Carsharing startet im Herbst

Verden: E-Auto für alle

Gelbes Auto an der Ladesäule.
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Meist bunt, immer umweltfreundlich: E-Carsharing ist auf dem Vormarsch, ab Herbst auch in Verden.

Verden – Fix ins Auto steigen, das einem nicht gehört, und dann klimafreundlich Freunde oder Familie besuchen in ganz Norddeutschland. E-Carsharing. Die Stadt Verden will das Vermieten von Elektroautos schon im Oktober starten. Geplant sind bis zu acht Fahrzeuge. Auch deren Standorte stehen weitgehend fest. Der Finanzausschuss gab schon mal einstimmig grünes Licht für eine Anschubfinanzierung für zunächst vier Stromer in Höhe von 53 000 Euro.

Ein Okay auch des Stadtrates gilt als sicher. Damit kann sich die Stadtverwaltung auf die Suche eines regional tätigen Vermieters von E-Autos begeben, der den laufenden Betrieb der Fahrzeugvermietung sicherstellt.

Einer der kommenden Standorte wird der Vorlage zufolge an der Großen Straße vor der Commerzbank liegen. Weitere Abstellplätze, etwa an der Oberen Straße oder der Ostertorstraße, würden zurzeit geprüft. Auch die Mainstraße im Wohngebiet Maulhoop/Flüsseviertel gilt als aussichtsreicher Anlaufpunkt. Unklar allerdings noch, wann die ersten Fahrzeuge zur Verfügung stehen. „Wir leiden ein wenig unter den langen Lieferzeiten für E-Autos und Ladeinfrastruktur“, sagt auf Nachfrage Corbinian Schöfinius von der kreisweiten Klimaagentur Klever, „wir hoffen auf einen ersten Fahrzeugeinsatz noch in diesem Herbst.“ Das Gesamtvolumen des Projektes beziffert Bürgermeister Lutz Brockmann auf mehr als 200 000 Euro.

Gleichzeitig soll das Netz der Ladestationen wachsen. Die Stadtwerke wollen pro Abstellplatz je zwei Ladepunkte installieren, sodass immer auch mindestens ein privates E-Auto versorgt werden kann. Insgesamt seien zwölf Ladesäulen mit 24 Ladeplätzen vorgesehen. Kostenpunkt in den nächsten drei Jahren: 108 000 Euro. Auch der städtische Versorger wird nicht auf der Gesamtinvestition sitzenbleiben. Die Stadtverwaltung hat bereits einen Förderantrag von 65 Prozent im Rahmen des Bundesprogrammes „Ladeinfrastruktur vor Ort gestellt“.

In der Politik erntet das Paket Beifall. „Die Maßnahme ist sehr zu begrüßen“, befindet Lars Brennecke (CDU). „Eine sehr gute Entwicklung. Es ist wichtig, jetzt die Beihilfe zur Verfügung zu stellen“, sagt Rasmus Grobe (Grüne). Auch die nachdenkliche Frage Jens Richters (CDU), was denn passiere, würde das Carsharing nicht von der Bevölkerung angenommen, dann nämlich sind die 53000 Euro futsch, diese Frage vermochte die Begeisterung nicht abzukühlen. Keine Gegenstimme, keine Enthaltung.

Stark an Tempo gewann das E-Carsharing in Verden wie berichtet durch einen gemeinsam gewonnenen Wettbewerb Klevers und des Verdener Allerbus. Zusammen hatten sie unter dem sperrigen, aber erfolgreichen Titel „UMoV – Unternehmensübergreifende Mobilitätscluster in Verden und in der Metropolregion Nordwest“ die Juroren der Metropolregion Nordwest überzeugt und eine Fördersumme von bemerkenswerten 190 000 Euro an die Allermündung geholt.

Ziel und Bedingung des Projektes waren die stärkere Auslastung vorhandener Fahrzeuge sowie die langfristige Minimierung der Fahrzeuganzahl im Stadtgebiet und damit eine effektive und zukunftsfähige Gestaltung der Mobilität. Tatsächlich ist ein Grundstock für das kommende E-Carsharing schon geschaffen. Die Stadtverwaltung, selbst schon im Besitz eines E-Golfes, will das neue Angebot für Dienstfahrten buchen und nutzen. Das Kalkül: der Fuhrpark der Stadt werde damit indirekt um weitere E-Autos erweitert und der Anteil an E-Mobilität für die Stadtverwaltung erhöht.

Ursprünglich geht das Carsharing auf Anträge der Verdener Grünen aus den Jahren 2016 und 2019 zurück. Skurril die Vorgänge um die Frage, ob mit dem künftigen Projekt der Grünen-Antrag abschließend behandelt sei. CDU-Vertreter Detlef Peterson stimmte mit Ja. Der Rest des Ausschusses enthielt sich. Ergebnis also: Einstimmigkeit.

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