Neue Corona-Regeln im Salon

Verdener Friseure bereiten sich auf Öffnung vor: Telefone klingeln Sturm

Verden – Seit dem Corona-Lockdown Mitte Dezember hat sich Chaos auf einigen Köpfen breitgemacht. Doch Rettung für die Haarpracht ist in Sicht: Ab Montag, 1. März, dürfen die Friseursalons ihre Türen für Kunden wieder öffnen – knapp zwei Monate später als eigentlich von der Regierung vorhergesagt. Seit der Bekanntgabe dieser lang ersehnten Lockerung und den damit verbundenen neuen Regeln sind die Telefone in den Salons geschaltet – und die Drähte laufen vor lauter Anfragen regelrecht heiß.

  • Friseure in Niedersachsen dürfen ab dem 1. März wieder öffnen
  • Begehrte Termine: Die Telefone stehen nicht still
  • Neue Corona-Regeln gelten im Friseursalon

„Wir nehmen seit der dritten Februarwoche Termine entgegen“, berichtet Alexandra Friesen, Leiterin des Salons Trend Hair in der Verdener Fußgängerzone. Von montags bis freitags, zwischen 16 und 19 Uhr, sei dafür ein Telefon besetzt, doch auch außerhalb dieser Zeiten meldeten sich reihenweise Kunden. Sie geben sich quasi nicht die Klinke, sondern die Leitung in die Hand. „Wir versuchen jeden zurückzurufen, aber das ist gar nicht so einfach“, sagt Friesen.

Stellen sich auf Überstunden ein: Alexandra Friesen, Trend Hair, mit Kollegin Kristina Urivskaja.

„Freie Tage wird es bei uns erst mal nicht geben“, fügt die Saloninhaberin mit einem Lachen hinzu. „Schon jetzt planen wir über unsere eigentlichen Öffnungszeiten hinaus Termine. Gerade die ersten März-Wochen über wird hier Ausnahmezustand herrschen“, prognostiziert Friesen. Bis jetzt sei bereits die gesamte erste März-Woche ausgebucht. „In der zweiten sind nur noch ein paar Termine frei. Wenn jemand da einen Haarschnitt haben möchte, kommt es ganz darauf an, was genau gemacht werden soll“, erklärt Friesen.

Friseure sind dankbar nach langem Lockdown öffnen zu dürfen

Trotz der regelrechten Welle an Anfragen freut sich die Friseurin, wieder etwas zu tun zu haben und öffnen zu dürfen. „Alle meine Mitarbeiter kann ich endlich aus der Kurzarbeit holen. Leider haben wir die Zeit des Lockdowns über große finanzielle Einbußen gehabt“, fügt sie hinzu.

Ab dem 1. März dürfen sich zehn Leute gleichzeitig im Salon aufhalten, fünf Mitarbeiter und fünf Kunden. „Das ist wegen der neuen Regeln so. Die alten, also die Pflicht zum Tragen eines medizinischen Mund-Nasen-Schutzes, das Waschen der Haare bei jedem und Abstand halten, gelten weiterhin.“

Ab dem 1. März kann Jens Müller (2.v.l.) endlich sein Team aus der Kurzarbeit zurück und in seinen Friseursalon an der Oberen Straße 1 holen. ArchivfotOs: Hustedt

„Das Telefon klingelt Sturm“, berichtet Jens Müller, Inhaber des gleichnamigen Friseursalons an der Oberen Straße, und pflichtet Friesen bei. „Rund um die Uhr rufen unsere Kunden an und alle wollen einen Termin am 1. oder 2. März.“ Im Schnitt kümmern sich Müller und sein Team um 1. 000 Frisuren im Monat. „Innerhalb eines Tages war bei uns die erste Woche im März komplett ausgebucht“, berichtet er vom ersten großen Ansturm am vergangenen Montag, kurz nach der Bekanntgabe der Lockerung. „Der früheste Termin, den ich jetzt noch jemandem anbieten könnte, ist in der dritten März-Woche. Das kommt aber darauf an, was gemacht werden soll. Die zweite ist auch komplett dicht.“

Friseur sieht die neuen Corona-Regeln skeptisch

Mittlerweile habe sich die Lage etwas beruhigt. „Das Telefon klingelt zwar noch oft, aber nicht mehr Sturm“, berichtet Müller. Preise und Öffnungszeiten blieben laut dem Saloninhaber zum Neustart erst mal gleich. „Nur sonnabends werden wir etwas länger arbeiten.“ Auf die neuen Regeln, die Anzahl an Leuten betreffend, die sich gleichzeitig auf zehn Quadratmetern aufhalten dürfen, schaut er skeptisch. „Irgendwie ist man sich da nicht einig. Dort heißt es, zwei sind erlaubt und anderswo, dass nur eine Person in Ordnung ist. Da werden wir abwarten müssen. Ich bin gespannt.“

Derzeit geht er davon aus, dass sich neben fünf seiner Mitarbeiterinnen und einer Rezeptionistin fünf bis sechs Kunden gleichzeitig im Laden aufhalten dürfen. „So oder so hole ich auf jeden Fall alle aus der Kurzarbeit raus“, versichert er. Wenn auch verspätet, freut sich Müller sehr, wieder öffnen zu dürfen. „Das tut der Branche definitiv gut.“

Rubriklistenbild: © Lisa Hustedt

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