Serie „Eine Frage – sieben Antworten“

„Wer ein Dieselauto fährt, dem sage ich,...“

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Bundestag in Berlin

Landkreis Verden - Am Sonntag, 24. September, finden die Wahlen zum 19. Deutschen Bundestags statt. Bis dahin haben die Bundestagskandidaten des Wahlkreises Verden-Osterholz zweimal pro Woche Gelegenheit, ihre ganz persönlichen Gedanken zu einem vorgegebenen Thema zu äußern. Heute waren die Damen und Herren aufgefordert, diesen Satz zu vollenden: „Wer ein Dieselauto fährt, dem sage ich,...“

Andreas Mattfeldt, CDU

„...dass er einen sparsamen und laufruhigen Motor ausgewählt hat, der leider durch kriminelle Handlungen von Automobilherstellern in Misskredit gebracht worden ist. Ich will den Diesel nicht verteufeln. Wir werden auch in naher Zukunft nicht auf ihn verzichten können, da er im Vergleich zum Benziner weniger CO2 ausstößt und damit noch immer die umweltfreundlichere Alternative ist.

Wir müssen jetzt dafür sorgen, dass die derzeit betriebenen Fahrzeuge schnellstmöglich schadstoffarm gemacht werden und gleichzeitig an neuen, umweltfreundlicheren Technologien forschen. Bis aber zum Beispiel E-Mobility soweit ausgereift ist, dass auch unsere ländlichen Räume davon profitieren, sollten wir auch Alternativen wie Erdgas oder Brennstoffzelle im Blick behalten und einmal prüfen, ob sich ein Teil der für E-Autos bereitgestellten Fördermittel auch auf diese Alternativen verlagern ließe.“

Christina Jantz-Herrmann, SPD

Christina Jantz-Herrmann, SPD

„...dass dies weiter möglich sein muss. Die Kosten für Umrüstungen müssen bei den Herstellern liegen – hier muss der Bundesverkehrsminister klarere Kante zeigen. Dieselmotoren dürfen nicht einfach verbannt werden. Merkels Spekulation über ein baldiges Ende des Diesels halte ich für falsch. Wir brauchen saubere Autos von deutschen Herstellern, damit Arbeitsplätze gesichert werden und niemand aus den Innenstädten ausgesperrt wird. Das können moderne Elektrofahrzeuge genauso wie saubere Gas- und Dieselfahrzeuge sein.

Es muss zudem Lösungen für Besitzer älterer Dieselfahrzeuge geben, die sich trotz Kaufprämie keinen Neuwagen leisten können. Noch wird es deutschen Autobesitzern verdammt schwer gemacht, ihre Ansprüche durchzusetzen. Bitter, dass die CDU bisher die Einführung von Sammelklagen verhindert hat.“

Monika Geils, Bündnis 90/Die Grünen

„Hätten wir Grünen unseren Einfluss stärker vertreten können, bekäme jetzt auf Herstellerkosten jeder Dieselbesitzer eine Hardware-Nachrüstung, kein halbherziges Software-Update. Denn so lange wir mit Verbrennungsmotoren unterwegs sind, ist Diesel noch die beste aller schlechten Möglichkeiten. Und dass es sauberer geht, beweisen ja ,unsere Hersteller’ bei Autos für Amerika.

Wenn Du es Dir aber leisten kannst, solltest Du jetzt die Gelegenheit nutzen, auf ein E-Auto oder ein Hybrid-Modell umzusteigen, das die ersten 50 Kilometer und damit die allermeisten Kurzstrecken mit Strom fährt und dann erst auf Kraftstoff zugreift – trotz aller Probleme mit der E-Lade-Infrastruktur. Die Welt ist dabei, uns technologisch abzuhängen. Wollen wir Technologiestandort bleiben, müssen wir hier schnellstens innovativ aufholen.“

Herbert Behrens, Die Linke

„...dass ich für die Entschädigung der betrogenen Autofahrer kämpfe. Die Verursacher, also die Autokonzerne, müssen für die Schäden aufkommen, die sie angerichtet haben. Dafür habe ich als Vorsitzender des Untersuchungsausschusses Abgasskandal gestritten. Wie die Abgasreinigung muss auch der Verkehrsminister ausgetauscht werden. Unfähige Manager in den Konzernen gehören entmachtet.

