Grüne wollen mobilen Mix und auch privaten Anbieter / Stadt stellt E-Fahrzeug zur Verfügung

Carsharing in Verden: „Da geht noch mehr“

Die Grünen wollen – wie in Achim und Bremen – einen Anbieter für Carsharing nach Verden holen.
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Die Grünen wollen – wie in Achim und Bremen – einen Anbieter für Carsharing nach Verden holen.

Verden – Die Stadt Verden will beim E-Carsharing mitmachen – und stellt dafür ihren Fuhrpark zur Verfügung. „Der ist allerdings mit nur einem Elektromobil sehr übersichtlich“, gibt Lisa Pischke, Verdens neue Klimaschutzbeauftragte, zu. Da geht noch mehr, sagen die Grünen, allen voran Johanna König, und erinnern an einen Antrag ihrer Partei. Klare Ansage: „Wir brauchen ein größeres Angebot.“

Klare Ansage der Verdener Grünen: „Wir brauchen ein größeres Angebot.“

Die Klimaschutzagentur KleVer, Verdener Verkehrsgesellschaft (VWE), Landkreis und Stadt Verden wollen mit einem E-Car-Sharingmodell für mehr Mobilität und zugleich Klimaschutz sorgen. Die Idee: Alle E-Autos, auch die Dienstfahrzeuge der Behörden, in einen Pool. Mit einer App auf dem Handy kann, wer will, ein Fahrzeug buchen und privat nutzen (wir berichteten).

Bislang ist bei der Stadt Verden ein E-Mobil im Einsatz

Doch wie sieht die Praxis aus? Lisa Pischke, neue Klimaschutzbeauftragte der Stadt Verden, arbeitet sich derzeit akribisch in ihr Umfeld ein. Einen Überblick über die Flotte der städtischen E-Fahrzeuge erhält man allerdings schnell. „Wir haben bislang nur ein E-Mobil im Einsatz, das wir im Rahmen des Projektes zur Verfügung stellen können“, erklärt Pischke. Die Flotte wäre also durchaus noch ausbaufähig, gibt sie zu. „Wir sind an dem Thema dran, und, wo möglich, sollen durchaus weitere Fahrzeuge angeschafft werden, die dann ebenfalls über das neue Projekt gebucht werden könnten“, sagt Pischke. Die Klimaschutzbeauftragte würde zudem, als Ansporn zu mehr flexibler Mobilität und weniger Autos auf den Straßen, gerne noch ein zusätzliches Angebot einbringen. „Möglich wäre, auch die herkömmlichen Dienstfahrzeuge, also Benziner oder Diesel, über einen Pool privat anzubieten“, so Pischke. Im städtischen Fuhrpark sind davon derzeit bis zu vier Fahrzeuge unterwegs. „Wir prüfen, was da machbar ist.“

Klimaschutzbeauftragte: Ansporn zu mehr flexibler Mobilität und weniger Autos auf den Straßen

E-Fahrzeuge sollen im Carsharing auch in Verden eingesetzt werden.

Bei den Grünen rennt Pischke mit dem Vorschlag offene Türen ein. „Ob mit Elektroautos oder gewöhnlichen Fahrzeugen, Carsharing kann es gar nicht genug geben“, betont Johanna König. „Durchschnittlich rollt ein Auto pro Tag eine Stunde über die Straße, die restlichen 23 Stunden steht es still und damit ungenutzt herum“, weiß König. „Das kann nicht im Sinne einer Mobilitätswende sein.“

Carsharing Verden: Ohne große Rücksprache um die Ecke mit einem fahrbaren Untersatz versorgen

Ein wenig ungeduldig wartet ihre Partei seit zwei Jahren daher auf die Vorlage ihres Antrages. Was die Klimaschutzagentur KleVer mit ihrem Projekt auf den Weg bringt, dass sich mehr Menschen ein E-Auto teilen, sei vorbildlich. „Den Weg gehen wir mit“, so König. Dennoch wollen es die Grünen nicht dabei belassen und drängen auf weitere Lösungen, die sich zügig umsetzen lassen würden. „Gespräche mit vielen Menschen in der Stadt haben gezeigt, dass die Bereitschaft, sein Auto, insbesondere den Zweitwagen, ab- oder gar nicht erst anzuschaffen, durchaus da ist. Wird aber nur gemacht, wenn es denn die Möglichkeit gibt, sich schnell und ohne große Rücksprache um die Ecke mit einem zuverlässigen fahrbaren Untersatz zu versorgen“, berichtet die Vertreterin der Grünen. König denkt dabei an Unternehmen wie zum Beispiel Cambio, die bereits in Achim und Bremen ansässig sind. „Einen Mobilitätsmix“, so die Grüne. „Und dazu gehört auch die Zulassung weiterer Carsharing-Anbieter jetzt auf den Weg zu bringen. Die Verwaltung soll daher Kontakt mit entsprechenden Unternehmen aufnehmen, die Fahrzeuge, natürlich primär Elektroautos, anbieten“, betont König.

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