Mehr Grün an der Claus-Ruge-Straße

Rat schlägt Pflöcke für Bäume ein

Blick in die Claus-Ruge-Straße
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Blick in die Claus-Ruge-Straße: Die Bäume sollen an der rechten Seite, in Richtung Gerichtsgebäude, gepflanzt werden. Der Rat hat sich dafür ausgesprochen.

Schotter, Staub und unansehnlich: Doch nun soll in der Claus-Ruge-Straße in Verden, dem Einfallstor in die Stadt, endlich was passieren. Mehr Bäume und ein Weg für Fußgänger. Der Stadtrat gab nach länger Diskussion seine endgültige Zustimmung. Im Fachausschuss war die Vorlage noch durchgefallen. Und auch die Domweih ist nicht in Gefahr.

Verden - Lang, aber betont sachlich, und am Ende ein Beschluss ohne Gegenstimme: Die Bäume an der Claus-Ruge-Straße, zwischen Amtsgericht und Nordertor, werden gepflanzt. Der Stadtrat machte in seiner Sitzung am Mittwochabend zu später Stunde einen Haken an die Beschlussvorlage der Verwaltung: 26 Ja-Stimmen bei drei Enthaltungen, so das Ergebnis.

Emotionen rund um Verdens mit zahlreichen Makeln behaftetes Einfallstor waren im Vorfeld durchaus im Spiel, weil fast alle Beteiligten ihre ganz persönlichen Erfahrungen beisteuern konnten. Verden habe sehr viel mehr zu bieten, als diesen Platz, eröffnete Michael Otten (SPD) den Raum für Diskussionen. „Da muss etwas passieren“, betonte er. Dass es über das Wie unterschiedliche Ansichten gebe, sei legitim. „Ich sehe Bäume und den Weg als einen ersten Schritt“, so Otten.

Emotionen rund um Verdens mit zahlreichen Makeln behaftetes Einfallstor

Henning Wittboldt-Müller (FDP) hatte mit seinem Antrag, einen Weg zwischen Gericht und Nordertor, begleitet von einer Baumreihe, zu schaffen, den Stein ins Rollen gebracht. Der Ratsherr kramte in seinen Erinnerungen, belegte mit Daten und Fakten, dass die Auseinandersetzung um den „Schandfleck“ seit Jahrzehnten andauere. „Umso erfreulicher, dass endlich was passiert“, lobte er.

Ein paar Bäume retten zwar nicht den hässlichen Platz, aber es ist ein Zugewinn für Verden

Die Grünen sehen den Bereich mit der der Umgestaltung deutlich aufgewertet. „Ein paar Bäume retten zwar nicht den hässlichen Platz, aber es ist ein Zugewinn für Verden“, betonte Johanna König. Den Einwand, dass die Anpflanzungen möglicherweise im Rahmen eines Gesamtkonzeptes für Johanniswall/Claus-Ruge-Straße umgesetzt werden müssen, wollte sie nicht gelten lassen: „Ob die Bäume bei uns oder in der Baumschule groß werden, macht doch keinen Unterschied.“

Claus-Ruge-Straße: Ein Dilemma, dass das Gesamtkonzept noch nicht vorliegt

Genau da hatte hingegen Carsten Hauschild (SPD) ein Problem. „Anders als vielfach rübergekommen, bin ich nicht gegen, sondern grundsätzlich immer für Bäume.“ Da fühle er sich missverstanden und falsch zitiert. „Allerdings wünsche ich mir ein Gesamtkonzept, ein Dilemma, dass das für den Bereich bisher noch nicht vorliegt.“ Der SPD-Fraktionschef hatte im Fachausschuss gegen die Pflanzung gestimmt, im Rat enthielt er sich.

Johanniswall und Nordertor eine „Flickschusterei“

Tief in die Geschichte des Johanniswalls und die der Claus-Ruge-Straße tauchte Ratsherr Ingo Neumann ab. Immer wieder Bäume seien dort gepflanzt und auch wieder gefällt worden. Kritik, auch mit Blick auf Entscheidungen aus der eigenen Ratsarbeit, äußerte Neumann an der Gestaltung rund um Johanniswall und Nordertorkreisel: „Flickschusterei“, so seine Bilanz. Auch die jetzige Vorlage gehe in diese Richtung. Neumann enthielt sich der Stimme. Sonja Toaspern (Linke) sah es ähnlich: „Bäume mit der Option zu pflanzen, sie bald darauf wieder umzusetzen oder gar zu fällen, finde ich schwierig und ohne Konzept“, blieb sie bei ihrer Kritik.

Johanniswall in Verden: .Die Bäume werden groß und brauchen einen Boulevard

Und die CDU: „Der Weg und die Bäume sollen kommen. Die Bäume werden groß und brauchen einen Boulevard“, freute sich Lars Brennecke in Anspielung auf eine entsprechende Vorlage seiner Partei. Imke Burhop sprach von einem ersten, wenn auch eher kleinen Schritt in die richtige Richtung. „Aber nur, wenn wir das große Ganze im Blick behalten.“

Die Verwaltung selbst nutzte den Rahmen, um die Zeitabläufe rund um Johanniswall und Nordertor noch einmal zu skizzieren. Der Stillstand der Planungen sei dem Bau der Nordbrücke geschuldet, so Bürgermeister Lutz Brockmann. „Steht die neue Brücke, ist der Johanniswall dran“, sagte der Verwaltungschef. Bis dahin gebe es dennoch Möglichkeiten, für Verschönerungen. „Der Weg und die Bäume gehören dazu und sind ein Zugewinn für den Platz“, betonte er. „Unsere Aufgabe ist es zu prüfen, wo genau die Bäume passen und wie viele es werden können“, so Brockmann.

Bürgermeister Brockmann: „Der Stillstand der Planungen ist dem Bau der Nordbrücke geschuldet“

„Untersuchungen des Bodens, was sich im Untergrund verberge, Absprachen für einen ungehinderten Aufbau der Domweih, wir finden eine Reihe, wo die Bäume hinpassen. Es ist uns ernst“, sagte der Bürgermeister. Gepflanzt werden könnte im Herbst 2023.

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