Lagerfeuerromantik bei der Schwarzpulverunion

„Im Camp sind alle gleich“

Ob Trapper, Siedler, Ureinwohner oder Cowboy: Die Teilnehmer geben sich immer große Mühe mit ihren Kostümen.

Verden - „Es ist zwar anstrengend, über mehrere Tage in den zumeist einfachen und ohne großen Komfort eingerichteten Zelten zu leben, aber wir Westernfans genießen diese Zeit der Lagerfeuerromantik“, schwärmt Karl-Heinz Oster aus Hohenaverbergen, der als Vorsitzender der Schwarzpulverunion (SPU) Aller-Weser in 2003 das Westerncamp der SPU initiierte und seitdem alljährlich organisiert.

„Und wenn es danach zurück in den Alltag geht, wird das ganz schön schwer“, ergänzt der 67-Jährige, der seit 1993 als stellvertretender Vorsitzender und später als Vorsitzender der SPU vorsteht. Aber für das kommende Jahr kündigte Oster seinen Rückzug von seinem Amt an: „Mehr als 20 Jahre Vorstandsarbeit sind genug, dann können sich Jüngere mit neuen Ideen profilieren“. Aber dem Westerncamp bleibe er weiterhin verbunden, diese Gruppe sei nur ein Teil des Vereinsangebots.

Etwas mehr Resonanz zu diesem „kleinen“ Westerncamp hatte Oster schon erwartet, aber die Beteiligung am schießsportlichen Wettkampf stellte ihn dann doch zufrieden. Hier starteten die Schützen mit den Nachbauten historischer Waffen oder den aus der Zeit des „Wilden Westens“ originalgetreuen Gewehren oder Pistolen. Ausgerichtet wurden die 10. Offene norddeutsche SPU-Meisterschaft sowie die 12. Norddeutsche Meisterschaft der SPI.

Die Schützen gehen nicht nur in Western-Gewandung, sondern auch mit originalgetreuen Gewehren oder Pistolen an den Start.

Die Authentizität der historischen Waffen lässt sich auch auf die Kleidung übertragen, die nach traditionellen Mustern geschneidert wird. Ebenso sehen die offenen Feuerstellen vor den Zelten aus, als ob sie ein waschechtes Überbleibsel aus den Zeiten der Indianer, Trapper und Waldläufer sind. „Es war damals eine faszinierende Zeit, an die wir mit unserem Hobby erinnern wollen“, erzählt Stine Dziwias aus Hanstedt, die seit mehr als 20 Jahren dem Hobby verbunden ist. Die Küsterin aus der Lüneburger Heide kleidet sich als Siedlerin, wie sie um 1840 gelebt haben mag. Um diese Rolle hat sie eine Geschichte gesponnen, sie gibt sich als alleinstehende Frau, deren Mann urplötzlich verschwunden ist und sich nun allein mit einem Jungen im „Wilden Westen“ durchschlagen muss. „Ebenso wie hier Trapper, Siedler, Cowboys oder Indianer friedlich am Lagerfeuer sitzen, sind wir alle gleich, egal, ob wir im wahren Leben Doktor oder Unternehmer oder Arbeiter sind“, sagt sie und sie wird in dieser Aussage von ihren Freundinnen unterstützt.

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