Corona-App scheidet die Geister

Installation nicht möglich: Auch wenn Claus Neumann will, hat er keine Chance, die Corona-Warn-App auf sein Handy zu laden. 
Fotos: kommnick
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Installation nicht möglich: Auch wenn Claus Neumann will, hat er keine Chance, die Corona-Warn-App auf sein Handy zu laden. Fotos: kommnick

Die Corona-App ist auf über zwölf Millionen Handys in Deutschland installiert. Eine Studie der Oxford Universität ergab, dass mindestens 15 Prozent der Bevölkerung die Anwendung nutzen müssten, damit sich eine Wirkung zeigt – bei 60 Prozent könne die Pandemie sogar gestoppt werden. Was denken die Menschen in Verden über die Corona-Warn-App?

Verden – Die Meinungen gehen weit auseinander, doch sie ist derzeit in aller Munde: die Corona-Warn-App. Genauso unterschiedlich wie die Ansichten sind auch die Beweggründe für oder gegen eine Installation der Anwendung auf dem Handy. Die Bundesregierung schreibt auf ihrer Internetseite: „Die Corona-Warn-App hilft uns festzustellen, ob wir in Kontakt mit einer infizierten Person geraten sind und daraus ein Ansteckungsrisiko entstehen kann. So können wir Infektionsketten schneller unterbrechen. Download und Nutzung der App sind vollkommen freiwillig.“

Mounia Hamza ist Friseurin in Verden. Sie nutzt die App nicht und erklärt: „Wir arbeiten ohnehin schon unter den strengsten Hygieneregeln, eine App würde uns im Betrieb nicht weiterhelfen.“ Privat komme es darauf an, Rücksicht zu nehmen: „Im Digitalen vergessen die Leute oft, aneinander zu denken. Mir ist es lieber, wenn wir auf unsere Mitmenschen achten und Abstand halten, als uns die ganze Zeit nur auf die App zu verlassen und dabei die Realität zu vergessen.“ Sie ergänzt: „Es wird viele Fälle geben, in denen der Corona-Infizierte keine Corona-App auf dem Handy hat. Dann bringt uns das alles nichts.“

Hamzas Kollegin Alexandra Friesen hat die App ebenfalls nicht installiert: „Die App soll die Risikogruppe schützen, zu der viele ältere Menschen gehören. Oft verfügen diese Menschen nicht über die nötige Technik, obwohl sie den Schutz am meisten brauchen.“

Das Problem kennt auch Claus Neumann: „Ich würde die App gerne installieren, aber auf meinem Tastenhandy ist das nicht möglich. Aber meine Frau und ich sind die meiste Zeit gemeinsam unterwegs und sie hat die App installiert. Auch zu zweit funktioniert das sehr gut.“ Wichtig sei ihm, dass so viele mitmachen wie möglich.

Gerd Borchart und seine Frau sind ebenfalls von der App überzeugt, auch wenn das Ehepaar noch keinen konkreten Anlass für die Installation sah: „Hier vor Ort können wir die Schutz-Maßnahmen auch ohne App gut umsetzten und den Abstand einhalten. Wenn wir in den Urlaub fahren oder an Orte mit vielen Menschen, würden wir die App nutzen“, so Borchart.

Giuseppe Musumarra sieht die App kritisch: „Auch wenn die Anwendung anonym ist, habe ich Bedenken, dass Datenschutz irgendwann doch noch ein Problem werden könnte. Ich halte die App momentan für einen kleinen Versuch, die Corona-Krise besser in den Griff zu bekommen, mehr sehe ich da aber auch noch lange nicht.“

Nicole Lüneberg hat seit gestern die Corona-App installiert: „Erst wollte ich nicht, aber meine Eltern hatten mich darum gebeten. Aus Rücksicht mache ich das gerne, aber ich bin gespannt, ob das etwas bringt.“

Von Bjarne Kommnick

Keine App: Mounia Hamza und Alexandra Friesen achten lieber auf ihre Mitmenschen als auf ihr Handy.
Gerd Borchart.
Giuseppe Musumarra.

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