Demokratie und Aufbruch

„Zeitenwende mit Trump“: campact legt Transparenzbericht 2016 vor

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campact-Sprecherin Svenja Koch und Vorstand Felix Kolb präsentierten den Transparenzbericht für 2016. 

Verden - „Die Trump-Wahl war eine Zeitenwende“, stellte Dr. Felix Kolb fest. Nicht nur für das Weltklima und die internationale Politik auch für campact. Die Nichtregierungsorganisation mit Sitz im Verdener Ökozentrum war mit ihrem bundesweiten bürgerschaftlich-demokratischen Engagement ebenfalls direkte Betroffene des Politikwechsels in den Staaten.

Die Arbeit und auch Erfolge der Arbeit stellte Kolb mit dem neuen „Transparenzbericht“ für 2016 vor. Nach der USA-Wahl im vergangenen Jahr stehe die Bundestagswahl in diesem Jahr mit dem Projekt „Aufbruch“ im Mittelpunkt, fasste er in der Pressekonferenz zusammen.

Dem geschäftsführenden campact-Vorstand war es eher peinlich, dass der „republikanische Egomane“ mit der Verdener Organisation in einem Atemzug genannt wird. Aber in Bezug auf das Handelsabkommen TTIP konnte auch Felix Kolb nicht anders: „Nicht Trump war der Tod von TTIP.“ Dafür hätten die Proteste und politischen Reaktionen in Europa schon vorher gesorgt. Und nicht zuletzt die vielbeachtete Kampagne aus der Verdener Protestschmiede.

Große Unterstützung für campact

Nahezu 50.000 Förderer, 75.000 Aktive und eine Gemeinde von 1,9 Millionen Newsletter-Lesern hätten der Organisation im Verdener Ökozentrum im vergangenen Jahr Gewicht verliehen. Und so reklamierte Kolb nicht nur den Aufschub der Glyphosat-Wiederzulassung für campact, sondern auch die sonst wenig beachtete Verhinderung der Freigabe von Neonikotiden durch das Bundeslandwirtschaftsministerium. Auch für einen kritischeren Blick auf die Patentierung von Lebewesen hätte die Kampagne aus Verden und alle, die sie unterstützt hätten, bei der Europäischen Union gesorgt.

Mit der Organisation von Kampagnen versuche campact den Menschen und ihren anliegen zu dem nötigen Nachdruck zu verhelfen, die mit politischen Entwicklungen nicht zufrieden sind. Letztlich sei das ein Engagement gegen das weit verbreitete Ohnmachtsgefühl und den Fatalismus vieler Bürger. „Unsere Mission ist, die Demokratie lebendig zu halten“, erklärt Kolb das Ziel hinter den Kampagnen.

Diesem demokratischen Verständnis folgt auch der Umgang mit der Bundestagswahl im September. „Wir haben unsere Unterstützer gebeten, die wichtigen Themen zu ermitteln“, berichtete Kolb. Was dabei herauskam, sei schließlich in den zehn Punkten des Projekts „Aufbruch“ zusammengeflossen.

Mit Petition Ziel erreicht

Als campact-Erfolg des vergangenen Jahres führte Kolb auch eine verhinderte Änderung im Sozialgesetzbuch II an. Die Aufenthalte von Kindern alleinerziehender Mütter bei den leiblichen Vätern sollte die Bezüge der Frauen mindern, war die Idee. Erst eine Petition habe der Politik klar gemacht, wie realitätsfremd die Argumentation war. Dass die Eingabe überhaupt zustande kam, sei einer Betroffenen, Anna Petri-Satter, und der von campact betriebenen Petitionsplattform „Weact“ im Internet zu verdanken.

Der Transparenzbericht legte aber auch programmgemäß offen, wie sich die gemeinnützige Organisation finanziert. Eben auch als Bürgerbewegung mit vielen Unterstützern, die mit überwiegend Kleinbeträgen von ein paar Euro immerhin einen Betrag von 8,9 Millionen Euro zusammen schmeißen. „Die Ausgaben haben 8,885 Millionen Euro betragen“, rechnete Kolb vor. 

kle

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