Bahnlinie Verden-Rotenburg

Bundesregierung vereinbart 190 Millionen für Lärmschutz und Co

Zug in der Bahnhofseinfahrt in einem Gewirr aus Schienen.
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Doch noch eine Lösung für ein Gewirr aus regionalen Forderungen: Die Bundesregierung verständigte sich gestern für den Bahnausbau der Linie Verden-Rotenburg, hier der Verdener Bahnhof, auf einen Nachschlag in Höhe von mehr als 190 Millionen Euro.

Verden – Der Ausbau der Bahnlinie Verden-Rotenburg soll nun doch deutlich verträglicher ausfallen als ursprünglich geplant. Wenige Tage vor der Bundestags-Entscheidung am morgigen Donnerstag verständigte sich die Regierungskoalition aus CDU und SPD auf einen millionenschweren Nachschlag. Für Lärmschutz und neue Bahntunnel will das Berliner Abgeordnetenhaus mehr als 190 Millionen Euro zusätzlich in den Schienenstrang zwischen Allermündung und Wümme pumpen. Das bestätigten die Bundestagsabgeordneten Andreas Mattfeldt (CDU) und Lars Klingbeil (SPD) gestern Nachmittag auf Nachfrage übereinstimmend.

Damit wird ein Großteil der Forderungen aus der Region erfüllt. Der Bahnlinien-Ausbau, der in frühestens fünf Jahren beginnen soll, verteuert sich auf diese Weise von 916 Millionen auf rund 1,1 Milliarden Euro, dies allerdings aus mehreren Quellen des Bundeshaushalts. Eine Zustimmung des Bundesverkehrsausschusses am heutigen Mittwoch gilt als sicher. Den Bundestag soll das Projekt am Donnerstag dem Vernehmen nach ohne Debatte passieren.

Der Löwenanteil der zusätzlichen Gelder fließt mit mehr als 100 Millionen Euro in den Lärmschutz. Allein für den Einbau sogenannter elastisch besohlter Schwellen sind 17,7 Millionen Euro vorgesehen. Zum Einsatz kommt ferner in Wohnhäusern nahe der Bahnlinie für elf Millionen Euro das sogenannte Hamburger Fenster, das als extrem schallschluckend gilt. Weitere 80 Millionen Euro fließen in die Beseitigung höhengleicher Bahnübergänge unter anderem in Walle und zweimal in Holtum. Eine mächtige Stützwand in Verden rundet das Programm ab. Der Ausbau eines Wirtschaftswegs in Holtum, ursprünglich mit fünf Millionen Euro kalkuliert, wird mit 3,5 Millionen bezuschusst.

„Ein wegweisender Beschluss“, sagt Enak Ferlemann (CDU), Staatssekretär im Bundes-Verkehrsministerium, „einerseits kann den Wünschen der Region weitgehend entsprochen werden, andererseits bleibt Alpha-E in Gänze wirtschaftlich.“ Die verkehrspolitische Sprecherin der SPD, Kirsten Lühmann, pflichtet ihm bei. „Mit diesem Ergebnis sind die berechtigten Ansprüche der Menschen an der Bahnlinie berücksichtigt, damit kann zeitnah die Detailplanung fortgesetzt werden.“ Auch Verdens Bürgermeister Lutz Brockmann reagierte zufrieden. „Beim Lärmschutz und beim Erschütterungsschutz ist fast alles anerkannt. Das ist ein großer Erfolg für die Region“, so das Stadtoberhaupt, „damit ist es möglich, den Lärmpegel auf knapp über 40 Dezibel herunterzuregulieren, die Lautstärke also eines handelsüblichen Geschirrspülers. Damit sind wir bundesweit Vorreiter.“

Doch selbst für jene Maßnahmen, die bisher nicht finanziert werden, bestehen noch Chancen. Nachdem ursprünglich Projekte für 288 Millionen Euro dem Rotstift zum Opfer fielen, sind es jetzt noch rund 90 Millionen Euro, die offen bleiben. Betroffen ist vor allem ein Bündel aus städtebaulichen Maßnahmen. Können künftig Gewerbebetriebe nahe der Bahnlinie angesiedelt werden und als eine Art zusätzlicher Schallschutz dienen? Dürfen Kommunen für diesen Zweck Grundstücke mit Wohnhäusern ankaufen? Eine Gemengelage, die beispielsweise für den Bahndamm an der Hamburger Straße in Dauelsen gilt. Konkrete Lösungen liegen noch nicht auf dem Tisch, aber immerhin sind erste Fingerzeige für einen Weg dorthin erkennbar. „Städtebauliche Maßnahmen sind Angelegenheiten des Landes“, sagt etwa Lühmann, „es wird seitens einiger Landtagsabgeordneter schon an Lösungen gearbeitet. Dörte Liebetruth setzt sich dafür ein.“ Auch Mattfeldt betont, für weitere städtebaubegleitende Maßnahmen stehe das Land Niedersachsen in der Verantwortung, da Instrumente des Städtebaus eine originäre Aufgabe des Landes seien. Erste Anzeichen sind schon dokumentiert. „Wir werden an dem Thema dranbleiben“, erklärte bereits Umweltminister Olaf Lies.

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