Virus breitet sich aus

20 Corona-Fälle: Erster Infizierter in Klinik verlegt

Abstand besonders wichtig: Hinweis in einem Verdener Eiscafé. Foto: Preuss

Die Lage um den Coronavirus spitzt sich im Landkreis Verden zu. Sechs weitere Covid-19-Fälle sind mit Stand von Mittwoch bestätigt. Damit erhöht sich die Gesamtzahl kreisweit auf 20. Erstmals musste sich ein Betroffener ins Krankenhaus begeben. Gleichzeitig konkretisiert die Kreisverwaltung die Maßnahmen für Restaurants, Hotels und Pensionen. Gewerbetreibende klagen inzwischen über massive finanzielle Einbußen.

Verden/Achim – Die Zahl der Corona-Infizierten steigt kräftig an, die Ursache ist immer dieselbe. Alle sechs Neufälle sind nach Angaben der Kreisverwaltung Rückkehrer aus einem Skigebiet. Auch dieses halbe Dutzend Infizierter stammt wie alle anderen Betroffenen aus dem Nordkreis. Nähere Angaben zu deren Wohnort wolle man weiterhin nicht geben, heißt es aus dem Gesundheitsamt. Bei den neu positiv getesteten Menschen handelt es sich um drei Männer und drei Frauen, darunter erstmals ein Minderjähriger, er im Alter von 17 Jahren. Alle Personen befinden sich in häuslicher Quarantäne, sie weisen einen den Umständen entsprechend stabilen Gesundheitszustand auf.

Ein Betroffener, der in der vergangenen Woche positiv auf Corona getestet wurde und zunächst die Tage in häuslichem Umfeld verbrachte, ist gestern ins Krankenhaus verlegt worden. Nähere Informationen zu seinem Gesundheitszustand liegen nicht vor, heißt es aus dem Gesundheitsamt. Die Aller-Weser-Klinik hatte sich mit ihren Häusern in Achim und Verden seit Wochenbeginn mit einer Reihe Maßnahmen auf diesen Fall der Fälle vorbereitet. Im Heidekreis ist gestern ein zweiter Corona-Fall bekannt geben worden. Betroffen sei ein Kind, die Infektionskette sei noch ungeklärt.

Corona: "Keine Personen zu touristischen Zwecken zu beherbergen"

Sie radelten gestern gut gelaunt durch Verden. Sonnige Tage, angenehme Temperaturen, Sack und Pack auf den Drahtesel geschnürt. Der Weserradweg lockt, einer der beliebtesten Radwege der Republik startet in die Saison. Mehrere Gruppen und Einzelurlauber kurvten in den frühen Nachmittagsstunden über Nord- und Südbrücke in die Stadt. Ihnen droht auf der Suche nach Schlafmöglichkeiten ein böses Erwachen. Landrat Peter Bohlmann konkretisierte gestern noch einmal die Allgemeinverfügung für Übernachtungen. Seine Kernaussage: „Betreibern von Beherbergungsstätten und vergleichbaren Angeboten, Hotels, Campingplätzen, Wohnmobilstellplätzen sowie privaten und gewerblichen Vermietern von Ferienwohnungen, von Ferienzimmern, von Übernachtungs- und Schlafgelegenheiten und vergleichbaren Angeboten ist es untersagt, Personen zu touristischen Zwecken zu beherbergen. Dies gilt auch für Betreiber von Kureinrichtungen und präventiven Reha-Einrichtungen.“ Bereits beherbergte Personen müssen ihre Rückreise möglichst bis zum 19. März, bis zum heutigen Donnerstag also, spätestens bis zum kommenden Mittwoch, 25. März, vornehmen, heißt es in den Ausführungen.

Einschränkungen für Restaurants und Gaststätten

Auf weitere Einschränkungen haben sich auch Restaurants und Gaststätten einzustellen, die täglich in der Zeit von 6 bis 18 Uhr geöffnet haben dürfen. Das Risiko sei durch Reglementierung der Besucherzahl und durch Hygienemaßnahmen und -hinweise zu minimieren, teilt die Kreisverwaltung mit. Bohlmann: „Die Plätze für die Gäste müssen so angeordnet werden, dass ein Abstand von mindestens zwei Metern zwischen den Tischen gewährleistet ist und die Gäste zueinander einen ausreichenden Abstand halten.“

Erstmals setzt sich die Verwaltung mit der finanziellen Seite der Pandemie auseinander. Bei vielen Gewerbetreibenden führt der Coronavirus zu erheblichen finanziellen Einbußen, heißt es in der Mitteilung. Das Gesundheitsamt Verden weist aufgrund einer Vielzahl eingegangener Fragen darauf hin, dass von der Bundesregierung Hilfen zugesagt wurden. Genaue Regelungen hierzu stünden noch aus. Amtsärztin Jutta Dreyer: „Bitte warten Sie auf weitere Informationen der Regierung und wenden Sie sich an Ihre Fachverbände. Das Gesundheitsamt kann dazu leider derzeit keine Auskünfte geben und bittet, aufgrund des hohen Arbeitsaufkommens von diesbezüglichen Fragen abzusehen.“

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