Nur minimale Rolle im Infektionsgeschehen im Landkreis Verden

Corona lauert nicht in der Schule

Monatelang mussten Schüler, Schülerinnen, aber auch die Schulleitungen, Lehrer und Organisatoren Kohorten organisieren, parallel in der Klasse und über den Bildschirm unterrichten und sich auf Szenarios einstellen, die festlegten, wer da ist und wer nicht. Jetzt zeigt sich, dass die Übertragung der Coronaviren eher selten in der Schule passiert.

Abi in Corona-Zeiten: Schulleiterin Dr. Dorothea Blume, Holger Kraeft und Michael Spöring (v.l.) trugen im April Luftreiniger eines Verdener Unternehmens ins Domgymnasium.

„Die Schulen sind nicht die Infektionsherde“, hatte Bohlmann beobachtet. Die Ursachen für das angeheizte Infektionsgeschehen, das sich in den hohen Inzidenzzahlen zeigt, seien nicht dort zu suchen. Die seien eher in Hotspots wie derzeit in der Wohngruppe der Stiftung Waldheim zu finden.

Auch wenn jede Infektion besorgniserregend sei und umgehendes Handeln erfordere, geschehe die Verbreitung des Coronavirus nicht in den Schulen. 403 infizierte Schülerinnen und Schüler seien seit Oktober 2020 gemeldet worden. Das entspreche 2,3 Prozent der 17 600 Kinder und Jugendlichen, die die Einrichtungen besuchen. „Das ist deutlich weniger als der Durchschnittswert.“ Und dabei müsse man bedenken, dass ein überproportionaler Anteil ungeimpft sei.

An der Bilanz habe sich auch nichts Wesentliches geändert, als das Gesundheitsamt die Quarantänepraxis gelockert hat. Ganze Klassen oder auch nur die Kohorten abzusondern und zu Hause zu lassen, wie es zu Beginn die Regel gewesen sei, habe sich nicht bewährt und den Schulbetrieb zu sehr eingeschränkt. Gleiche Erfahrungen habe man auch in der Schülerbeförderung, im ÖPNV und im schienengebundenen Nahverkehr gemacht.

“Hervorragende Umsetzung der Hygiene-Konzepte“

Als gewichtigen Grund für die geringe Zahl von Infektionen wertete der Verwaltungschef die „hervorragende Umsetzung der Hygiene-Konzepte“ in den Schulen. Das Kompliment konnten die Schulleiterinnen und Schulleiter zurückgeben. Eigentlich waren sie in die Sitzung des Schul- und Sportausschusses gekommen, um zu den Budgets Stellung zu nehmen, die der Landkreis ihnen für das kommende Jahr einräumen will. Als sie dann das Wort hatten, vergaß aber niemand in der Runde zu erwähnen, wie gut die Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt funktioniere.

Dabei sind die meisten ja nicht geimpft

Gerade im vergangenen ersten Corona-Jahr war da wegen der ständigen Änderungen offenbar ein hoher Abstimmungsbedarf. Auch Peter Bohlmann konnte sich noch gut an Szenario A, B und andere Regelungen mit den Schulen erinnern, die Kontakte der Schüler untereinander und mit den Lehrkräften reduzieren sollten. Die Klassenräume leerten sich nach unterschiedlichen Regeln, bis sie dann zeitweise ganz verwaist waren. Selbst die Kindertagesstätten mit ihrem ebenfalls ungeimpften Publikum haben mit 92 Fällen nur einen verhältnismäßig kleinen Anteil am Infektionsgeschehen, wusste der Landrat zu berichten.

Mittlerweile ist Präsenz-Unterricht, aber auch im laufenden Jahr mussten vielfach individuelle Lösungen für die Umsetzung der jeweils nötigen Hygiene-Konzeptes gefunden werden. Und wie überall, wo das Virus seine Wirkung entfaltete, mussten diese Dinge zusätzlich zum laufenden Betrieb geklärt und umgesetzt werden.

Der lautstarke Beifall aus der Reihe der Schulvertretungen von Gymnasien, Förderschulen und BBS war denn sicher auch darin begründet, dass die Lösung der ungeklärten Situation kurz vor Weihnachten erneut den Schulen aufgebürdet wurde. Wer kommt, wer nicht?

Von Ronald Klee

Rubriklistenbild: © Kracke

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