20-jähriges Jubiläum mit Feier im Hotel Höltje

Verein Verdener Jazz- und Bluestage: Ein bisschen New Orleans

Die Jazz- und Blues-Vorstandsmitglieder Wolfgang Krützfeldt, Volkmar Koy und Joachim Hutzel (v.l.). - Fotos: Haubrock-Kriedel

Verden - Vier vom Bluesfieber infizierte Herren, Volkmar Koy, Günther Glander, Klaus Oppermann und Bernd Löbl, gründeten 1998 den Verein Verdener Jazz- und Bluestage. Ziel war es, den Jazz lebendig zu erhalten. In den vergangenen 20 Jahren holte der Verein viele namhafte Künstler in die Allerstadt und bescherte den Verdenern so manch großartiges Konzerterlebnis. Höhepunkt des Jahres sind stets die Jazz- und Bluestage im September, die auch überregional Beachtung finden. Mitglieder, Freunde und Unterstützer trafen sich am Donnerstagabend zum Jubiläum im Hotel Höltje. Für die musikalische Untermalung sorgten die Nachwuchsjazzer „Funk Diffusion“.

Der erste Vorsitzende Volkmar Koy begrüßte die Gäste. Er könne über die Erlebnisse in den vergangenen Jahren ein dickes Buch schreiben, sagte er. Ganz so lang wurde seine Rede dann aber doch nicht. Vom Blues infiziert worden sei er bereits mit 16 Jahren bei einem Konzert mit „Steamhammer“ in Meyers Tanzpalast in Wehldorf.

Jazzkonzerte gab es in Verden schon vor der Vereinsgründungin in der alten Reithalle am Holzmarkt. 1994 und 1996 veranstaltete die Kreissparkasse dort Konzerte mit Papa Bues Viking Jazz Band und Monty Alexander. Als bekannt wurde, dass die alte Reithalle abgerissen wird, wollten die oben erwähnten vier Herren den Jazz in Verden weiterleben lassen und gründeten zunächst eine GbR. Durch seine Reisen in die USA sei er damals schon von den US-Südstaaten infiziert gewesen, sagte Koy. „Im Hinterkopf war immer, die New-Orleans-Atmosphäre nach Verden zu holen.“

Peter Bohlmann, Landrat und Schirmherr von Jazz und Blues, sprach die Grußworte.

Die vier Gesellschafter entwickelten die Idee, eine Jazz- und Blues-Kneipennacht zu veranstalten, merkten aber schnell, dass das finanzielle Risiko zu groß war. Daraufhin wurde der Verein Verdener Jazz- und Blues-Tage 1998 gegründet, erster Vorsitzender war schon damals Koy. Schnell hatte der Verein 100 Mitglieder und die ersten Veranstaltungen wurden organisiert. Bereits im Oktober des selben Jahres fanden die ersten Jazz- und Blues-Tage in Verden statt. „Wichtiger Bestandteil der Vereinsarbeit und in der Satzung festgeschrieben war von Anfang an die Jugendförderung“, betonte Koy.

In diesem Zusammenhang würdigte er besonders die Verdienste von Michael Spöring, der sich bei „Jugend jazzt“ schon jahrelang um die Nachwuchsmusiker gekümmert hatte. Koy erinnerte an das großartige Konzert zum zehnjährigen Jugend-Jubiläum, als die Nachwuchsjazzer mit Klaus Doldinger musizierten. Zu hören war in der Stadthalle auch die umjubelte „Tatort“-Melodie. „Viele Konzerte waren mit großen Namen verbunden“, zog Koy Bilanz. Einer der Ersten, der in Verden auftrat, war Paul Kuhn. Dieser wollte vor dem Konzert unbedingt Golf spielen. Kurzerhand schlug man die Bälle auf dem Grünstreifen vor der Stadthalle.

15-jährige Gitarrist Krissy Matthews hinterlässt Eindruck 

2007 gab es ein Konzert mit der US-Legende Robben Ford. Einen viel größeren Eindruck hinterließ aber der 15-jährige Gitarrist Krissy Matthews, der im Vorprogramm auftrat und den Altmeister an die Wand spielte. Krissy war seitdem noch öfter in Verden und ist heute Mitglied der Hamburg Blues Band. Im Gedächtnis geblieben sind Koy auch das tiefgründige Gespräch mit Stefanie Heinzmann, das die Künstlerin einem Soundcheck vorzog, oder der unbehelligte Stadtbummel mit Curtis Stigers. Im Oktober letzten Jahres schließlich, tauchte beim Konzert von Chris Jagger sogar Sängerin Nena als Überraschungsgast auf. Abschließend sprach Koy im Namen des Vorstands allen Unterstützern seinen Dank aus.

Grußworte gab es anschließend von Bürgermeister Lutz Brockmann, Matthias Knak von der Kreissparkasse Verden, Sponsorenbetreuer Wolfgang Reichelt und Schirmherr Peter Bohlmann. Die Jazz- und Blues-Tage hätten in Verden Tradition und seien eine Bereicherung für das Leben in der Stadt, sagte Brockmann. „Ich wünsche, dass der Schwung anhält.“ Knak versprach, dass die Kreissparkasse Verden die Konzerte auch weiterhin als Sponsor unterstützt. „Es macht Spaß, was der Verein auf die Beine stellt.“ Wolfgang Reichelt gratulierte im Namen der Verdener Wirtschaft. „Es ist großartig, in einer Stadt zu leben, in der die Menschen sich engagieren“, sagte er und überreichte dem ersten Vorsitzenden einen Scheck für die weitere Arbeit. Landrat Peter Bohlmann hob als Schirmherr besonders die gute Kooperation des Vereins mit der Wirtschaft und politischen Akteuren hervor. Sein Dank galt den Institutionen und Unternehmen, die den Verein unterstützten. „Jazz und Blues haben Perspektive“, so Peter Bohlmann. „Jugend jazzt“ sei dafür der beste Beweis. 

ahk

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