Chöre treten gemeinsam im Verdener Dom auf / Wie in einer großen englischen Kathedrale

Feierlich belebt und farbig musiziert

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Mediengruppe Kreiszeitung

Verden - Von Ilse Walther. Das Konzert aller Dom-Chöre steht traditionell zu Beginn der Sommerferien auf dem Programm. Dieses Mal gab es im gut besuchten Dom eine Neuerung. Seit Februar ist eine Seniorenkantorei mit 20 älteren Mitsängerinnnen und Mitsängern aktiv. Tillmann Benfer leitet das kleine, ambitionierte Ensemble, in dem auch einige Mitglieder des Domchores mitmachen.

Um es gleich vorweg zu nehmen, der Chor sang bemerkenswert sicher und intonationsrein einige Volkslieder und auch schwierigere Werke, teilweise a capella, aber auch von Benfer am E-Piano begleitet. Das Instrument klingt allerdings in der Höhe sehr hart, in der Tiefe hingegen angenehm.

Mit einem fröhlichen Lied aus Israel, „Singen und klingen wird das Land“, begann der Chor seinen Auftritt, froh und mit Ausdruck klar verständlich gebracht. Dass man dem Chor noch mehr Sopranstimmen wünscht, ist klar. Die polyphone Motette „Cantate Domino“ von Johann Crüger bot das Ensemble erstaunlich lebendig, sehr angeregt „Was frag ich viel nach Geld und Gut“. Stimmungsvoll war „Kein schöner Land“ im farbigen Satz von Helmut Barbe, das „Vater Unser“ im modernen Satz von Thomas Gabriel voller Würde, wobei die Seniorinnen und Senioren auch rhythmisch sicher waren. Feierlich bewegt sangen sie „Verleih uns Frieden Gnädigliche“ von Matthias Nagel, eine Ballade für Chor und Klavier, in der Tillmann Benfer den überaus heiteren und oft verspielten Klavierpart einfühlsam musizierte. Eine gelungene Premiere für den Chor.

Die Kantorei bot geistliche Chorsätze a capella und mit Orgelbegleitung, von Anne Wahlers fein registriert und mitgehend an der Hillebrand-Orgel unterstützt. Feierlich bewegt war von Johann Leopold Bella das hochromantische „Unsere Väter hofften auf Dich“, dicht und intensiv gesungen und großartig begleitet. „Gott unser Schöpfer“, hoch dramatisch von dem ungarischen Komponisten Zsoltan Gárdonyi vertont, beeindruckte durch die Vielseitigkeit der Bearbeitungen von unisono bis mehrstimmig aufgefächert in den Chorsätzen und der spannenden Orgelbegleitung.

Das „Dona nobis pacem“ aus der h-moll-Messe von Johann Sebastian Bach war im unbegleiteten Satz nicht ganz sicher. Hübsch war das schwedische Sommerlied, das dann im zweiten Anlauf frisch gestaltet wurde. Beeindruckend vielseitig zeigte sich der stattliche Posaunenchor. Von der Westempore aus bot er klangintensiv und tonrein drei Werke für Orgel und Bläser, hier großartig von Anne Wahlers an der Furtwänglerorgel begleitet. „Komm, heiliger Geist“ von Christoph Georgii war gewaltig und wuchtig, aber auch melodiös. Bei dem feierlichen „Praise the Lord“ von Robert Williams of Anglesey fühlte man sich richtig in eine große englische Kathedrale versetzt, herrlich! Das „Te Deum“ von Flor Peeters brach gewaltig im Unisono auf und entwickelte sich von feierlich schreitenden Passagen über fugierte Bläsereinwürfe, behutsame Pianissimi zu prachtvoller Intensität bis zum großen Forte, sehr gut gestaltet. Anne Wahlers spielte die warme und klangschöne Passage „Nimrod“ aus den Enigma-Variationen von Edvard Elgar im Arrangement von Robert Gower mit feinem Gefühl und schön registriert.

Der Ottersberger Karl Martin Knickmann hatte ein „Te Deum“ für Bläser bearbeitet, vom Posaunenchor jetzt von der Nordseite feierlich belebt und farbig musiziert. Beendet wurde das abwechslungsreiche Programm mit einem von allen gesungenen alten Sommerkanon aus England um 1240, von allen Chören und den Zuhörern gesungen. Dem schloss sich das gemeinsame „Geh aus mein Herz“ an. Viel Beifall für alle Ausführenden.

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