Dritter Fall bestätigt

Corona im Kreis Verden: Urlauber nach Rückkehr aus Risikogebiet positiv getestet

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Beim Landkreis Verden wird gegenwärtig in einem ausgedienten Container ein Testzentrum eingerichtet, dem Hausärzte Corona-Verdachtsfälle zuführen können.

Im Landkreis Verden sind drei Corona-Fälle bestätigt. Der Virus wurde zuerst bei einem Ehepaar aus dem Nordkreis nachgewiesen, am Mittwoch kam ein dritter Patient hinzu, der zuvor in einem Risikogebiet Urlaub gemacht hatte.

Update vom 11. März: Der Landkreis Verden hat am Mittwoch einen dritten am Coronavirus erkrankten Patienten gemeldet. Das bestätigte auf Nachfrage Amtsärztin Jutta Dreyer. Der Betroffene sei aus dem Urlaub in einem Risikogebiet zurückgekehrt und habe erkältungsähnliche Anzeichen offenbart. Ein sogenannter Rachenabstrich brachte Gewissheit. Der Betroffene zeige gegenwärtig nur leichte Krankheitssymptome, sodass er in häuslicher Quarantäne verbleibe.

Auch in diesem Falle handele es sich um eine Person aus dem Nordkreis Verden. Die Behörden ermitteln zurzeit intensiv die möglichen Kontaktpersonen. Der am Mittwoch bekannt gewordene Fall sei separat zu werten und habe nichts mit dem erkrankten Ehepaar zu tun, das sich seit Dienstag in häuslicher Quarantäne aufhalte, erklärte die Amtsärztin weiter: „Sie befanden sich nicht auf gemeinsamer Urlaubsreise.“

Unklar zunächst noch, ob darüber hinaus Verdachtsfälle in der Region vorliegen. Auszuschließen sei das nicht. Hausärzte seien weiterhin die ersten Ansprechpartner, sie führten auch die Beprobung der infrage kommenden Personen durch. Ab voraussichtlich dem Wochenende sollen die Rachenabstriche ausschließlich im Coronavirus-Testcenter des Landkreises Verden auf dem Kreishaus-Gelände in Verden durchgeführt. Es werde gegenwärtig eingerichtet.

Coronavirus im Landkreis Verden: Ehepaar war in Italien

Originalartikel vom 10. März: Verden - Die Eheleute seien Sonntag aus dem Skiurlaub in Italien zurückgekehrt und klagten über Erkältungssymptome. Am Montagfrüh begaben sie sich in ärztliche Behandlung. Der Hausarzt nahm einen Rachenabstrich vor, die Probe wurde am Dienstagvormittag von einem Labor als Coronavirus bestätigt.

Beide Personen zeigen nach Angaben der Behörden zurzeit nur leichte Krankheitssymptome, so dass sie sich in häuslicher Quarantäne befinden. Das Gesundheitsamt ermittelt zunächst intensiv die möglichen Kontaktpersonen der Erkrankten. Nach gegenwärtiger Erkenntnis waren die betroffenen Eheleute nach ihrer Rückkehr aus dem Urlaub mit keinerlei Personen zusammengetroffen. Amtsärztin Dreyer: „Beide haben vorbildlich reagiert. Sie waren aus einem Risikogebiet zurückgekehrt, das ist ihnen bewusst, sie haben jeden persönlichen Kontakt vermieden. Alles lief nur noch telefonisch ab.“

Weitere Corona-Fälle im Landkreis möglich

Gleichwohl überprüfe man das Umfeld der Patienten, um mögliche Infektionsketten zu unterbinden und eine weitere Verbreitung des Coronavirus vor Ort zu verhindern. Es sei nicht auszuschließen, dass es weitere Fälle im Landkreis gebe, aber es gebe auch keinen Grund zur Panik, so die Amtsärztin.

Keine näheren Auskünfte zum erkrankten Paar

Das Ehepaar hatte einen einwöchigen Skiurlaub in Norditalien verbracht, ehe es am Sonntag die Rückreise antrat. Nach der zwölfstündigen Autofahrt hätten sich die Symptome einer leichten Erkältung eingestellt. Unklar noch, ob die Betroffenen unterwegs in Kontakt mit anderen Menschen traten. „Es geht nicht ohne Raststätten-Aufenthalte“, sagt Jutta Dreyer. Allerdings könne eine Übertragung nur „Face to Face und nach einer Mindestzeit von 15 Minuten erfolgen“. Klartext: Ein Toilettenaufenthalt reiche dazu nicht aus. Ob auch Restaurantbesuche mit längerer Aufenthaltsdauer vorlagen, müsse noch überprüft werden. Die Eheleute werden als Personen „mittleren Alters“ beschrieben. Nähere Auskünfte etwa zur Eingrenzung des Wohnorts der Betroffenen könne sie aus Gründen des Datenschutzes und zum Schutz der Patienten nicht geben, erklärt Dreyer auf Nachfrage.

Hausarzt nimmt Proben unter Vollschutz

Auch der konsultierte Hausarzt habe richtig reagiert. Er habe die Patienten nicht in die Praxis gebeten, sondern sei zu ihnen gefahren und habe vor Ort und unter Vollschutz die Proben genommen, die sofort den Weg ins Labor antraten. „Das ging alles sehr rasch“, so Landrat Bohlmann. Künftig allerdings sei nicht mehr mit einer so schnellen Klärung zu rechnen. „Wir müssen wegen der starken Belastung der Labore von drei Tagen ausgehen“, sagt Dreyer. Eine einzige Analyse dauere zweieinhalb Stunden, für die Gegenprobe seien nochmals zweieinhalb Stunden anzusetzen. „Nur damit lässt sich das Virus eindeutig und seriös nachweisen – oder eben ausschließen.“ Allerdings verstreiche die Zeit nicht ungenutzt. „Es werden vorab bereits Informationen über mögliche Kontaktpersonen eingeholt.“

Landkreis richtet Testzentrum ein

Der Hausarzt sei auch weiterhin erster Ansprechpartner im Fall auftretender Symptome. Darunter fallen Rückkehr aus Risikogebieten oder Kontakt mit betroffenen Personen, beides in Verbindung mit Erkältungs-Anzeichen. Auch eine atypische Lungenentzündung komme in Frage. Um die Hausärzte zu unterstützen, richtet der Landkreis ein Testzentrum für Corona-Verdachtsfälle ein. Dafür stehe ein Container auf dem Landkreis-Gelände in Verden zur Verfügung, so Landrat Bohlmann. Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung soll die Anlaufstelle „möglichst noch zum Wochenende“ in Betrieb gehen. Allerdings werden hier Proben nur bei Personenkreisen vorgenommen, die von ihrem Hausarzt als Verdachtsfall eingestuft seien. Jutta Dreyer: „Das geht ausdrücklich nur auf Ticket des Arztes.“

Wegen des Coronavirus wurde letzte Woche bereits eine Veranstaltung des Doz20 abgesagt

Aufgrund des herrschenden Mangels an Desinfektionsmittel haben die Apotheken damit begonnen, es selbst herzustellen. 

Aus der Aller-Weser-Klinik wurde bereits mehrmals Desinfektionsmittel und Masken geklaut

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