Azubi-Speed-Dating erstmals online / Rekordbeteiligung von Unternehmen aus dem Landkreis Verden

Damit es mit dem Ausbildungsbetrieb noch funkt

Ein junger Azubi bedient eine riesige Maschine und blickt in die Kamera.
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Im Endspurt zum Ausbildungsplatz kann das Speed-Dating entscheidend sein.

Verden – „Das Praktikum in Jahrgang 10 war immer Gold wert“, sagt Marcel Hoffmann. Schulabgänger konnten sich ein Bild von dem Beruf machen, für den sie sich interessieren und Arbeitgeber konnten aussagekräftige Eindrücke sammeln, wie der junge Mensch zu ihrem Unternehmen passen könnte, erklärt der Berater der Agentur für Arbeit in Verden. Damit es zwischen Azubi und Betrieb rechtzeitig zum Beginn des Ausbildungsjahrs noch funken kann, haben beide beim Azubi-Speed-Dating am 12.

Juli die Chance, sich zu beschnuppern.

400 Ausbildungsstellen im Landkreis noch nicht besetzt

„Noch nie haben sich so viele Firmen angemeldet“, stellte Siegfried Deutsch, Leiter der IHK-Geschäftsstelle in Verden, im Pressegespräch fest. Das Speeddating ist seit sieben Jahren fester Bestandteil des Veranstaltungskalenders der Agentur für Arbeit und war schon für viele Ausbildungsverträge die Initialzündung. Das war schon so, als die angehenden Azubis noch mit großer Konkurrenz um die Ausbildungsplätze ringen mussten. Mittlerweile aber hat sich die Lage deutlich gewandelt. „Etwa 400 Lehrstellen aus allen Berufssparten sind im Landkreis noch nicht besetzt“, lieferte der Pressesprecher der Agentur in Verden, Daniel Bestvater, ganz aktuelle Zahlen. Die Arbeitsverwaltung hat demgegenüber nur 250 Bewerber im Bestand. „In beiden Gruppen könnten es noch mehr sein“, vermutet Bestvater, weil keiner sich bei der Behörde melden müsse.

„Es gibt noch Möglichkeiten“, war denn auch Siegfried Deutsch überzeugt. Für die Speed-Dating-Aktion hätten sich allein bis jetzt 24 Betriebe angemeldet, die zusammen 64 Ausbildungsplätze besetzen möchten. Ein Rekord für die Veranstaltung. Vor einem Jahr hatten gerade mal 13 Unternehmen teilgenommen. „Das sind super Möglichkeiten für den Start im Sommer“, sagt Deutsch.

Mittlerweile sei auch von der Zurückhaltung der Ausbildungsbetriebe nichts mehr zu spüren, wie im vergangenen Jahr vor allem in den von Corona besonders stark betroffenen Branchen.

Für jeden etwas passendes dabei

Die große Zahl verschiedener Berufe, die die Firmen bei der Aktion anbieten, hat Karin Kühnrich beeindruckt. „Da müsste eigentlich für jeden noch etwas Passendes dabei sein“, meint IHK-Beraterin für Arbeitgeber. Und wenn Firmen sich noch für eine Teilnahme interessieren, habe sie auch nichts dagegen, dieses vielfältige Angebot noch zu erweitern. „Es ist eine schöne Variante für die Kontaktaufnahme“, meint sie, „und eine echte Chance für die Bewerber.“

Berufsberater Marcel Hoffmann sieht in der Aktion aber nicht nur eine Chance für die suchenden Unternehmenen, sondern auch für die Schulabgänger. Durch die Pandemie seien mit dem eingeschränkten Schulbesuch auch viele Veranstaltungen und Angebote zur Berufsorientierung auf der Strecke geblieben. Besonders wichtig dabei: das Betriebspraktikum. Dabei hätten die Schüler feststellen können, ob sie sich überhaupt die richtigen Vorstellungen von dem Beruf gemacht haben und ob es wirklich etwas für sie persönlich sei. „Manche Schulen versuchen da jetzt noch etwas nachzuholen, aber viele Schüler hätten eben oft nicht die nötigen Informationen für die Berufswahl. Da sei das Speed-Dating, das in diesem Jahr erstmals komplett virtuell am Bildschirm oder am Telefon durchgeführt wird, eben eine Chance. Das Gespräch biete auch die Gelegenheit, Fragen an den potenziellen Arbeitgeber zu stellen. Hoffmann empfiehlt deshalb, sich per Telefonanruf (Nummer 04231/809333) anzumelden. Seine Kollegen stellen dann nicht nur den passenden Kontakt zum Unternehmen her, sondern zeigen auch mögliche Alternativen auf und geben Tipps für die erste Begegnung mit dem künftigen Arbeitgeber. „Es kommt darauf an, dass alle zusammenpassen“, fasste Deutsch zusammen. Auch in der größten Not werde kein Arbeitgeber jemanden einstellen, den er nicht für passend hält. Informationen über die Unternehmen könnten die Bewerber im Internet finden. „Alle, die mitmachen, haben eine Firmenhomepage“, hat Karin Kühnrich überprüft. Auch die Firmen würden sich auf die Gespräche vorbereiten, deshalb fand sie es hilfreich, dass die Berater der Agentur bei der Anmeldung mit den Bewerbern einen Steckbrief anfertigen.

„Die Bewerber sollten möglichst viele Gespräche vereinbaren“, empfiehlt Ute Schwetje-Arndt. Die Vertreterin der Wirtschaftsförderung des Landkreises erwartet dadurch einen Lerneffekt bei den Bewerbern. Der könne sich für sie dann im Gespräch mit den Betrieben auszahlen, die die Jugendlichen näher ins Auge gefasst haben. „Das sind durch die Bank interessante Berufe“, warb sie bei den Schulabgängern darum, beim Speed-Dating mitzumachen.  kle

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