Landrat will Entwicklung abwarten

Landkreis Verden: Inzidenz über 100 – wann kommen härtere Corona-Regeln?

Grafik zum Corona-Verlauf im Landkreis Verden.
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Bei 295 angekommen: die Zahl der Corona-Patienten im Landkreis Verden.

Der Inzidenzwert im Landkreis Verden ist besorgniserregend. Der Wert beläuft sich auf 103,5. Vor allem der Region Allermündung und Weser droht verschärfter Lockdown.

Verden/Achim – Ob es allerdings dazu kommt, ließ Landrat Peter Bohlmann Freitag noch offen. Eine Entscheidung sei nicht vor Beginn der kommenden Woche zu erwarten. „Zum jetzigen Zeitpunkt können wir noch nicht sicher sagen, ob weitere Restriktionen folgen.“ Voraussetzung für eine Verschärfung sei laut Landesverordnung eine Überschreitung der 100er-Grenze an drei aufeinander folgenden Tagen.

Der Krisenstab wolle zunächst die Entwicklung der Infektionszahlen in den kommenden Tagen abwarten. Bei einem deutlichen Inzidenzanstieg auf Werte jenseits der 120 aber seien weitere Maßnahmen wahrscheinlich. Beim Pendeln um eine Inzidenz von 100 oder wenn sich eine baldige Unterschreitung der 100er-Grenze abzeichne, mache eine solche Verfügung keinen Sinn, so Bohlmann.

295 Personen im Landkreis Verden aktuell an Covid-19 erkrankt – Inzidenzwert bei 103,5

Innerhalb von 24 Stunden bis zum gestrigen Freitag um 8 Uhr waren vom Gesundheitsamt 35 Neuinfektionen bestätigt worden. Gleichzeitig konnten zehn Personen aus der häuslichen Quarantäne als genesen entlassen werden. 295 Personen im Landkreis sind aktuell erkrankt. Den Angaben zufolge befinden sich weitere 379 Personen in Quarantäne. Vier Menschen werden aktuell stationär behandelt, 49 sind verstorben.

Eine Inzidenz oberhalb der 100er-Grenze birgt eine zusätzliche Gefahr in sich. Landläufig heißt es, bei einem solch hohen Risiko sei es unmöglich, die Infektionsketten noch vollständig nachzuvollziehen. „Nein“, sagt allerdings Ulf Neumann aus dem Krisenstab, „die Nachverfolgung genießt in der Kreisverwaltung weiterhin höchste Priorität“. Jeder einzelne Fall werde aufgerollt. Dafür stehe ausreichend Personal zur Verfügung oder werde zur Verfügung gestellt. Bis zu hundert Mitarbeiter sind in der Vergangenheit für diese Zwecke zusammengezogen worden. Und es wäre jetzt nicht das erste Mal, dass auf diese Weise Erfolge errungen wurden. Schon im vergangenen November gelang es, einen Inzidenzwert von deutlich über der 200er-Marke auf unter 100 abzuschmelzen.

Allgemeinverfügung bedeutet Terminshopping-Ende und neue Kontaktbeschränkungen

Müsste trotzdem Anfang kommender Woche eine solche Allgemeinverfügung verhängt werden, würde der Landkreis Verden zu einer Hochinzidenzkommune hochgestuft. Dadurch würden erneut Kontaktbeschränkungen gelten. Mitglieder eines Haushaltes dürften sich dann nur noch mit einer weiteren Person treffen. Auch das Terminshopping („click&meet“) im Einzelhandel müsste kreisweit eingestellt werden. Änderungen wären ebenfalls bei den Schulen zu erwarten. Das Land bereite aktuell eine Änderung der Corona-Verordnung vor.

Ob es im Fall des Falles auch zu Ausgangssperren kommt, ist noch offen. Der Landrat hält nicht viel davon. Diese Maßnahme sei unverhältnismäßig. Es sei traurig, dass solche Instrumente diskutiert würden, weil einige wenige Personen nachts die Kontaktbeschränkungen nicht einhielten.

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