Landesmitteln bezuschusst wird.

Aussterben verhindern

Den ersten von drei Plastikkübeln mit rund 3000 kleinen Aalen schleppen Jochen Holste und Lars Krüger an der Panzerstraße in Eissel zur Weser. Kaum haben sie den Eimer gekippt, bahnen sich die zwischen 10 und 15 Zentimeter langen und rund sechs Gramm schweren Fische auch schon ihren Weg in die Freiheit. Bis vor wenigen Jahrzehnten war der Aal im wahrsten Sinne des Wortes in aller Munde.

Doch heute steht es um den Bestand des schlangenförmigen Fischs schlecht und der europäische Aal ist vom Aussterben bedroht. Dieser Entwicklung möchten die Vereine in der Weser- und Aller-Fischereigenossenschaft Verden, der von Bremen bis Dörverden acht Angelvereine und der Dörverdener Berufsfischer Kurt Janke angehören, nicht tatenlos zusehen. Sie beteiligen sich daher bereits seit Jahren an einer Rettungsaktion und führen jährlich im Rahmen der Aalschutzverordnung der EU Besatzmaßnahmen für diese bedrohte Fischart durch.

Handarbeit ist gefragt: Jochen Holste (li.) und Lars Krüger beim Ausbringen der Jungaale in Eissel.

Gründe für den dramatischen Rückgang des Aals gibt es nach Aussage des Vereinsvorsitzenden Wolfgang Kracht und von Pressesprecher Dr. Rainer Becker viele. Neben Schadstoffen im Wasser sei auch die Überfischung ein ursächliches Problem. „Wenn man sich die Bestandsentwicklung der vergangenen zehn Jahre anguckt, dann ist ein deutlicher Rückgang festzustellen und der verschärft sich mit jedem Jahr.“ Doch ob die Rettung funktioniert? „Wir hoffen es“, so der Tenor.

Ausgesetzte Aale kommen vermutlich aus Mexiko

Die Aale, die man jetzt in die regionalen Gewässer ausgesetzt hat, wurden als Jungaale im spanischen Mittelmeer gefangen und in der Aalfarm Götting in Cloppenburg aufgepäppelt. Seit Beginn des von der EU und dem Land Niedersachsen finanziell geförderten Projektes wurden allein im Einzugsbereich der Besatzzone Verden weit über eine Million winzige Aale ausgesetzt, da der künstliche Besatz nach Expertenansicht als effektivste Maßnahme zur Wiederauffüllung des europäischen Bestandes gilt.

Bis zur Ankunft in ihrem neuen Zuhause haben die kleinen Aale bereits einen Weg von mehreren tausend Kilometern hinter sich. Vom angenommen Laichgebiet am Golf von Mexico sind sie zunächst mit dem Golfstrom bis an die europäische Atlantikküste geschwommen.

Nach dem Fang vor den Küsten Spaniens geht es dann per „Aal-Taxi“, per Lkw, auf dem Landweg weiter in die Cloppenburger Aalfarm, wo sie zwischengehältert und gefüttert wurden. Ziel sei, dass mindestens 40 Prozent der ausgesetzten Aale nach acht bis zwölf Jahren im Binnenwasser die Rückwanderung in die Laichgebiete antreten und erfolgreich zur Reproduktion des europäischen Bestandes beitragen. - nie

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Liverpool kegelt Hoffenheim aus der Champions League - Bilder

Liverpool kegelt Hoffenheim aus der Champions League - Bilder

Blutspuren von toter Journalistin in U-Boot entdeckt

Blutspuren von toter Journalistin in U-Boot entdeckt

Eiskalt oder scharf: Rezepte mit Pflaumen und Zwetschgen

Eiskalt oder scharf: Rezepte mit Pflaumen und Zwetschgen

Kaktusfeigen richtig öffnen

Kaktusfeigen richtig öffnen

Meistgelesene Artikel

Nasse Schwämme, volle Hosen, allerbeste Stimmung

Nasse Schwämme, volle Hosen, allerbeste Stimmung

Trump, Schottenröcke und zum Glück auch Musik

Trump, Schottenröcke und zum Glück auch Musik

Erst Finanzen für Liekenplan klären

Erst Finanzen für Liekenplan klären

Bürger aus Neddenaverbergen feiern ihre „Straße in die Zukunft“

Bürger aus Neddenaverbergen feiern ihre „Straße in die Zukunft“

Kommentare