Ältere Diesel, welche die Grenzwerte für den Gesundheitsschutz insbesondere von Kindern und alten Leuten nicht mehr erfüllen können, müssen zügig umgerüstet werden. Autogas ist eine Alternative.

Über den Ausstieg aus dem Diesel in Personenwagen hinaus, ist eine andere Mobilitätspolitik nötig. Das sichert Arbeitsplätze. Zu einem schönen Leben in sauberen Städten und Gemeinden gehören menschenfreundliche und klimaverträgliche Alternativen mit einem attraktiven und kostengünstigen Nahverkehr sowie sicheren Wegen für Fahrradfahrer und Fußgänger.“

Gero Hocker, FDP

„...dem rate ich, seinen Diesel weiterhin zu fahren und zwar mit Freude und ohne schlechtes Gewissen. Diesel-Fahrverbote auf dem Rücken der Kunden sind ausdrücklich keine Lösung! Stattdessen kann es nicht sein, dass Automobilhersteller in anderen Ländern ihren Kunden Schadenersatz zusagen, dies aber in Deutschland kategorisch ausgeschlossen wird.

Bestimmte Eigenschaften, die dem Kunden vor dem Kauf ihres Autos zugesichert wurden, werden nicht eingehalten. Deswegen muss entweder eine Nachbesserung erfolgen oder ein Schadenersatz gezahlt werden.

Gleichzeitig halte ich die von Grünen geforderte faktische Abschaffung von Dieselmotoren für Blödsinn.

Der Diesel ist vielen anderen Antrieben auch hinsichtlich Umweltverträglichkeit haushoch überlegen und es ist nicht Aufgabe von Politik, Entscheidungen über Technologien zu treffen.

Stattdessen ist eine Diskussion über die Sinnhaftigkeit gegenwärtiger Grenzwerte überfällig. Dass in Straßen nur ein Bruchteil der Stickoxidgrenzwerte zulässig ist, der etwa in Bürogebäuden erlaubt ist, wo sich Menschen in der Regel viel länger aufhalten, ist niemandem vermittelbar.“

Jochen Rohrberg, AfD

„...dass er bei der Bundestagswahl über seine eigene automobile Unabhängigkeit entscheiden kann.

Die Anschaffung eines neuen Autos ist gerade für Familien und kleine Betriebe ein großer finanzieller Einschnitt und darf den Dieselfahrern nicht zwangsverordnet werden – zumal Elektroautos nochmal um einiges teurer sind!

Klar ist: Die Abgasbetrügereien der Autoindustrie sind untragbar, trotzdem sind die modernen Verbrennungsmotoren so effizient und verbrauchsarm wie nie zuvor.

Politiker überschlagen sich mit unüberlegten, sprunghaften Verboten in einer Art Hetzjagd gegen den Verbrenner, größere Verschmutzer wie Flugzeuge und Schiffe bleiben unbeachtet.

Nur die AfD spricht sich für eine garantierte Schonfrist bis 2050 für den Diesel aus und setzt auf eine verlässliche, durchdachte Strategie im Umweltschutz.“

Susanne Hirsch-Sternberg

„... Folgendes: Nach meinem Wissensstand gibt es mehrere Ebenen: Sie persönlich haben eine Ware erstanden, die Mängel aufweist, bezüglich derer Sie bewusst von einem Unternehmen getäuscht wurden. Sie sind nicht allein davon betroffen. Ich bin nicht informiert, welche Möglichkeiten zur Zeit die Gesetzesgrundlage dafür bietet, Sie zu entschädigen. Ich halte dies aber für notwendig.

Laut einer Studie ist auch belegt, dass die Gesetze in Deutschland zugunsten weniger Wohlhabender/Konzerne geschaffen werden. Wenn also hier eine Gesetzesnachbesserung fehlt, sollte sie umgehend erfolgen. 

Dadurch drohende Massenentlassungen sollten uns meiner Ansicht nach nicht erpressbar machen. Wie ich Niko Paech am 7. September in Sottrum verstanden habe, bringt jede Revolutionierung der Arbeitswelt einen Verlust an Arbeitsplätzen mit sich.

Wir sollten in den Ausbau und die Subventionierung des öffentlichen Verkehrs investieren und den Waren- und Flugtransport reduzieren, um unseren CO2-Ausstoß so drastisch zu reduzieren, dass wir die Erde für die nachfolgenden Generationen aller Lebewesen erhalten können.“

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