Lätare-Spende ging gestern in der spartanischen Variante über die Bühne

Brot und Schokoladen-Heringe

Lätare der etwas anderen Art: Rita Hantsch und Fin Begemann bei der Verteilung von Brot und Schoko-Heringen. Foto: kra

Verden - Er greift hinein. Tief und fest. Fin Begemann holt eine ganze Handvoll Heringe heraus. Und er greift nach dem obligatorischen Brot. Und schon fliegen sie, fliegen Brot und Heringe, als hätte er nie etwas anderes gemacht. Die Lätare-Spende ging gestern über die Bühne. Die Spende, das Störtebeker-Vermächtnis mit Volksfest-Charakter, das natürlich abgesagt war, aber dennoch stattfand. In stark abgespeckter Form, und mit großem Abstand, aber es fand statt. Freuen durften sich die Gäste der Verdener Tafel. Brot und Schokoladen-Heringe für alle.

Sie hätten auch Salz-Heringe haben können. „Ist uns angeboten worden“, sagt Rita Hantsch. Mit Schürze und mit Einmal-Handschuhen über den Fingern steht sie hinter den Auslagen. Aber die Tafel hätte dann ein ganzes Fass nehmen müssen, außerdem hätte man es wässern müssen, und dann wäre fraglich gewesen, ob sie es losgeworden wären. „Ging nicht“, sagt sie. Also kam Bürgermeister Lutz Brockmann mit Schoko-Heringen vorbei, und Bäckermeister Michael Baalk mit den obligatorischen Broten, den Störtebeker-Steven, und übergaben sie. „Das kam sehr gut an.“

Wo sich sonst Menschenmassen drängen und Fernsehteams Ellenbogen ausfahren und Blitzlichtgewitter über die Bühne gehen, da ging es gestern spartanisch zu. Kunden der Tafel in weit auseinander gezogener Reihe, alle mit mindestens anderthalb Metern Abstand, eine Tischreihe zwischen den Helfern und den Besuchern als zusätzlicher Distanzhalter, und die Mitarbeiter zueinander mit dem gebührenden Abstand. Aber dann flogen sie eben doch, sie mussten fliegen, ein wenig jedenfalls, die Heringe, sonst wäre die Distanz gar nicht zu überbrücken gewesen. „Es ist für alle genug da!“

Allerdings ging die Tafel-Resonanz im Zuge der Corona-Krise zurück. „Sonst haben wir so um die 60 Berechtigte, schon am Freitag waren es nur 25,“ sagt Rita Hantsch. Auch gestern fiel das Echo unterdurchschnittlich aus, hieß es in einer ersten Bilanz.

Zurzeit profitiert die Tafel von den Unwägbarkeiten rund um Corona. Sehr viel Brot ging gestern ein. Zusätzlich zu den Störtebeker-Steven eine reichhaltige Auswahl. Auch sehr viel Salat und sehr viel Obst fanden sich in den Auslagen. Leicht verderbliche Lebensmittel, die am Wochenende in den Supermärkten nicht den Weg in die Einkaufswagen gefunden hatten. „Wir sind dankbar, dass man in solchen Situationen auch an uns denkt.“ Die Verdener Tafel hat trotz Corona täglich geöffnet, lediglich die frisch zubereitete Mahlzeit ist ausgesetzt. „Die Küche bleibt weiterhin zu.“

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