Gemeinsame Großübung von Feuerwehr und Rettungsdienst an den BBS in Dauelsen

Blitze und Schwelbrände

Mehrere Strahlrohre waren pausenlos im Einsatz.

Verden – Dichte Rauchschwaden zogen am Montagabend, von der Hamburger Straße aus sichtbar, aus dem Werkstattbereich der Berufsbildenden Schulen (BBS) in Dauelsen. Begleitet von Knalleffektkörpern leiteten diese die größte Einsatzübung des Jahres für die Verdener Stadtfeuerwehr ein.

Das Szenario der Übung hatte es in sich: Infolge eines Unwetters schlugen in dem weitläufigen Schulgebäude mehrere Blitze ein und sorgten für etliche Schwelbrände in den Elektroninstallationen. Während der Herbstferien anwesende Handwerker führten im Kellerbereich Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten durch und mussten so durch die Einsatzkräfte unter Nullsicht gefunden und gerettet werden.

Im Werkstattbereich fand währenddessen eine Weiterbildung für Kraftfahrzeug-Mechatroniker statt, die ebenfalls vom Unwetter und dem nachfolgenden Brand überrascht wurden und teils in den dicht verrauchten Räumen die Orientierung verloren hatten. Auch sie mussten von den Einsatzkräften gerettet und anschließend medizinisch versorgt werden.

Noch unmittelbar vor dem Eintreffen der alarmierten Kräfte erhöhte die Ortsfeuerwehr Dauelsen aufgrund der deutlich sichtbaren Rauchentwicklung das Alarmstichwort. Die Ortswehr selbst war ursprünglich zu einer ausgelösten Brandmeldeanlage ausgerückt.

Im weiteren Einsatzverlauf wurde schließlich Stadtalarm gegeben, sodass alle acht Verdener Ortsfeuerwehren mit insgesamt 120 Einsatzkräften an der Großübung teilnahmen. Hinzu kamen 40 Kräfte des Deutschen Roten Kreuzes und der Johanniter Unfall Hilfe, die sich um die Betreuung und Versorgung der insgesamt 25 betroffenen Personen, darunter sieben schwer Verletzte, kümmerten. Darüber hinaus befanden sich noch mehrere so genannter Rettungspuppen im Gebäude, die ebenfalls gerettet werden mussten. Für die Brandbekämpfung im Werkstattbereich wurde zeitweise über acht Strahlrohre und Wasserwerfer, unter anderem über die Verdener Drehleiter, Löschwasser abgegeben.

„Neben dem grundsätzlichen Üben der Einsatzabläufe mit Brandbekämpfung und Menschenrettung, standen insbesondere die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Rettungsdienst sowie die Löschwasserversorgung im Fokus der Übung“, erläutert Thorsten Zölle von der Dauelser Ortsfeuerwehr. „Darüber hinaus sollten für den Ernstfall wertvolle Ortskenntnisse gewonnen und die Abläufe der Wasserversorgung zur Brandbekämpfung trainiert werden“, fügt Arne Püllmann von der Ortsfeuerwehr Verden hinzu. Beide Männer hatten federführend mit weiterer Unterstützung aus beiden Ortsfeuerwehren die Großübung ausgearbeitet. Verdens stellvertretender Stadtbrandmeister Mario Rosebrock, der ebenfalls an der Übung teilnahm, zeigte sich nach Übungsende zufrieden: „Wir konnten bei der Übung einige Punkte erkennen, die im Rahmen einer Nachbesprechung bearbeitet werden, um unser taktisches Vorgehen noch weiter verbessern zu können.“

„Ein großer Dank geht an den Landkreis Verden, der die Räumlichkeiten der Berufsbildenden Schulen für die Einsatzübung zur Verfügung stellte“, so der Pressesprecher der Feuerwehr, Dennis Köhler. Ebenso gab es Lob für die zahlreichen Verletztendarsteller der Gemeindefeuerwehr Langwedel, der Ortsfeuerwehr Luttum und des THW Ortsverbandes Verden sowie der Gruppe „Realistische Unfallstellung“ des Deutschen Roten Kreuzes, die das Schminken realitätsnaher Verletzungen übernommen hatte.

Neben allen acht Verdener Ortsfeuerwehren (Dauelsen, Döhlbergen-Rieda, Eissel, Eitze, Hönisch-Hutbergen, Scharnhorst, Verden und Walle), waren Rettungskräfte der Johanniter Unfallhilfe Verden sowie vom DRK von der SEG-Ottersberg, der Fachgruppe Betreuung/SEG-Baden, der Fachgruppe Rettungsdienst/SEG Verden sowie von der Rettungswache Verden in das Übungsgeschehen eingebunden.

Unterstützend hinzu kamen ein leitender Notarzt sowie ein Organisatorischer Leiter Rettungsdienst, die die Koordination der Verletztenbetreuung und -versorgung übernahmen.

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