Bundesministerium fördert Projekte an drei Verdener Grundschulen

„Musik ist eine elitäre Geschichte geworden“

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Das Musikprojekt mit David Jehn (r.) macht den Erstklässlern der Jahnschule viel Spaß. Hinten v.l.: Sabine Norén (Tintenklecks), Frauke Keiser (pädagogische Mitarbeiterin Jahnschule), Ulrike Petritzki (Leiterin Musikschule), Claudia Stüven (Rektorin Jahnschule) und Hannelore Wessel (Rektorin GS am Sachsenhain).

Verden - Gemeinsam singen, sich zur Musik bewegen und auch einmal ein Instrument ausprobieren – das Musikprojekt mit David Jehn macht den Erstklässlern der Friedrich-Ludwig-Jahn-Schule sichtlich Spaß. „Wir machen Musik“ heißt es aber nicht nur dort, sondern auch an der Grundschule am Sachsenhain und der Nicolaischule.

Einmal in der Woche wird für 60 Minuten zu verschiedenen Themen musiziert. Initiiert wurde dieses Projekt von den drei Schulen in Kooperation mit der Kreismusikschule und dem Verein Tintenklecks. Mit Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung aus dem Programm „Kultur macht stark!“ fanden seit Februar 2014 insgesamt zwölf musikalische Halbjahresprojekte in den drei Grundschulen statt.

„Zielgruppe sind bildungsbenachteiligte Kinder, zum Beispiel mit Migrationshintergrund, aus einkommensschwachen Familien oder aus ländlichen Wohnorten“, erklärt Ulrike Petritzki, Leiterin der Kreismusikschule. Voraussetzung für eine Förderung des Bundesministeriums ist der vertraglich vereinbarte Zusammenschluss von mindestens drei Kooperationspartnern. „Die Initiative ist so toll, dass es kein Problem war, diese Partner zu finden“, so Petritzki.

Genauso wichtig sei aber auch, jemanden zu finden, der dieses Projekt kompetent durchführen kann. Mit David Jehn, Inhaber der Worpsweder Musikwerkstatt, sei dies gelungen. Das Projekt „Wir machen Musik“ richtet sich gezielt an die Schulneulinge, um ihnen die positiven Auswirkungen des aktiven Gruppenmusizierens auf die sozialen Kompetenzen zu ermöglichen. „Je nach Temperament lernen die Kinder, entweder mutig zu sein oder sich auch einmal zurückzunehmen“, sagt die Leiterin der Musikschule.

„Diese Arbeit ist auch für mich eine ganz neue Erfahrung. Ich habe bislang noch nicht über längere Zeit regelmäßig mit Kindern gearbeitet“, berichtet David Jehn. Leider würden die Kinder von heute die Technik des Singens meist gar nicht mehr erlernen. „Die eigene Stimme zum Klingen zu bringen, ist für die Erstklässler schon eine bedeutende Erfahrung“, weiß der Musikpädagoge.

Gesungen werden jahreszeitlich bezogene Lieder, unterstützt wird der Gesang oft durch Gesten. „Dabei lernen die Kinder auch, ihre Mitte zu kreuzen, das ist wichtig für das Schreibenlernen“, so Jehn. Oft bringt der Musikpädagoge Instrumente mit, zum Beispiel eine indianische Trommel, einen Kontrabass oder eine Ukulele.

Claudia Stüven, Leiterin der Jahnschule, hat beobachtet, dass die Bereiche Lesen und Musik leider immer noch einer Bildungselite vorbehalten sind. „Gerade Musik ist eine elitäre Geschichte geworden, die nur einer kleinen Schicht vorbehalten ist. In vielen Familien wird heute kaum noch gesungen und vorgelesen. Da finde ich es toll, dass dieses durch das Projekt aufgebrochen wird.“

Bis zum Ende des Durchlaufs werden insgesamt circa 150 Kinder an dem Musikprogramm teilgenommen haben.

ahk

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