Ampelphasen werden geprüft

Kreuzung B215:  Immer wieder kracht es

Und wieder hat es gekracht: Auf der Kreuzung der B215/L203 in Hönisch kippte bei dem jüngsten Unfall der beteiligte Mini-Van um.
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Und wieder hat es gekracht: Auf der Kreuzung der B215/L203 in Hönisch kippte bei dem jüngsten Unfall der beteiligte Mini-Van um.

Verden – Wieder hat es auf der Kreuzung Bundesstraße 215/Landesstraße 203 in Verden-Hönisch gekracht. Der Ablauf wie gehabt. Glücklicherweise ging es für die Beteiligten relativ glimpflich ab. Die Expertenkommission des Landkreises Verden hat dort bereits in den vergangenen Jahren einen Unfallschwerpunkt ausgemacht. Auch der jetzige Vorfall ist neuerlicher Anlass, über die Regelung des Verkehrs nachzudenken. „Die Kreuzung ist an ihrer Leistungsgrenze“, weiß Mitja Mutschall, Sachbereichsleiter Niedersächsisches Landesamt für Straßenbau und Verkehr (NLStBV).

Das Unfallgeschehen, so hatte die Kommission bereits im vergangenen Jahr festgestellt, läuft in der Regel stets nach dem gleichen Muster ab. Von der Südbrücke, aus Verdens Innenstadt kommend, nähert sich ein Fahrzeug der Kreuzung und muss, steht die Ampel auf Rot, dort warten. Springt die Ampel auf Grün, will der Fahrer nach links auf die Bundesstraße in Richtung Dörverden biegen, muss er den entgegenkommenden Verkehr aus Richtung Hutbergen vorlassen und auf der Kreuzung warten. Tückisch dabei: Für den Wartenden ist oftmals nur schwer erkennbar, wer von den entgegenkommenden Fahrern sich auf welcher Spur wie verhält, ob er nach links, rechts oder geradeaus will. Die Ampelphasen sind gleich geschaltet, damit der Verkehr zügig rollt. Wer dort häufiger unterwegs ist, weiß wie es funktioniert – oder auch nicht.

  • Immer wieder Unfälle auf der Kreuzung der Bundesstraße 215 in Verden-Hönisch.
  • Auch am Montag gab es einen schweren Zusammenstoß.
  • Für Autofahrer sind die Ampelschaltungen offenbar schwer zu durchschauen.
  • Es geht um Milli-Sekunden.
Wer – wie hier im Bild – von der Südbrücke kommt und nach links abbiegen will, der sieht den entgegenkommenden Verkehr aus Groß Hutbergen schlecht. Immer wieder kommt es zu Unfällen. Die Kreuzung ist Unfallschwerpunkt.

Ampelschaltung an der Bundesstraße 215: Es geht um Milli-Sekunden

Richtig Betrieb herrscht zu Stoßzeiten an dem Knotenpunkt. Zeit ist der Faktor, mit dem daher das NLStBV akribisch arbeiten muss. Die Behörde ist zuständig für die Ampelschaltung. „Wie es dort läuft, ist uns natürlich bekannt“, so Mitja Mutschall. Er weiß um den Andrang rund um die Kreuzung, was sich täglich abspielt und vor allem aufstaut. Und hat sich schon verschiedentlich den Kopf darüber zerbrochen, wie es besser laufen könnte. Denn was dem Laien vielleicht nicht ersichtlich ist, der Experte arbeitet mit kleinsten Zeiteinheiten. „Es geht um Milli-Sekunden“, so Mutschall. „Wir haben hin und her gerechnet und 2019 sogar einen kleinen Spielraum für die B 215 rausgeholt.“ Aber Mutschall ist ehrlich: „Die Kreuzung ist an der Grenze der Belastbarkeit. Wer zu Stoßzeiten davor steht, weiß was ich meine.“ Nimmt der Verkehrsexperte bei seinen Rechenspielen der einen Ampelphase Zeit zwischen Rot und Grün von der Uhr, merkt es der Verkehr aus der anderen Richtung. „Es ist ein ausgeklügeltes und sehr empfindliches System.“

Es ist ein ausgeklügeltes und sehr empfindliches System

Dennoch bleibt die Suche nach Lösungen, nach einer möglichen Entschärfung. Ein Kreisel möglicherweise? Mutschall widerspricht nicht umgehend. „Ich bin durchaus ein Freund einer solchen Bauweise, aber dennoch ist festzuhalten, dass ein Kreisel nicht überall die Probleme löst.“ Kreisel oder Kreuzung, die Frage habe sich auch vor dem großen und aufwendigen Umbau des Knotenpunktes vor circa zehn Jahren gestellt. Damals fiel die Entscheidung für die Kreuzung. Verkehrsströme seien im Vorfeld berechnet und ausgewertet worden. Auch der nachfolgende Bau des Nordertorkreisels in Verden floss in die Analyse mit ein. Denn, das macht Mutschall deutlich: „Was ich an der Kreuzung Bundesstraße 215/Landesstraße 203 verändere, macht sich in Verden am Nordertor bemerkbar.“ Trotz des begrenzten Spielraums, vom Tisch ist das Kreuzungs- und Ampelthema bei der Behörde nicht. „Wir bleiben da am Ball“, verspricht Mutschall.

Die Polizeiinspektion Verden/Osterholz ist in mögliche Lösungen für den Kreuzungsbereich eingebunden. Neben der Überprüfung der Ampelphasen wurden zur besseren Darstellung des Verkehrsflusses in der Vergangenheit sogar Luftbildaufnahmen durch eine Drohne angefertigt. Die Bilder wurden ausgewertet. „Nach wie vor gibt es die Empfehlung, die Ampelphasen zu überprüfen“, teilt Pressesprecher Sebastian Landwehr mit.

Kleinkind bei dem Unfall leicht verletzt

Bei dem Unfall am vergangenen Montag hatte sich bei dem Unfall im Kreuzungsbereich ein Kleinkind leicht verletzt. Zuvor hatte ein 33-jähriger Mann, im Auto eine Beifahrerin und das Kleinkind, die Kreuzung von der Südbrücke kommend befahren und war nach links in Richtung Dörverden abgebogen. Dabei hatte der 33-Jährige ein entgegenkommendes Fahrzeug, am Steuer eine 76-jährige Frau, übersehen. Im Kreuzungsbereich stießen die Autos zusammen. Das Fahrzeug des 33-Jährigen kippte um. Bis auf das leichtverletzte Kleinkind kamen alle anderen Beteiligten mit dem Schrecken davon.

Zahlreiche Unfälle in den vergangenen Jahren

In Verden-Hönisch kam es in den vergangenen drei Jahren, zwischen 2017 und 2020, zu insgesamt elf Verkehrsunfällen mit verletzten Menschen, so der Bericht der Unfallkommission. Die Kommission des Landkreises setzt sich neben der Polizei aus Vertretern des Amtes für Straßenverkehr Bremen, der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, der Straßen- und Autobahnmeistereien und der Fachdienste des Landkreises und der Stadt Verden sowie der Stadt Achim zusammen. Weiterhin sind die Gemeinden vertreten, in deren Bereichen sich Unfallhäufungsstellen befinden

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