Imker, Landwirte und Jägerschaft vom Projekt positiv überrascht

Blütenpracht im Frühjahr

Die „Frühjahrsblüte“ wächst gut, finden Cord-Henry Lankenau, Jürgen Luttmann, Rudolf Lüdemann, Schweder Lüdemann, Dr. Gert Kracke und Heinrich Kersten (v.l.).
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Die „Frühjahrsblüte“ wächst gut, finden Cord-Henry Lankenau, Jürgen Luttmann, Rudolf Lüdemann, Schweder Lüdemann, Dr. Gert Kracke und Heinrich Kersten (v.l.).

Verden – Die Flächen, auf denen Raps angebaut wird, hat sich im Landkreis Verden seit 2013 nahezu halbiert. Somit gibt es auch weniger Nektar und Pollen für Bienen und andere Insekten. Um diesem Problem zu begegnen, suchte Imker Heinrich Kersten im Rahmen eines Workshops im Herbst 2018 gemeinsam mit Landwirten, Jägerschaft und der Landwirtschaftskammer Verden nach praktikablen Lösungen. Das Ergebnis war die Ende August auszusäende winterharte „Verdener Frühjahrsblüte“, die sich über den Herbst gut etablieren kann. Ein gutes Jahr nach dem Startschuss des Projektes sind die Initiatoren positiv überrascht vom Erfolg.

Im August 2019 hatten sich die drei Landwirte Rudolf Lüdemann, Wilhelm Hogrefe und Jürgen Luttmann bereit erklärt, die Saatmischung auch ohne offizielle Förderung durch das Landwirtschaftsministerium auf ihren Äckern auszubringen. Auf elf Flächen in der Marsch und auf der Geest wurden insgesamt vier Hektar ausgesät. Dr. Gert Kracke von der Landwirtschaftskammer begleitete das Projekt von Anfang an. Auch die niedersächsische Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast wurde auf das Projekt aufmerksam und beauftragte den Leiter des Bieneninstitutes Celle, Prof. Dr. Werner von der Ohe, mit der Multimomentaufnahme und Evaluierung. Dies erfolgte an zwei Terminen im Frühjahr 2020 auf vier Feldern.

In seinem Bericht bezeichnet von der Ohe die Verdener Frühjahrsblüte wegen des extrem langen Blühzeitraumes sowie der Lage der Flächen, zum Beispiel an Waldrändern, als überzeugendes Konzept. Alle Pflanzen seien interessant für Honigbienen und andere Bienenarten und Insekten. Von der Ohe schlägt daher vor, die Vorgaben der Förderprogramme so anzupassen, dass die „Verdener Frühjahrsblüte“ ebenfalls gefördert werden kann.

Der Kreistag des Landkreises Verden hat am 3. Juli einstimmig beschlossen, im Rahmen der Förderung von Arten- und Naturschutzmaßnahmen durch die Jägerschaft des Landkreises Verden, den Landwirten das Saatgut kostenfrei zur Verfügung zu stellen. Darüber hinaus gibt es im ersten Jahre eine Flächenprämie von 650 Euro pro Hektar und 800 Euro pro Hektar im zweiten Jahr. Insgesamt werden so etwa 15 000 Euro pro Jahr bereitgestellt. „Diese überschaubaren Mittel waren von 17 Landwirten des Landkreises Verden allerdings schnell ausgeschöpft. Im August 2020 säten sie auf 32 Flächen, fast 20 Hektar, aus. Daher haben einige Landwirte die Maßnahmen ohne jegliche Förderung angesät“, freut sich Kersten über das Interesse.

Auch Dr. Gert Kracke ist überzeugt: „Das Projekt passt zu hundert Prozent in das Maßnahmenpaket des Niedersächsischen Wegs.“ Aus diesem Grund hat er Ministerin Otte-Kienast gebeten, die Förderung in den kommenden drei Jahren auf eine breitere Basis zu stellen und ebenfalls mit 15 000 jährlich zu unterstützen. Außerdem hat Kracke angeregt, das Projekt in das Niedersächsische Agrar- und Umweltprogramm aufzunehmen.

Jürgen Luttmann, Vorsitzender der Kreisjägerschaft nennt als weiteren Vorteil, dass die „Frühjahrsblüte“ den in der Feldflur lebenden Tieren von Herbst bis Sommer Nahrung und Deckung bietet und im Frühjahr nicht mehr bearbeitet wird, um Brut und Aufzucht der Jungtiere nicht zu gefährden. ahk

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