Tom Bösche aus Verden arbeitet als Animateur auf der griechischen Insel Kos

„Traumjob“ in der Sonne

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Tom Bösche (im roten T-Shirt) in Kos-Stadt am Strand, wo die Flüchtlinge in Zelten leben.

Verden - Traumjob in der Sonne, Arbeiten im Paradies und Mädels am Fließband. So stellen sich viele Menschen den Job des Hotel-Animateurs vor. Ist das überhaupt Arbeit? denken sich auch manche. Soweit die Klischees – doch wie ist das Leben als „Bespaßer“ der Urlaubsgäste in den Ferienregionen in der Realität?Einer von ihnen ist der 18-jährige Tom Bösche aus Verden, der sich entschieden hat, genau diese Erfahrung zu machen.

Nach zwölf Jahren mehr oder weniger spaßiger Schulzeit verbringe er gut drei Monate auf der Insel Kos in Griechenland. „Bei einem bekannten deutschen Reiseveranstalter bewarb ich mich, durchlief das eintägige Casting mit Erfolg und hatte meine Stelle als Animateur in einem Urlaubshotel“, so Bösche.

Im folgenden der Bericht von den ersten Tagen auf Kos: „Nun bin ich seit einer Woche auf der Insel, die übrigens wenige Kilometer vor der türkischen Küste liegt und lebe mich gerade ein.

Der Abschied von Verden und vor allem den ganzen Leuten, mit denen ich in einer entbehrungsreichen Zeit mein Abi gebaut hatte, fiel mir verdammt schwer – andererseits war ich auch gespannt, was auf mich zukommen würde: Eine aufregende Zeit.

Seit meiner Landung auf dem schnuckeligen, sehr kleinen Flughafen von Kos lebe ich in einem Zimmer unweit meines Hotels. Schwitzend schreibe ich diesen Text. Denn: Es ist warm in Griechenland. Die Landschaft auf der Insel zeugt von der Trockenheit, die hier im Sommer herrscht. Ich habe in einer Woche noch nicht eine Wolke am Himmel gesehen und habe mir sagen lassen, dass sich dies auch nicht so schnell ändern wird. Auf den ersten Regen der Saison haben wir bereits Wetten abgeschlossen.

Eine weitere Erkenntnis, die ich in dieser Woche gewonnen habe, ist die unglaubliche Herzlichkeit und Gastfreundschaft, auf die man an jeder Ecke trifft. Seien es die Kellner im Hotel, die Verkäuferin im Kiosk oder Menschen auf der Straße. Man wird mit einem Lächeln empfangen.

Von Krise und Flüchtlingen ist hier im täglichen Leben wenig zu spüren, alles geht seinen gewohnten Gang. In Kos-Stadt allerdings wird einem bewusst, dass die Situation nicht einfach ist für Behörden und Einwohner. Jede Nacht stranden Flüchtlinge aus der nahen Türkei, die hier gesammelt werden.

Diese Menschen sitzen im Schatten in der Nähe der Polizeistation und warten. Vielleicht auf ihre Weiterreise? Oder auf die Ausweisung? Trotz der Belastung für die Einwohner, die meist nicht gut auf diese Thematik zu sprechen sind, gibt es Menschen, die übergebliebenes Essen aus den Hotels verteilen, um die angekommenen Familien, teilweise mit Kindern, zu versorgen.

Doch im Hotel ist davon nichts zu spüren. Meine Tätigkeit macht mir bereits viel Spaß, viele Gäste sind sehr nett, genauso wie mein Team. Andererseits muss man auch mit Einschränkungen leben und ich bin mir jetzt schon im Klaren darüber, dass ich diesen Beruf höchstwahrscheinlich nicht auf Dauer ausüben will.“

Über die Flüchtlings-Problematik schreibt Tom Bösche unten stehend.

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