BUND fordert neues Wasserwerk

Kritik an Bewirtschaftungszielen für die Halse

Ein Mann hockt neben einem Fallrohr und demonstriert mithilfe einer Wasserwaage, wie weit der Grund, auf dem er sich befindet, abgesackt ist.
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Eine Folge der Wasserentnahme: Die Auffahrt von Udo Paepke in Verden-Dauelsen ist innerhalb weniger Jahre um rund 30 Zentimeter abgesagt – und das nicht zum ersten Mal.

Verden/Landkreis – Das Land Niedersachsen will weniger strenge Bewirtschaftungsziele für die Halse festlegen, weil die Versorgung Bremens mit Trinkwasser aus dem Wasserwerk Panzenberg alternativlos sei. Udo Paepke, Vorsitzender des BUND, hält die angeführten Gründe für falsch. Im Rahmen einer Öffentlichkeitsbeteiligung hat der Dauelser eine 13-seitige Stellungnahme mit zahlreichen Kritikpunkten eingereicht.

Nach der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) müssen oberirdische Gewässer wie die Halse in einen „guten ökologischen Zustand“ gebracht werden. Das Land Niedersachsen will im Verfahren der Bewirtschaftungspläne 2021 bis 2027 die Möglichkeit nutzen und von diesem Bewirtschaftungsziel abweichen, weil es „bei der beantragten Entnahmemenge nicht erreicht werden kann“, heißt es in der Begründung der Betriebsstelle Verden des Niedersächsischen Landesamtes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLKWN). „Die Grundwasserentnahme ist erforderlich und kann nicht entsprechend substituiert werden“, stellt das NLWKN fest.

Großteil des geförderten Wassers geht nach Bremen

Dies bezieht sich auf das Wasserwerk Panzenberg. Dort beabsichtigt der Trinkwasserverband Verden nur eine geringfügige Reduzierung der Fördermenge auf 8,825 Kubikmeter jährlich. Die für den Antrag erforderlichen Gutachten müssen jedoch noch überarbeitet werden. Der Großteil des Trinkwassers wird nach Bremen geliefert.

Paepke sieht, anders als die Stadtwerke Bremen und das NLWKN, diverse Alternativen. Bremen könne Wasser aus Bremerhaven, Delmenhorst und höhere Mengen von anderen Wasserverbänden beziehen.

„Nicht hinreichend untersucht wurde, ob Fördermöglichkeiten aus anderen Brunnen im Landkreis Verden in Betracht kommen. Vorgeschlagen wird vom BUND der Bau eines weiteren Wasserwerkes mit neuen Brunnen in der Gemeinde Dörverden und eines Wasserwerkes in Ottersberg“, schreibt Paepke in seiner Stellungnahme. Auch Sparpotenziale durch die Aufbereitung von Weserwasser und die Nutzung von Grau- und Regenwasser seien unzureichend untersucht worden.

Behörde hat nicht selber ermittelt

„Bei der Festlegung der abweichenden Bewirtschaftungsziele für die Halse wurden die Belange des grundwasserabhängigen Ökosystems nicht hinreichend berücksichtigt“, kritisiert Paepke. Über Wochen hat er sich durch jede Menge unübersichtlicher Unterlagen gearbeitet, die der Entscheidung des NLWKN zugrunde liegen.

Paepke kommt zu dem Ergebnis, dass die Behörde „keine eigenen Ermittlungen angestellt“ habe. Das NLWKN stütze sich auf Gutachten, die vom Trinkwasserverband Verden oder den Stadtwerken Bremen in Auftrag gegeben worden sind, doch für diese würden „keine nachprüfbaren Berechnungen, keine Belege und keine Nachweise“ vorliegen. „Der BUND Verden fordert unabhängige und einvernehmlich bestellte Gutachter für das Verfahren“, schreibt Paepke.

Forderung nach gutem ökologischen Zustand der Halse

„Die Entscheidung des NLWKN berücksichtigt einseitig ausschließlich die Interessen der Wasserversorger“, wird der BUND-Vorsitzende deutlich in dem Schriftstück. „Seit Inkrafttreten im Jahre 2000 werden die Vorgaben der EU-WRRL in Bezug auf den Halsebach ignoriert. Stattdessen wird der Grundwasserentnahme am Panzenberg in Kenntnis der Situation erste Priorität eingeräumt.“

Der BUND Verden fordert die „Entscheidung zu den abweichenden Bewirtschaftungszielen für den Halsebach aufzuheben und alle erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, damit der Halsebach entsprechend den Zielen der WRRL in absehbarer Zeit wieder einen guten ökologischen Zustand erreicht“.

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