Ärztlicher Direktor zur aktuellen Lage

Corona in den Aller-Weser-Kliniken: Kosten für Mundschutz um das 7.500-fache gestiegen

Der Krankenwagen wird bei schweren Verläufen der Corona-Erkrankung häufig benötigt. Fotos: Hustedt
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Der Krankenwagen wird bei schweren Verläufen der Corona-Erkrankung häufig benötigt.

Verden - Vor exakt zehn Wochen, am 10. März, wurde im Landkreis Verden der allererste Corona-Infizierte gemeldet. Seitdem steigt die Zahl der Menschen, die bereits positiv auf das neuartige Virus getestet wurden, kontinuierlich an. Insgesamt 134 Personen haben sich bis heute, Dienstag, 12. Mai, angesteckt. Seit der letzten Meldung des Landkreises vom vergangenen Freitag kamen drei Neuinfektionen hinzu (siehe Grafik rechts). Bei den Neuerkrankten handelt es sich um eine Frau aus dem Südkreis und zwei Männer aus dem Nordkreis. 115 Menschen sind inzwischen wieder genesen und konnten aus der häuslichen Quarantäne entlassen werden. Zwei Patienten werden stationär behandelt.

Mittlerweile hat sich die Zahl der Personen, die noch akut mit Covid-19 infiziert sind, auf einem weitestgehend stabilen Niveau, auf knapp unter 20 Fälle eingependelt. Doch ein Ende der Neuinfektionen ist noch nicht in Sicht. Insbesondere jetzt, wo das Land eine weitere Reihe von Lockerungen beschlossen hat und viele Wiedereröffnungen in den nächsten Wochen anstehen.

Wir haben mit Dr. Peter Ahrens, dem Ärztlichen Direktor der Aller-Weser-Kliniken in Verden und Achim gesprochen, und ihn zur Corona-Situation in den Krankenhäusern seit Beginn des Lockdowns befragt. Im Gespräch erläutert er, wie er die aktuelle Lage einschätzt und ob er denkt, dass sich die Kliniken auf eine zweite Infektions-Welle einstellen müssen.

Aller-Weser-Klinik Verden stellt sich auf „“-Szenario ein

„Dank der hervorragenden Zusammenarbeit zwischen dem Katastrophenstab des Landkreises und den Krankenhäusern, waren wir zu Beginn der Kontaktsperre innerhalb von drei Wochen auf eine Situation vorbereitet, die so vorher noch nie da gewesen ist“, berichtet Ahrens. Man habe sich auf das „Worst-case“-Szenario eingestellt, und sich immer wieder gefragt, „was können wir leisten, wenn wir eine große Anzahl an Covid-19-Patienten gleichzeitig versorgen müssen?“. „Denn selbstverständlich muss trotz Krise zu jedem gegebenen Zeitpunkt auch die Sicherheit der Mitarbeiter und die der anderen Patienten gegeben sein“, betont Ahrens.

Dr. Peter Ahrens ist der Ärztliche Direktor der Klinik. Er appelliert an die Menschen, trotz Mundschutz weiterhin Abstand zu halten, um sich nicht gegenseitig anzustecken.

Das sei dem Team der Kliniken voll und ganz gelungen. „Wir haben alles auf den Prüfstand gestellt. Sämtliche Entscheidungen, die wir getroffen haben, waren begründet und nichts, was wir gemacht haben unsinnig“, blickt Ahrens zufrieden zurück.

Kosten für Mundschutz steigen um das 7.500-fache

23 Corona-Patienten wurden bis jetzt insgesamt in der Aller-Weser-Klinik in Verden behandelt. Drei davon sind verstorben, darunter ein älteres Ehepaar aus dem Landkreis Diepholz. „Wir haben hier in Verden vergleichsweise niedrige Zahlen“, so der Ärztliche Direktor. Trotzdem seien wie andernorts auch die Kosten durch die Covid-19-Patienten erheblich gestiegen. „Allein die Kosten für den Mundschutz sind um das 7.500-fache gestiegen“, zeigt Ahrens auf. Das sei einerseits der Fall, weil die Stückpreise erheblich gestiegen sind und andererseits viel mehr Masken in kürzerer Zeit benötigt werden. „Es gab einige Wochen, da wurde es echt knapp, auch mit dem Desinfektionsmittel“, gibt Ahrens zu. Mittlerweile allerdings seien die Kliniken wieder super aufgestellt und es gebe keine Engpässe mehr.

Lesen Sie auch: Unseren Live-Ticker zur Corona-Krise im Landkreis Verden

Auch der reguläreOP-Betrieb werde langsam wieder aufgenommen. Ahrens: „Trotz der Lockerungen, die wir jetzt umsetzen, werden die Dinge aber auf keinen Fall in ein paar Wochen wieder so wie vor Corona sein. Es wird nichts mehr so sein wie vorher.“

Corona-Fallzahlen im Landkreis Verden: Zahlen werden wieder steigen

Der Ärztliche Direktor rechnet damit, dass dieCorona-Fallzahlen wieder stark ansteigen werden. „Sollte eine zweite Welle kommen, sind wir darauf vorbereitet. Unsere Isolierstation hier in Verden ist zwar klein, aber wir können sie jederzeit erweitern. Die Pläne dazu liegen in meiner Schublade, stets griffbereit.“ Damit die aber gar nicht erst zum Einsatz kommen, erinnert Ahrens noch einmal an die Abstandsregeln und Hygienevorschriften. Ein Mundschutz sei zwar schön und gut, aber „der Abstand ist das Entscheidende“.

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