Brexit-sicher mit deutschem Pass

Brite Clive Ford strebt die doppelte Staatsbürgerschaft an

Clive Ford strebt die Einbürgerung an. Foto: Woelki
+
Clive Ford strebt die Einbürgerung an.

Landkreis/Ottersberg – Raus? Rein? Doch bleiben? Während das britische Unterhaus den Brexit diskutiert, ihn inzwischen verschoben hat, ist die Frage für Clive Ford längst entschieden. Der 52-Jährige lässt sich einbürgern und strebt als geborener Brite die doppelte Staatsbürgerschaft an.

Die Brexit-Unsicherheit erleben auch die britischen Staatsbürger, die im Landkreis Verden wohnen und zum Teil bereits seit Jahrzehnten hier leben. Einer von ihnen ist der Lehrer für Musik an der Rudolf-Steiner-Schule in Ottersberg, Clive Ford. Er ist begeisterter Musiker in der überregional bekannten Gruppe Cladatje, in der Rockband Theda’s Touch und gibt als Dirigent des Ottersberger Kammerorchesters seit Jahren den Ton an. „Mit dem Brexit hätte ich keine Aufenthaltserlaubnis mehr“, betont Clive Ford, der aus der südenglischen Grafschaft Berkshire stammt.

Um einen sicheren Status zu erlangen, beschloss der Waldorf-Pädagoge, sich in Deutschland einbürgern zu lassen. Aus diesem Grund meldete er sich beim Landkreis und legte die geforderten Papiere vor: Geburtsurkunde, Lebenslauf, ein fester Wohnsitz, ein Nachweis von Deutschkenntnissen und einer Beschäftigung. Das war leicht, seit Jahrzehnten unterrichtet er in Ottersberg.

33 Fragen in sieben Minuten beantwortet

„An der Kreisvolkshochschule in Verden absolvierte ich einen Einbürgerungstest. Ich sollte 33 Fragen beantworten und hatte dafür eine Stunde Zeit. Mit mir waren in dem Raum vier weitere britische Staatsbürger und drei Personen anderer Nationalitäten. Die Fragen habe ich alle beantwortet und nach sieben Minuten abgegeben“, schmunzelt Clive Ford. Nach einigen Wochen kam bereits das Ergebnis. „Von 33 Fragen hatte ich 33 richtig beantwortet, darunter Fragen nach den Farben der bundesdeutschen Flagge, der Bedeutung der Fünf-Prozent-Klausel im Bundestag oder den namen der Bundesländer“, schildert Ford. Mit diesen Testfragen konfrontiert der Pädagoge im Wümme-Flecken seit 1994 seine Schüler.

„Ich habe in den vergangenen Wochen den Druck verspürt, etwas zu unternehmen, um meinen Aufenthaltsstatus abzusichern“, berichtet Clive Ford und entschloss sich, den Einbürgerungsantrag zu stellen. „Ich bin nun erst einmal in der Warteschleife. Nach dem Einbürgerungstest wird das Verfahren irgendwann abgeschlossen sein und ich erhalte die Nachricht, dass ich eingebürgert bin. Dann muss ich bei der Gemeindeverwaltung einen Personalausweis beantragen“, erklärt der Pädagoge die nächsten Verfahrensschritte.

Und was ändert sich mit der Einbürgerung? „Wenig. Nur eines: Dass ich auch künftig Schüler unterrichten und sie für Musik und Kunst begeistern darf“, atmet Clive Ford durch. 

woe

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Große Autoklassiker für kleines Geld

Große Autoklassiker für kleines Geld

Rückkehr nach Mallorca - ein Erfahrungsbericht

Rückkehr nach Mallorca - ein Erfahrungsbericht

Schöne Picknick-Plätze in Deutschland

Schöne Picknick-Plätze in Deutschland

Wie man Backups und Datenumzüge meistert

Wie man Backups und Datenumzüge meistert

Meistgelesene Artikel

Koks und Gras machen ihnen großen Spaß

Koks und Gras machen ihnen großen Spaß

Abschied und Anfang

Abschied und Anfang

Abschlusszeugnisse für 224 Schülerinnen und Schüler

Abschlusszeugnisse für 224 Schülerinnen und Schüler

320 000 Euro für die Mehrheit

320 000 Euro für die Mehrheit

Kommentare