Sonderausstellung zeigt Werke von Norman Thelwell

Cartoons zum Wiehern im Deutschen Pferdemuseum

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Freuen sich über amüsante und tiefsinnige Cartoons (v.l.): Rainer Kiel, Christine Rüppell und Ina Rohlfing vom Deutschen Pferdemuseum sowie Beate Patolla von der Kreissparkasse.

Verden - Schlechte Laune? Dann nichts wie ab ins Deutsche Pferdemuseum am Holzmarkt in Verden, das ab morgen, 8. Juni, in der Sonderausstellung „Kult-Ponys“ 74 Aquarelle und Zeichnungen des britischen Kult-Cartoonisten Norman Thelwell (1923 bis 2004) zeigt. Etwas Zeit sollte sich der Besucher schon nehmen. Interessant ist, dass die Entstehung eines Cartoons anhand von Skizzenbüchern verfolgt werden kann.

Die originalen Werke des Künstlers werden erstmals außerhalb Großbritanniens gezeigt. Heute, 19 Uhr, hat das Museum bereits zur Vernissage eingeladen, bei der es durch die Kuratorin der Ausstellung, Christine Rüppell, eine Einführung geben wird. Es darf ausgiebig geschmunzelt und gelacht werden, da die meisten Bilder schlichtweg zum Wiehern sind.

In Deutschland, so die Museumsmitarbeiterinnen Ina Rohlfing und Christine Rüppell im vorab geführten Pressegespräch, hätten sich Thelwells Ponyzeichnungen bis in die 90er-Jahre hinein größter Popularität erfreut und nicht nur in Reiterkreisen Kult-Status erlangt. Das habe auch an den zahlreichen Büchern Thelwells wie „Engel zu Pferde“ oder „Aufsitzen… Thelwells vollständige Reitlehre“ gelegen, die in der Ausstellung ebenfalls dokumentiert werden. Rüppell: „Seine Bücher verkauften sich weltweit millionenfach und es gab unzählige Fanartikel mit seinen Motiven.“ Mittlerweile sei der Künstler in Deutschland aber ein wenig in Vergessenheit geraten. Dem solle die Ausstellung entgegenwirken, sagte Rohlfing, die natürlich stolz darauf ist, dass das Deutsche Pferdemuseum mit „Kult-Ponys“ einen so umfassenden Einblick in das Schaffen des Künstlers bieten kann.

Augenzwinkernde Kunst

Gezeigt wird ein Querschnitt der Arbeiten Thelwells, der in seinen detailreichen Aquarellen und Zeichnungen augenzwinkernd vor allem typisch britische Szenen darstellt, die seine Landsleute beim Umgang mit den Tücken des Alltags zeigen, sei es beim Angeln, Jagen oder Campen.

Der Schwerpunkt der Ausstellung liegt allerdings auf den Pony- und Pferdedarstellungen. 1953 fertigte Thelwell, der seine Karikaturen an verschiedene Zeitungen verkaufte, die erste Pony-Zeichnung für die satirische Zeitschrift „Punch“ an. Der Zuspruch der Leserschaft war so groß, dass die Ponys fortan eines seiner wichtigsten Motive wurden, obwohl Thelwell selbst kein Reiter war.

Laut Rüppell zeigen viele der Bilder aber auch die große Liebe des Künstlers zur Natur und zur englischen Landschaft wider. „Im Grunde war Thelwell ein Landschaftsmaler. Darauf hat er sich die letzten Jahre seines künstlerischen Schaffens auch konzentriert“, so Rohlfing.

Kleine Schau auch in der Kreissparkasse Verden

Eine kleine Auswahl der Arbeiten von Thelwell ist vom 12. Juni bis zum 8. September auch in der Hauptstelle der Kreissparkasse Verden an der Ostertorstraße zu sehen. Die Kreissparkasse ist Mäzen der Sonderausstellung, die, so Rohlfing, ohne diese finanzielle Unterstützung nicht zustande gekommen wäre.

Im Begleitprogramm zur Ausstellung hat Rüppell zwei Vorträge geplant. Am Mittwoch, 9. August, um 19.30 Uhr, wird der Kunstvermittler Dirk Meyer über Wesen und Funktion des Cartoons sprechen und am Mittwoch, 30. Juli, hält der deutsche Cartoonist Wolf-Rüdiger Marunde im Pferdemuseum einen Vortrag zum Thema „Witze malen ist nicht komisch“. Außerdem findet am Sonntag, 20. August, ein Familien-Aktionstag „Kult-Ponys“ mit allerlei Aktionen statt. Die Ausstellung läuft bis zum 10. September.

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