Jugendliche lassen sich beim Graffiti-Workshop nicht lange bitten

Buntes Leuchten am Skaterplatz

Gute Zusammenarbeit: Der Skaterplatz in Verden leuchtet nach einem Graffiti-Workshop in bunten Farben.
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Gute Zusammenarbeit: Der Skaterplatz in Verden leuchtet nach einem Graffiti-Workshop in bunten Farben.

Verden – Sie wollten ein Zeichen setzen, und das ist ihnen gelungen. Der Skaterplatz an der Artilleriestraße in Verden leuchtet in bunten Farben, Graffiti überall mit Aussagen, die junge Menschen bewegen, politisch brisant sind oder durchaus auch als Geschenk an die beiden Streetworker Claudia Bolze und Tobias Fest betrachtet werden können.

Die beiden Ansprechpartner werden sich in einem äußerlich schön gemachten Container aufhalten können, wenn sie auf den Skaterplatz kommen und von hier aus ihre Reparaturwerkstatt anbieten. Claudia Bolze: „Die fahren mit allem, was Räder hat über die Rampen und den Platz. Scooter, Skateboards, BMX-Räder oder selbst gebaute Gefährte sind hier täglich im Einsatz und gehen auch mal kaputt.“

Viel Engagement für einen Platz, der im Verdener Rathaus zur Diskussion steht. Über kurz oder lang müssen die Rampen umziehen, denn auf der Fläche soll eine Turnhalle für die Lönswegschule gebaut werden. Eine schlechte Nachricht nicht nur für Joris, Julius und Luke. Die drei sind zusammen mit vielen anderen so gut wie täglich auf dem Platz. „Als der Workshop angekündigt wurde, war sofort klar, dass wir dabei sind.“ Sie wünschen sich, dass der neue Platz ebenso ideal ist wie der alte, der im Jahr 1996 auf Initiative von rollbegeisterten Jugendlichen am Rande des ehemaligen alten Kasernengeländes gebaut worden war.

Dozent Nils Freye hat elf engagierten Skater bei der Malaktion angeleitet, mit ihnen zusammen Motive entwickelt und bei der Umsetzung geholfen. „Denen hat das total viel Spaß gemacht. Die machen bei der Hitze mal eine kurze Pause, aber dann geht es sofort weiter.“ Freye gehört dem Verein Cultures Interactive an, der zwei Dinge miteinander verbinden will: die politische, kulturelle und soziale Bildung und die Interessen von Jugendlichen. Für ihn ist das in Verden gut gelungen: „Wir sprechen mit den Jugendlichen über demokratieorientierte Werte. Die politische Bildung fließt immer mit ein.“ Einige Motive beschreiben das Leben der Jugendlichen in Verden, die sozialen Probleme in der Welt oder setzen sich mit der Bewegung „Black Lives Matter“ (Schwarze Leben zählen) auseinander.

In den Workshop eingebunden war auch eine Mitarbeiterin des Netzwerkes Wabe. Wiebke Seidel stand ebenso wie die anderen Betreuer den ganzen Tag an der Seite der Jugendlichen, die auch von ihr die volle Anerkennung für ihre Graffiti bekamen. Alle zusammen sind zufrieden mit ihrer Arbeit, aber auch damit, dass es tagtäglich ohne negative Begleiterscheinungen sportlich auf dem Platz zugeht. „Das ist euer Platz“, habe hier gar nicht vermittelt werden müssen, sagt Nils Freye, der zwischen Berlin und Verden viele ähnliche Projekte begleitet hat.

Von Erika Wennhold

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