Verlorener Sonntag

Corona im Kreis Verden: Ab Donnerstag drohen Verschärfungen

Schild vor Gesundheitsamt.
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Von Entwarnung keine Spur: Das Impfzentrum ist zwar Geschichte, im Gesundheitsamt des Landkreises gelten angesichts zweistellige Infektionszahlen weiterhin Vorsichtsmaßnahmen.

Verden/Achim – Klang nach Atempause. Am Sonntag unterschritt der Landkreis Verden wie berichtet die 50er-Marke bei der Inzidenz. Also doch keine schnelle Verfügung zu nächsten Corona-Beschränkungen im Landkreis Verden, wie Landrat Peter Bohlmann vergangene Woche noch orakelte? Leider doch.

„Die Sonntage zählen nicht mit“, beendet der Pressesprecher der Kreisverwaltung, Ulf Neumann, die Hoffnung auf ein längerfristiges Leben mit größtmöglichen Lockerungen. Schon für den kommenden Donnerstag droht eine nächste Verfügung. Und gar nicht mal so unwahrscheinlich, dass sie tatsächlich kommt.

Alle Augen sind auf den heutigen Dienstag gerichtet. Liegt der Wert erneut über der Schwelle von 50, dann ist es passiert. „Dann wären die fünf aufeinander folgenden Werktage erreicht, die laut Landesverordnung die Basis für die Entscheidung in den Regionen darstellt und zu neuen Beschränkungen führt“, sagt Neumann. Klartext: Die Nachweispflicht, die bis einschließlich vergangenen Donnerstag für genesene, geimpfte oder getestete Besucher etwa der Gastronomie oder der Friseursalons galt, sie kehrt bereits nach einer Woche zurück.

Corona im Landkreis Verden: Die Inzidenz steigt

Zurzeit stehen die Vorzeichen auf Verschärfung. „Die Inzidenz in Deutschland ist inzwischen auf über 100 gestiegen“, sagt Neumann, „es würde überraschen, schlüge die Infektionswelle einen Bogen um den Landkreis Verden.“ Eine Entscheidung auf schmalem Grat. An den vergangenen Tagen dümpelte der Wert für den Raum zwischen Ottersberg und Dörverden um die 50 herum, meist darüber, am Sonntag allerdings mit 49,4 auch mal darunter. Generell bewertet Neumann die Lage als deutlich entspannter als noch vor einem Jahr.

Verändert hat sich auch das Bild bei den Neuinfektionen. Waren vor einem Jahr besonders die Senioren betroffen, die Alteneinrichtungen, oft auch die Behinderteneinrichtungen, so mache sich jetzt der Impftrend bemerkbar. „Die höchsten Schutzquoten verzeichnen wir bei den Personenkreisen über 70. Selbst wenn es hier zu einem Impfdurchbruch kommt, wie es jüngst in einem Altenheim im Nordkreis der Fall war, ist die Chance auf einen abgeschwächten Verlauf groß. Im Nordkreisfall etwa konnte schon vier Tage nach bestätigter Infektion wieder Entwarnung gegeben werden.“

Mögen die Infektionszahlen aktuell meist zweistellig im Kreis Verden ausfallen, deutliche Schwerpunkte lassen sich nicht ausmachen. „Die Einschläge kommen ohne echte Vorwarnung“, sagt Neumann. Es treffe weiterhin Familien, und zwar ganze Familien vom jüngsten Enkel bis zum Senior, und das alles mit bestätigten Neu-Infektionen über mehrere Tage, manchmal mehr als eine Woche hinweg. „Wir haben es zu 90 Prozent mit der aggressiven Delta-Variante zu tun. Sie ist hochansteckend, wer in die Reichweite Infizierter kommt, ist zumeist irgendwann auch selbst betroffen.“

„Die Einschläge kommen ohne echte Vorwarnung“

Ulf Neumann, Pressesprecher der Kreisverwaltung

Wenn überhaupt eine Personengruppe überproportional betroffen sei, so Neumann, dann die der Reiserückkehrer. Urlaubs-Risikoländer, Menschenansammlungen auf Flughäfen oder Bahnhöfen, geringe Abstände, das sei eine Mischung, die dem Virus eine ideale Verbreitung gestatte. Wer aus einem Hochrisikogebiet zurückkehre oder aus einem sogenannten Virus-Variantengebiet, habe sich im Gesundheitsamt zu melden. Eine ganze Reihe Ziele gehöre dazu, Kroatien zum Beispiel, Großbritannien, die USA, Russland und die Türkei.

Zum Eindämmen der Pandemie habe die Impfung deutlich beigetragen. „Kann ich jedem nur empfehlen, auch zur eigenen Sicherheit“, sagt Neumann. Allerdings mache sich bemerkbar, das Impfangebot sei höherschwelliger geworden. „Einfach ins Impfzentrum zu kommen und sich eine Spitze geben zu lassen, das ist seit einigen Wochen vorbei.“ Wer jetzt auf Nummer sicher gehen wolle, müsse einen Termin beim Hausarzt vereinbaren. Die mobilen Impfteams, die aus der seinerzeitigen Kampagne übrig geblieben waren, sie sind in Sachen Dritt-Impfung in den Seniorenheimen unterwegs.

Das Wichtigste aus dem Landkreis Verden: Immer samstags um 7:30 Uhr in Ihr Mail-Postfach – jetzt kostenlos anmelden.

Sollte es wegen der Inzidenzwerte zu neuen Beschränkungen kommen, hätten sich Besucher von Innengastronomie, Hotels oder Zusammenkünften von 25 bis 1000 Besuchern wieder auf eine Nachweispflicht einzustellen. Das gelte unter anderem auch für den Friseurbesuch oder den Gang ins Kosmetik-, Massage- oder Tattoo-Studio. Gastronomen, Veranstaltern und Dienstleistern bleibt es gemäß Corona-Verordnung weiterhin freigestellt, ob sie den Zutritt beispielsweise zu Lokalen, Hallenbädern oder Kultureinrichtungen auf vollständig Geimpfte und Genesene beschränken (2G-Regel). Neben dem Wegfall der Maskenpflicht würde die 2G-Regel auch eine höhere Platzausnutzung ermöglichen.

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