Landkreis verfügt Ende der 3G-Regel

Corona-Lage in Verden: Kaum gelockert, schon gestiegen

Mund-Nasen-Schutz in Schule.
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Die Maske bleibt, die 3G-Regel fällt: Ab heute gelten Lockerungen im Kreis Verden.

Verden/Achim – Die Lockerungen, die der Landkreis Verden wie berichtet ab dem heutigen Freitag verfügt, sie fallen mikroskopisch aus. So viel steht fest. Bestes Beispiel ist die Nachweispflicht, die für Geimpfte, Genesene und Getestete beim Betreten von Friseursalons oder gastronomischen Betrieben künftig entfällt. Klingt klar, ist aber längst verwässert.

Ob diese Pflicht noch konsequent und durchgängig kontrolliert wurde, darauf will lieber niemand eine Antwort geben. Und dann wäre da noch die Frage, wie lange überhaupt die Lockerungen anhalten. Gestern zumindest lag der Landkreis Verden bei der Inzidenz schon wieder über der neuralgischen Marke von 50. Die Region zwischen Ottersberg und Dörverden befindet sich damit in guter Gesellschaft mit dem Land Niedersachsen, das gestern einen Wert von 54,4 bekanntgab, eine Steigerung um knapp vier Personen je 100 000 Einwohner innerhalb von 24 Stunden.

Landrat Peter Bohlmann schwante schon bei der Veröffentlichung der Lockerungen nichts Gutes. „Die Entwicklung ist erstmal erfreulich. Der Landkreis Verden zählt damit nun auch wieder zu den Landkreisen, in denen weder eine Warnstufe noch eine Inzidenzstufe von über 50 gilt“, erklärte Bohlmann. Allerdings mutmaßte er bereits, es sei nicht unwahrscheinlich, dass mit dem Ende der Herbstferien und dem Beginn der kühleren Jahreszeit die Zahl der Neuinfektionen schon bald steigen werde. Dann käme die 3G-Regel zurück. Tatsächlich führte das Landesgesundheitsamt den Raum Verden gestern schon wieder in hellgelber Farbe, sprich: von einer ersten Warnstufe noch ein Stück entfernt, aber sozusagen schon wieder unter Beobachtung.

Allerdings ist es nicht nur der Leitindikator Inzidenz, der in der komplizierten Mathematik für kommende Beschränkungen steigende Zahlen aufweist, es ist auch die sogenannte Hospitalisierung. Bei 2,4 lag der landesweite Wert gestern, am Vortag war es noch 2,3. Eine erste Warnstufe würde zwar erst bei sechs Klinikaufenthalten pro 100 000 Einwohnern erreicht, weit weg also, aber beispielsweise im nahen Bremerhaven liegt dieser Wert bereits bei 7,93. Leichte Entwarnung meldet das Landesgesundheitsamt lediglich beim Leitindikator Intensivbetten-Belegung. Der Wert ging gestern um 0,2 Punkte auf 3,6 Prozent zurück, eine erste Warnstufe würde bei fünf Prozent ausgelöst.

Der aktuelle Wegfall der 3G-Regel im Kreis Verden bedeutet nach Verwaltungsangaben, dass es für den Besuch von Gaststätten, Bars und Restaurants im Bereich der Innengastronomie wie auch für Übernachtungen in Hotels und Pensionen keines Nachweises mehr bedarf, ob man geimpft genesen oder getestet ist. Diese Befreiung gilt auch für die Teilnahme an Sitzungen, Zusammenkünften und Veranstaltungen mit mehr als 25 und bis zu 1 000 Personen in geschlossenen Räumen, außerdem für Besuche in Theatern, Kinos oder ähnlichen Kultureinrichtungen, in Freizeitparks sowie von Spielhallen, Spielbanken und Wettannahmestellen.

Auch für die Nutzung von Sporthallen sowie für körpernahe Dienstleistungen wie dem Friseurbesuch oder dem Gang ins Kosmetik-, Massage- oder Tattoo-Studio ist ab Freitag keine 3G-Regel mehr gesetzlich vorgeschrieben. Gastronomen, Veranstaltern und Dienstleistern bleibt es gemäß Corona-Verordnung jedoch freigestellt, ob sie den Zutritt beispielsweise zu Lokalen, Hallenbädern oder Kultureinrichtungen auf vollständig Geimpfte und Genesene beschränken (2G-Regel). Neben dem Wegfall der Maskenpflicht würde die 2G-Regel auch eine höhere Platzausnutzung ermöglichen.

Mit dem Wegfall der 3G-Regel entfällt allerdings nicht die Pflicht zum Tragen einer medizinischen Mund-Nasen-Bedeckung in geschlossenen Räumen, etwa in Geschäften, öffentlichen Einrichtungen, auf Veranstaltungen und im öffentlichen Nahverkehr. Außerdem gilt weiterhin, soweit einhaltbar, das Abstandsgebot. In einigen Bereichen gilt nach wie vor die Pflicht zur Erfassung der Kontaktdaten.

Die bestehenden Regelungen sind auch auf der Internetseite des Landkreises unter www.landkreis-verden.de/coronaverordnungen abrufbar.

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