DRK und Apotheke berichten

Verden: Nachfrage sinkt – Corona-Testzentren bleiben

Nasenabstrich bei junger Frau.
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Kopf hoch, Stäbchen rein: Die meisten Tests führte die Nordertor-Apotheke in Verden vor Feiertagen durch. So ließen sich über 300 Menschen am Tag vor Pfingsten auf das Coronavirus testen.

Landkreis – Seit über einem Monat liegt die Sieben-Tage-Inzidenz des Landkreises Verden konstant unter zehn. Zuletzt wurde dieser Schwellenwert laut Informationen des Robert-Koch-Instituts (RKI) am 9. Juni überschritten. Seitdem sind zahlreiche Lockerungen in Kraft getreten: Die Maskenpflicht auf Wochenmärkten wurde abgeschafft und auch einen negativen Corona-Nachweis müssen Bürger jetzt weniger häufig vorweisen. Trotzdem gibt es weiterhin zahlreiche Möglichkeiten, einen amtlich anerkannten Corona-Test durchzuführen.

Der Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) beispielsweise betreibt allein neun Testzentren in Nord- und Südkreis. Doch die Warteschlangen dort sowie vor den Apotheken, die einen Antigen-Schnelltest anbieten, werden kürzer. Die Nachfrage scheint nicht mehr so hoch wie vor einigen Monaten zu sein – oder?

„Der Bedarf ist nach wie vor definitiv da“, stellt Birgit Breitkopf, pharmazeutisch-technische Assistentin (PTA) in der Verdener Nordertor-Apotheke, klar. Natürlich sei der nicht mehr so groß wie zu Corona-Hochzeiten, „doch für viele Veranstaltungen, Feiern und Treffen wird ja weiterhin ein negativer Test gebraucht“, so Breitkopf.

Drei Monate lang wurde in der Nordertor-Apotheke getestet. Jetzt ist dort Sommerpause. „Da viele unserer Angestellten beispielsweise im Urlaub sind, können wir das kostenlose Testangebot aktuell nicht mehr stemmen“, informiert die Mitarbeiterin. Wie es nach den Ferien weitergeht, könne sie derzeit noch nicht sagen. „Diese Entscheidung hängt sowohl stark von der Nachfrage als auch von der Pandemie-Situation ab.“

In den vergangenen Wochen vermehrt aufgefallen sei ihr, dass die meisten Leute am Wochenende einen Corona-Test machen ließen. „Unter der Woche haben wir täglich zwischen 60 und 70 Tests durchgeführt, am Wochenende wurden es dann auch mal um die 90, obwohl unsere Öffnungszeiten dann natürlich kürzer waren“, berichtet Birgit Breitkopf. Die mit Abstand größte Nachfrage trete immer vor Feiertagen auf. „Kurz vor Pfingsten haben wir an einem Tag 300 Personen auf Corona getestet“, so die PTA. Ein absoluter Spitzentag in der Statistik der Apotheke.

In den meisten Fällen seien die Tests in der Nordertor- Apotheke negativ ausgefallen. „Es gab aber auch positive Fälle“, sagt Breitkopf. An sieben insgesamt erinnert sie sich. Die wurden dann dem Gesundheitsamt gemeldet, das einen PCR-Test anordnet, um das Resultat zu überprüfen. Erst auf das erneute positive Ergebnis folgten die Anordnung der Quarantäne und die Ermittlung direkter Kontaktpersonen.

Grundsätzlich dürfen sich zwar nur Menschen in der Apotheke testen lassen, die keinerlei Corona-Symptome aufweisen, „doch es kommt durchaus vor, dass sich jemand infiziert hat, aber nichts davon merkt“, so die Mitarbeiterin.

„Während der gesamten drei Monate, die wir getestet haben, hatten wir keinen einzigen negativen Zwischenfall“, so Breitkopf. „Die Schlange vor der Tür wurde zwar oft ziemlich lang, da wir ja ohne vorherige Terminabsprache Tests durchgeführt haben. Aber es waren alle immer verständnisvoll, dass es dann mal zu längeren Wartezeiten kam.“ Schließlich dauert der eigentliche Test ja nur wenige Sekunden und auch das Ergebnis gibt es bereits nach einer halben Stunde, auf Papier oder über zugeschickten Link.

Dirk Westermann, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes, beschreibt die Situation ähnlich wie Birgit Breitkopf: „Wir erleben derzeit eine sehr dynamische Lage, in der die Testzahlen sehr schwankend sind“, so Westermann auf die Frage, wie groß der Test-Bedarf derzeit noch ist. „Aber wir befinden uns nach wie vor mitten in einer Pandemie und noch lange nicht dahinter.“ Darum gebe es aktuell auch keine Pläne, Testzentren zu schließen oder das Angebot aufgrund der niedrigeren Nachfrage zu verkleinern. „Dementsprechend halten wir unsere Kapazitäten hoch und rechnen mit allem“, so Westermann. Auskunft dazu, wie hoch die Testzahlen in den Zentren sind, könne er nicht geben. „Ein Resümee wird beim DRK erst gezogen, wenn die Pandemie vorbei ist.“

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