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Coronafälle in zwölf Heimen im Kreis Verden

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Von: Manfred Brodt

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Männer und Frauen in Masken in einem Luftballons geschmückten Raum
Das Impfteam in der neuen Verdener Impfstation Große Straße 6. Montags von 15 bis 17 Uhr und dienstags von 9 bis 13 sowie von 15 bis 18 Uhr ist sie geöffnet. Montags ist auch ein Sprachmittler für Ukrainisch und Russisch zugegen. © Brodt

Nicht nur die Impfstation am Verdener Kreishaus ist geschlossen worden, weil die Immobilien dort jetzt für ukrainische Flüchtlinge gebraucht werden. Auch sonst überlagert schon längst der Krieg in der Ukraine die Gefahren durch Corona, in der Wahrnehmung der Medien und der Menschen.

Landkreis – Dabei sind Entwarnung und Sorglosigkeit angesichts der neuen Viruserkrankung sicher nicht angesagt, auch wenn an Schulen und in Kindergärten keine Maskenpflicht mehr besteht und seit dieser Woche auch auf generelle Tests verzichtet wird. In Restaurants und Hotels herrscht sowieso schon länger die sogenannte Freiheit.

Maskenpflicht herrscht nur noch an wenigen Orten, sie werden aber weiterhin empfohlen

Nur noch im öffentlichen Personennahverkehr und in Arztpraxen gilt die Maskenpflicht wie auch in Krankenhäusern und Seniorenheimen, wo selbst trotz 3G Tests verlangt werden.

Masken werden weiterhin empfohlen, Bund, Länder und Kommunen appellieren an die Eigenverantwortung der Bürger. Kreis-Amtsärztin Jutta Dreyer: „Es würde mich freuen, wenn die Menschen sich überwiegend eigenverantwortlich verhalten.“ Schließlich seien die Inzidenzzahlen nach wie vor hoch. Und das, obwohl die Dunkelziffer der nicht gemeldeten Infektionen wahrscheinlich ebenfalls sehr hoch ist.

Viele melden Infektion nicht

Das hat nach Aussage der Amtsärztin mehrere Gründe: Viele nehmen die milde Omikronerkrankung nicht allzu ernst und melden sie nicht. Durch die abgebaute Testpflicht werden viele Erkrankungen nicht publik. Vielen wird auch der positive Schnelltest als Indikator ausreichen, und sie werden sich nicht mehr um einen PCR-Test bemühen. Die Infektion kommt also nicht ins Register. Erleichtert wird die Entdeckung und Bekämpfung des Corona-Virus sicher auch nicht dadurch, dass die Ärzte jetzt nicht mehr eine Sondervergütung für die PCR-Tests bekommen, sondern sie innerhalb ihres regulären Budgets abrechnen müssen.

Besonders bedenklich sind die Infektionen, wenn verletzliche Personen betroffen sind, also Menschen mit gewissen Vorerkrankungen und Ältere. Das ist gerade nach Ostern infolge vieler Verwandten- und Bekanntenbesuche der Fall, wie die Amtsärztin berichtet.

Bewohner und Beschäftigte sind erkrankt

Neun Altenpflegeheime im Kreis sind so von Coronafällen betroffen, in Achim, Langwedel, Oyten und Verden. Ebenso wie drei Behinderteneinrichtungen in Langwedel und Kirchlinteln.

Nicht nur Bewohner dieser Einrichtungen sind an dem Corona-Virus erkrankt, auch Beschäftigte. Wegen Mangels an Personal und besonders qualifiziertem Personal müssen diese erkrankten Pflege- und Betreuungskräfte in diesen Fällen trotzdem arbeiten. Sonst würden Pflege und Betreuung zusammenbrechen.

Diese geimpften, aber erkrankten Kräfte ohne Symptome oder mit milden Symptomen kommen in eine „Arbeitsquarantäne“. Sie dürfen arbeiten, müssen dann aber schleunigst wieder nach Hause in ihre Quarantäne.

Die meisten Pflegekräfte sind geimpft

Geimpft ist im Übrigen nach Einführung der berufsbezogenen Impfpflicht die ganz große Zahl der Pflegekräfte, bestätigt auch Amtsärztin Jutta Dreyer.

Allerdings bearbeiten Berit Härthel, Leiterin des Verwaltungsdienstes Corona beim Kreis, und ihr Team 278 Meldungen über völlig fehlende (153), nicht vollständige oder zweifelhafte Impfungen.

13 Genesenennachweise sind abgelaufen. Und in zehn Fällen sind ärztliche Atteste über Vorerkrankungen unzureichend oder gar zweifelhaft. Bestätigt sich ein schwerwiegender Verdacht, können Betretungs-, Arbeitsverbot und Zwangsgeld auf Beschäftigte zukommen.

Vor dem Herbst ‘22 wirkt die Situation so noch entspannt. Und so bestätigt auch Dr. Peter Ahrens, Ärztlicher Direktor der Aller-Weser-Klinik, dass die Häuser in Verden und Achim nur wenige Corona-Patienten haben: „Alle Abläufe sind nicht wesentlich beeinträchtigt.“

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