Susann Hartmann stellt Bilder in der Frauenberatung Verden aus

Bunt, frech und fröhlich

Susann Hartmann zeigt ihre Bilder in der Frauenberatung Verden. Foto: Haubrock

Verden - Zum 20. Mal gibt es in den Räumen der Frauenberatung Verden eine Ausstellung mit Bildern einer Künstlerin aus der Region. Noch bis zum 30. September zeigt Susann Hartmann aus Thedinghausen unter dem Titel „Weiter heiter“ ihre bunten, fröhlichen und manchmal auch frechen Bilder.

Besonders die großformatigen Bilder ziehen sofort die Blicke auf sich. Da gibt es zum Beispiel eine Frau, die bei schönem Wetter mit ihrem Hund spazieren geht. Ihren Kopf sieht man nicht, dafür aber ihren pinken Minirock und die endlos langen Beine mit roten Pumps an den Füßen. Länger als die Beine der Spaziergängerin ist nur die Zunge ihres Hundes, die er wie eine zweite Leine hinter sich herzieht. Pure Lebensfreude strahlt ein weiteres großformatiges Gemälde aus. Drei schwarze Frauen mit runden Formen und bunten Badeanzügen tummeln sich lachend im Wasser. Ein weißer, beleibter Herr in einem knappen Tanga betrachtet sie hingerissen. Eher zum Nachdenken regt das Bild mit Balletttänzerinnen in Reih und Glied an. Erst bei genauerem Hinsehen offenbaren sich dem Betrachter die unterschiedlichen, manchmal auch grimmigen Gesichter der Mädchen. Eine fast kindliche Fröhlichkeit dagegen geht von einigen kleineren, skizzenartigen Bildern aus. Hier hat Susann Hartmann mit bunten Strichen Pärchen zu Papier gebracht.

Die Kunst sei bei ihr schon immer da gewesen, erzählt sie. „Ich habe schon als Kind gern gemalt, auch mein Vater hat gern gezeichnet.“ Trotz ihrer Liebe zur Kunst ließ Susann Hartman sich zunächst zur Hebamme ausbilden. „Von der Kunst allein kann man selten leben“, weiß sie. Von 2000 bis 2004 studierte sie dann an der Hochschule für Künste Ottersberg. Ihre beiden Berufe liebt sie gleichermaßen und beide betreibt sie mit der selben Ernsthaftigkeit. „Die Kunst ist für mich die Sprache, Dinge, die ich im Alltag erlebe, in einer Bildsprache auszudrücken. Ich beobachte die Menschen und bin immer auf der Suche nach Bildern und Eindrücken“, erzählt sie. Dabei stellt sie die Dinge gern auch einmal ein wenig überspitzt oder provozierend dar.

Meistens arbeitet die Künstlerin in ihrem Atelier im Bremer Lagerhaus mit Acrylfarben. „Für Öl bin ich zu ungeduldig, das dauert zu lange, bis es trocknet“, lacht sie.

Ihre erste Ausstellung hatte Susann Hartmann 2004 in Verden. Weitere Ausstellungen folgten, darunter in Hamburg, Wilhelmshaven, Worpswede, Fischerhude, Nienburg und 2011 sogar in Großbritannien. ahk

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