Referats-Thema „Eigenlob stimmt“

Coach: Erkenne dein Können und rede darüber

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Business-Coach Marion Schilcher räumte mit dem Vorurteil auf, dass Eigenlob stinkt. Es sei wichtig, sich selber wertzuschätzen, wenn man Erfolg haben wolle, sagte sie. 

Verden - „Bescheidenheit ist eine Zier, doch weiter kommt man ohne ihr.“ Klar, was die Grammatik betrifft, hat diese Redensart so ihre Defizite. Inhaltlich kommt sie aber der Botschaft von Business-Coach Marion Schilcher sehr nah. Denn wer Erfolg haben möchte, muss lernen, sich selbst zu vermarkten. Sich klein zu machen, Lob abzuwehren, aber auch zu dickes Auftragen sind dabei Kardinalfehler, die man auf keinen Fall begehen sollte.

Marion Schilcher, 44, Kirchlintelnerin mit langjähriger Erfahrung im gehobenen Management, referierte auf Einladung der Koordinierungsstelle Frau und Wirtschaft und der Kreisvolkshochschule zum Thema „Eigenlob stimmt“. Das Angebot stieß auf große Resonanz. Mehr als 50 Frauen jeden Alters folgten den Ausführungen der Referentin aufmerksam und machten von der Möglichkeit der Mitwirkung gerne Gebrauch.

So hatte Schilcher vorab eine sechsseitige Unterlage verteilt. Einerseits, damit die Teilnehmerinnen das Gehörte zu Hause noch einmal Revue passieren lassen konnten. Andererseits, um die Frauen zu animieren, sich bereits während des Vortrags mit dem Lob an der eigenen Person auseinanderzusetzen.

Denn sich seiner Fähigkeiten und Stärken bewusst zu werden, ist laut Marion Schilcher ein wichtiger Schritt zur eigenen Wertschätzung und Selbstliebe. Wer über sich positiv denkt, der fühlt sich gut, verhält sich und handelt entsprechend und kommt zu guten Ergebnissen. Soweit die Theorie, deren praktische Anwendung oft schon an der deutschen Unsitte scheitert, stets nach dem Makel zu suchen.

Die Referentin machte das mit wenigen, an die Leinwand geworfenen Sätzen deutlich: „Die Sonne scheint, der Himmel lacht, die Blumen blühen, das Gras ist grühn.“ Was ihnen denn auffalle, wollte sie von ihren Zuhörerinnen wissen. „Der Rechtschreibfehler“, lautete die Antwort.

Diese eingeschränkte Sicht auf die Dinge führe freilich nicht zu guten Resulaten, machte die Trainerin deutlich und zitierte aus einer wissenschaftlichen Studie. Danach basierten Erfolge lediglich zu zehn Prozent auf Leistung. Den weitaus größeren Anteil hätten Selbstmarketing (30 Prozent) und Beziehungen (60 Prozent). „Da bleibt mir ein wenig der Atem weg“, kommentierte eine Zuhörerin die Zahlen unter dem beifälligen Nicken ihrer Mitstreiterinnen.

Erkenne dein Können, aber vor allem rede darüber, könnte man also zusammenfassen. Das ist leichter gesagt als getan, wie die Äußerungen aus dem Publikum deutlich machten.

Statt selbstbewusst auf die eigenen Fähigkeiten und auf bereits Erreichtes hinzuweisen, neigten viele dazu, allzu hohe Ansprüche an sich selbst zu stellen, sich ständig mit anderen zu vergleichen und dabei nach eigenem Ermessen schlecht abzuschneiden. „Trachten nach Perfekttion“ nannte Marion Schilcher dieses Phänomen, das vor allem bei Frauen auftrete.

Ihren Zuhörerinnen empfahl die Expertin abschließend, sich ebenso attraktive wie realistische und konkrete Ziele zu stecken, terminiert und mit messbarem Ergebnis. „Positive Gefühle zu sich und dem angestrebten Ziel schaffen eine Fokussierung“, hieß es dazu. „Sie nehmen konzentrierter Chancen wahr.“  J kp

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