Verdener Beispiel macht Schule: Bundesjägerpräsident Hartwig Fischer im Revier

Bundesweiter Hegefonds

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Die positive Wirkung von Naturschutz in Agrarräumen erlebten die Teilnehmer in der freien Natur.

Landkreis/Groß  Heins - „Das Projekt des Verdener Hegefonds ist ein absolutes Paradebeispiel und wir werden es als Präsidium bundesweit weiterempfehlen“, lobte der Präsident des Deutschen Jagdverbandes, Hartwig Fischer, das Naturschutzprojekt.

Auf einer Klausurtagung des Verbandspräsidiums in der Verdener Heimatstadt ihres Präsidenten informierten die Vertreter der Jägerschaft aus dem gesamten Bundesgebiet sich aus erster Hand über den Hegefonds im Landkreis Verden. In einer Exkursion stellte der Vorsitzende der Kreisjägerschaft, Jürgen Luttmann, einzelne Projekte des Hegefonds im Lehrdetal bei Groß Heins vor Ort vor.

Luttmann erläuterte dabei auch die Lebendfallen für das Prädationsmanagement, die bereits bei der diesjährigen Hegerundfahrt vorgestellt worden waren (wir berichteten). Dadurch werde der Bestand der Beutegreifer aktiv reguliert.

In diesem Zusammenhang kritisierte Luttmann das Projekt „Für Ressourcen, Agrarwirtschaft und Naturschutz mit Zukunft“ (FRANZ) des Bundesumwelt- und Landwirtschaftsministerium. Dort spiele das Prädationsmanagement gar keine Rolle: „Bei FRANZ wird nur einseitig die Landwirtschaft als Einflussfaktor beim Rückgang der Brutvögelpaare ausgemacht, wobei sicherlich die Landwirtschaft ihren Anteil an dieser negativen Entwicklung hat, aber eben nicht ausschließlich“, gab Luttmann zu bedenken. So sei der vielfache Anstieg des Bestandes der Beutegreifer wie Dachs oder Marderhund auch ein Grund für die Dezimierung der Vögel.

„Hier spielen unterschiedliche Faktoren wie fehlende Deckung für Bodenbrüter in Feld und Flur und mehr Druck durch die vielen Beutegreifer zusammen“, so Luttmann. Daher forderte auch Präsident Fischer vehement, die Erfahrungen der Jägerschaft ins Projekt einfließen zu lassen. „Hier in Verden haben die Jäger schon jahrelange Erfahrung bei praxistauglichen und wirtschaftlich tragfähigen Naturschutzmaßnahmen in intensiv bewirtschafteten Agrarräumen, aber keiner beteiligt die Jägerschaft bei FRANZ“, protestierte er. Der Hegefonds sei das erste Modell in dieser Art in ganz Niedersachsen und könne so viel Praxiswissen für ein zweistelliges Millionenprojekt bereitstellen.

Der Hegefonds im Landkreis Verden besteht seit zehn Jahren und wird mit der nächsten Maßnahme über die Millionenschwelle in den gesamten Fördermitteln kommen. Zurzeit laufe der Antrag für ein Vorhaben in der Fischerhuder Wümmeniederung und den Allerniederungen im Südkreis beziehungsweise im Lehrdetal, mit Lebendfallen gegen Beutegreifer im Zuge des Prädationsmanagements vorzugehen. Dieses Projekt werde mit einem Volumen von 135 000 Euro vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) und der Bingostiftung kofinanziert. Fischer hob auch die personelle Entscheidung der Kreisjägerschaft hervor, einen Obmann für das Prädationsmanagement zu ernennen, um möglichst viel fachliches Wissen auf dem Gebiet zu sammeln.

Auf der Klausurtagung ging es außerdem um Änderungen im Bundesjagdgesetz und Interna des Verbandes. Nach der Tagung überreichten die Jäger Bundeskanzlerin Angela Merkel auf einer Wahlkampfveranstaltung in Bad Fallingbostel eine Petition zur Änderung des Bundesjagdgesetzes, die sie auf ihrer Klausurtagung ausgearbeitet hatten.  lee

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