Haftstrafen für Bürgerpark-Schläger

Brutale Attacke auf 67-Jährigen – wegen einer Nichtigkeit

Verden- Eine Nichtigkeit nahmen am Ostersonnabend 2015 zwei 21 und 27 Jahre alte Angeklagte aus Verden zum Anlass, um brutal auf einen 67 Jahre alten Mann einzuprügeln. Er hatte die jungen Männer lediglich darauf hingewiesen, dass Leinenpflicht besteht. Ein Schuhsohlenabdruck soll noch vier Tage später in seinem Gesicht erkennbar gewesen sein. Beide Täter wurden am Amtsgericht Verden wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt. Der 21-Jährige zu einer 20-monatigen Jugendstrafe und der 27-Jährige zu drei Jahren Haft.

Die Tat hatte sich am Nachmittag des 4. April 2015 im Verdener Bürgerpark ereignet. Das Opfer fuhr mit seinem Fahrrad und seinem Hund an der Leine durch die Anlage, als der Jack-Russel-Terrier des 21-Jährigen auf ihn zugelaufen kam. Der 67-Jährige wies auf die Leinenpflicht hin und drohte, so behaupteten es die Angeklagten, mit der Polizei. Der 27-Jährige soll erwidert haben, dass der Mann die Fresse halten solle, sonst würde er seinen Rottweiler auf ihn hetzen.

Dann stieß er nach den Feststellungen des Gerichts den Rentner vom Fahrrad und trat und schlug zunächst alleine, dann gemeinsam mit dem 21-Jährigen auf den Mann ein. Ein Ehepaar, das mit seinem Sohn auf dem Weg zur Osterrallye war, beobachtete den Vorfall.

Laut Anklageschrift ließen die Täter erst ab, als der Zeuge angelaufen kam und dabei rief, ob sie verrückt seien. Glück hatten die Angeklagten, dass nicht ausgeschlossen werden konnte, dass sie freiwillig von dem Opfer abließen.

Verteidiger zeigt Bild reuiger Täter

In den Schilderungen der Verteidiger wurde das Bild reuiger Täter gezeichnet, die später auch jeweils 2500 Euro Schmerzensgeld gezahlt haben. Doch diese Einsicht kam spät, denn nach der Tat hatten sich die Täter noch über ihre Handys: „Ich fick dem seine ganze Familie, diesem Hurensohn“, „mein Fuß ist am meisten dick“, „das hätte der auch ruhig von anderen Kanaken kriegen können“ geschrieben. Sie schienen ihre Tat zudem damit zu rechtfertigen, dass das Opfer Pfefferspray gegen sie eingesetzt habe.

Die Staatsanwältin beantragte Haftstrafen für beide Angeklagte. Sie wertete zwar deren Geständnisse positiv, doch das Opfer leide noch immer unter den psychischen Folgen und die Bevölkerung sei verunsichert. „Wenn solche Taten an einem Sonnabendnachmittag begangen werden, dann traut man sich nicht mehr in solche Parks“, so die Staatsanwältin.

Deutliche Worte fand auch die Anwältin des Opfers: „Wenn es ihr Ziel war, dass mein Mandant nie wieder seinen Mund gegenüber Ausländern aufmacht, dann haben sie das erreicht. Ausländer möchte ich rausnehmen. Er wird generell nie wieder seinen Mund aufmachen.“

Beide Verteidiger hatten Bewährung beantragt, doch die kam für das Gericht bei dem 27-Jährigen unter anderem wegen dessen zahlreichen, teils einschlägigen Vorstrafen nicht in Betracht. Sein Verteidiger kündigte aber bereits an, dass er Rechtsmittel gegen das Urteil einlegen wird. Derzeit ist der 27-Jährige in anderer Sache in Haft, soll aber im Juli entlassen werden. 

wb

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